Parvest Europe Dividend im Fokus


12.02.07 09:45
Euro fondsxpress

München (aktiencheck.de AG) - Auf den Pariser Laufstegen wechseln die Moden vier Mal im Jahr, so die Experten von "Euro fondsxpress".

Auch die Investmentwelt unterliege Moden. Sie würden allerdings nicht ganz so häufig wie bei den Couturiers wechseln. Modemuffel bräuchten trotzdem nicht verzagen, denn es gebe ja Dividenden-Fonds. Sie seien immer in Mode, gleichwohl sie wenig Glamour umwehe.

Bei Dividenden-Fonds gebe es keine Kurseskapaden und keine tollen Zukunftsstorys. Dafür gebe es ein unschlagbares Argument: "Etwa die Hälfte der langfristigen Erträge stammt aus Dividendenzahlungen", sage Olivier Rudigoz. Er sei Manager des Parvest Europe Dividend bei BNP Paribas A.M.

Der Franzose habe zudem beobachtet, dass sich dividendenstarke Unternehmen meist besser als der entsprechende Index entwickeln würden. Warum dies so sei, dafür habe Rudigoz eine simple Erklärung: "Unternehmen, die hohe Dividenden ausschütten, sind in der Regel etabliert und haben Geschäftsmodelle, die solide Cash-Flows erwirtschaften." Daher kämen für ihn Rohstoffwerte oder Investmentbanken nicht infrage.

"Bei zyklischen Unternehmen kann man überhaupt nicht vorhersehen, wie hoch die Gewinne in den kommenden Jahren sein werden, da ihre Ergebnisse sehr volatil sind", sage Rudigoz. Gleichwohl spiele für ihn die aktuelle Dividendenrendite nicht die ausschlaggebende Rolle für den Kauf eines Titels. "Wenn man die Titel einfach nur streng nach der Höhe der Dividenden aussuchen würde, könnte man ja gleich ein passives Produkt kaufen", sage der Franzose.

Rudigoz wolle mehr bieten. Daher analysiere er die Unternehmen dahingehend, ob bei ihnen kräftige Steigerungen der Ausschüttungen zu erwarten seien. "Dort besteht in der Regel auch mehr Kursfantasie. Solche Unternehmen sind mir sogar lieber als die Ausschüttungskönige", so Rudigoz. Als weitere Maßnahme um den Index zu schlagen, setze er klare Akzente: "Telekomwerte habe ich fast doppelt so hoch wie im Index gewichtet. Finanzwerte zehn Prozent höher."

Der Parvest-Manager lasse sich nicht gern in die Ecke der reinen Dividenden-Manager drängen. "Vielmehr nenne ich es Income & Growth-Ansatz. Damit unterscheiden wir uns ganz klar von der Dividenden-Konkurrenz und auch von klassischen Growth- oder Value-Ansätzen", betone Rudigoz. Dennoch weise der Europe Dividend eher Kennzahlen wie ein klassischer Dividenden-Fonds auf.

Die Ausschüttungen würden durchschnittlich 4,5 Prozent betragen. "Damit liegt die Dividendenrendite im Fonds rund 40 Prozent höher als im MSCI Europe und liegt sogar über der von 10-jährigen Bundesanleihen", so Rudigoz. Er erwarte, dass sie in diesem Jahr im Schnitt sogar um acht Prozent steigen werde. Auch den Trend zu Sonderdividenden sehe er als intakt an. "Die Unternehmen werden weiterhin Randbereiche abstoßen und die Erlöse an die Aktionäre ausschütten. So wie es etwa ALTANA gerade vorhat. Daher ist die Saison der Dividenden-Fonds noch lange nicht vorbei", sage Rudigoz voller Überzeugung. (Ausgabe 06/2007 vom 09.02.2007) (12.02.2007/fc/a/f)