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Preiswerteres Öl - Ein klarer Vorteil


02.02.15 14:16
M&G Investments

London (www.fondscheck.de) - Der niedrige Ölpreis ist ein Konjunkturprogramm, wie man es nicht alle Tage erlebt. Trotzdem blicken viele Marktteilnehmer insbesondere in Europa skeptisch in die Zukunft. Die möglichen Gründe dafür können nicht überzeugen, meint Dave Fishwick, Head of Macro and Equities Investment bei M&G Investments.

Fishwick zufolge würden drei mögliche Gründe für einen zurückhaltenden Ausblick infrage kommen:

- Enttäuschung über die Möglichkeiten von Regierungen und Notenbanken, die Wirtschaft zu beleben, insbesondere die Kreditvergabe zu stimulieren: Doch der Vergleich zwischen regulatorischen Maßnahmen/Notenbank-Aktivität einerseits und Ölpreis andererseits sei nicht stichhaltig, so Fishwick, weil der Übertragungsmechanismus viel direkter funktioniere als bei den Werkzeugen, auf die Regierungen und Notenbanken zurückgreifen könnten.

- Vermeintliches Ausbleiben des positiven Effekts: In der Tat wirke sich ein Einbruch des Ölpreises erst mit Verzögerung aus. So habe der Aufschwung der US-Konjunktur nach dem Tiefststand des Ölpreises im März 1986 erst mit einem Jahr Verspätung eingesetzt. Diese Verzögerung sei aber kein Grund, an der positiven Wirkung des billigen Öls zu zweifeln.

- Furcht vor einem Übergreifen von Kreditsorgen im Ölsektor auf andere Wirtschaftsbereiche: Auch diese Sorge halte Fishwick für unbegründet, denn ein Blick auf die Entwicklung der Kreditkosten in verschiedenen Branchen für die vergangenen zwölf Monate zeige durch die Bank nur moderate Ausweitungen der Spreads, mit einer einzigen Ausnahme, der Energiebranche. Eine Ansteckung sei also nicht zu beobachten.

Interessanterweise hätten Europäer und Amerikaner mit dem Phänomen "billiges Öl" sehr unterschiedlich umgegangen, so Fishwick: "Der US NFIB Small Business Optimism Indicator, ein Stimmungsbarometer der US-amerikanischen Mittelstandsvereinigung, ist auf dem höchsten Stand seit 2000 - das ist ziemlich optimistisch!"

Den Europäern rate Fishwick zu Optimismus und Geduld: "Aktienanleger sollten den positiven Auswirkungen des Preisverfalls beim Öl entgegensehen und die nötige Geduld mitbringen. Sie sollten lediglich ihren Zeithorizont entsprechend ausrichten und - wie immer - eine sorgfältige Einzelfallauswahl treffen. Nur bei Werten, die in direktem Zusammenhang mit Rohstoffen stehen, wäre ich im Moment sehr vorsichtig." (02.02.2015/fc/a/m)