Oldtimer Fonds: Mit dem Alter schwindet die Kraft? Fondsanalyse


23.09.15 15:40
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Die ältesten in Deutschland zugelassenen Investmentfonds sind mittlerweile über 80 Jahre alt, so die Experten von "FundResearch".

Mit der Lebensdauer nähme der Investitionserfolg eines Fonds ab, hätten Doktoranden des Forschungsinstituts Centre for Financial Research (CFR) der Universität Köln im August geurteilt. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass Fonds mit zunehmendem Alter weniger Performance-orientierte beziehungsweise institutionelle Investoren attrahieren", hätten sie schlussfolgert. Hinzu komme mangelnde Innovationskraft. Auf der anderen Seite jedoch könnten die "alten Hasen" der Fondsbranche stabilere Erträge verzeichnen. FundResearch untersuche in einer mehrteiligen Serie, wie sich die die ältesten Fonds in den vergangenen Monaten sowie langfristig geschlagen hätten.

Der älteste in Deutschland zugelassene Fonds sei der Pioneer Fund (ISIN: US7236821002/ WKN 970360). Er sei am 13. Februar 1928 aufgelegt worden und habe damit die Weltwirtschaftskrise und den zweiten Weltkrieg erlebt. Fondsmanager John A. Carey, seit 35 Jahren für Pioneer Investments tätig, lege in Aktien amerikanischer Großunternehmen an. Derzeit seien die über fünf Milliarden Euro Fondsvermögen vor allem in den Gesundheitsbereich (20,6 Prozent) und in den Finanzsektor (16,3 Prozent) investiert.

Im laufenden Jahr habe der Fonds einen Zuwachs von vier Prozent erzielt. In den vergangenen drei Monaten habe er jedoch einen Verlust von 8,9 Prozent zu verzeichnen gehabt. Zum Vergleich, die Kategorie Aktienfonds Nordamerika habe im selben Zeitraum 8,7 Prozent verloren. Hätten Anleger seit seiner Auflegung vor 87 Jahren in den Fonds investiert, so hätten sie heute einen Wertzuwachs von 614.526,9 Prozent verbuchen können. Realistischer sei jedoch ein Anlagezeitraum von 20 Jahren: Hier erziele der Fonds einen Gewinn von 407 Prozent. Die Kategorie Aktienfonds Nordamerika komme in selben Zeitraum auf 334 Prozent. Fonds und Peergroup würden einer Volatilität in zehn Jahren von 13,8 und 13,4 Prozent unterliegen. Der maximale Drawdown des Fonds betrage 48,3 Prozent (Peergroup: 46,5 Prozent) in zehn Jahren, die längste Verlustphase in diesem Zeitraum habe 69 Monate gedauert (Peergroup: 62 Monate).

In jedem 15-Jahres-Zeitraum seit Auflegung des Pioneer Fonds 1928 hätten Anleger einen positiven Wertzuwachs erzielt: Mindestens 2,4 Prozent und maximal 22 Prozent p.a. Durchschnittlich habe eine solch langfristig orientierte Buy-and-Hold-Strategie eine jährliche Rendite von 11,5 Prozent erwirtschaftet.

Zudem schlage der Oldtimer-Fonds seine Peergroup über die vergangenen 20 Jahre. Er beweise also, dass er trotz seines Alters langfristig immer noch eine überzeugende Performance liefern könne. (Ausgabe vom 22.09.2015) (23.09.2015/fc/a/f)