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Ölpreis neue Allzeithochs möglich
10.03.11 13:03
Erste Group Research
Wien (aktiencheck.de AG) - Die weltweiten Stimuli seitens Regierungen und Notenbanken und die nahezu globale Nullzinspolitik verursachten 2010 eine Fortsetzung der Hausse im Rohstoffsegment, so die Analysten von Erste Group Research in ihrem "Spezial Report Öl".
Die künstlich herbeigeführte Prosperität sollte nicht mit gesundem, realem Wachstum verwechselt werden. Insofern dürfte die weitere Entwicklung des Ölpreises auch stark davon abhängen, ob ein drittes Quantitative Easing-Programm implementiert werde. Die extrem hohe positive Korrelation zwischen Aktienmarkt und Ölpreis lasse sich kaum mit herkömmlichen Angebot/Nachfrage-Mustern erklären, Geldpolitik dürfte mittlerweile die wichtigste Determinante sein. Laut David Rosenberg gebe es - seitdem QE vor zwei Jahren implementiert worden sei - eine 86%ige Korrelation zwischen Erweiterungen in der Bilanz der Federal Reserve und dem S&P 500 (ISIN ISIN US78378X1072/WKN A0AET0). Zudem würden Vorwahljahre eine eindeutig positive Tendenz für den US-Aktienmarkt zeigen. So belaufe sich das durchschnittliche Plus im dritten Jahr eines Präsidentschafts-Zyklus innerhalb der letzten 80 Jahre auf 18,2%. In 93% aller Fälle beendeten US-Aktien das Handelsjahr mit positiven Vorzeichen. Nachdem die Korrelation zwischen US-Aktien und Ölpreis heuer stärker denn je sei, sollte dies ein positives Umfeld für den Ölpreis bieten.
Die Analysten von Erste Group Research sind der Meinung, dass die schwelenden politischen Risiken im Ölpreis weiterhin zu gering diskontiert werden. Der Iran-Konflikt spitze sich von Tag zu Tag zu, ebenso die Lage in Libyen, dem Irak bzw. generell im Nahen Osten. Zwar seien die politischen Verhältnisse in Saudi Arabien, Oman, Bahrain und den VAE stabiler als in Ägypten, dennoch würden sie einen Dominoeffekt für möglich halten. Die latenten gesellschaftlichen Spannungen - aufgrund hoher Arbeitslosigkeit, politischer Repression, stark gestiegener Lebensmittelpreise und immer größer werdender Einkommensgefälle - sollten nicht unterschätzt werden. Der haussierende Ölpreis verstärke den Unmut zunehmend und heize die Teuerung weiter an. Gleiches gelte aber auch für zahlreiche andere Nationen (ua. China und Indien) wo sich ebenfalls bereits erste Protestbewegungen formieren würden.
Die Dynamik solcher Entwicklungen sei schwer zu prognostizieren, jedoch gehe man beim Erste Group Research nicht davon aus, dass sich die Wogen rasch glätten würden. Insofern könnte man sich vorstellen, dass der "wind of change" auch nach Saudi Arabien wehen werde. König Abdullah sei krank, sein Kronprinz sei unbeliebt. Eine Machtübergabe wäre wohl ein willkommener Anlass für Protestbewegungen. Die Arbeitslosigkeit der 20-24jährigen liege bei 42%, der soziale Sprengstoff einer solchen Tristesse sei enorm. Die jüngsten "Sozialmaßnahmen" im Ausmaß von knapp USD 40 Mrd. dürften nur kurzfristig für Beruhigung sorgen, die strukturellen Probleme würden dadurch nicht gelöst. Sollte die Produktion in Libyen bzw. Algerien nur kurzfristig ausfallen, so wäre die Reservekapazität Saudi Arabiens de facto erschöpft. Zudem sei libysches Öl schwefelärmer und leichter als saudisches Öl und könne somit keineswegs problemlos ersetzt werden.
Weiters glauben die Analysten von Erste Group Research nicht, dass Saudi Arabien ohne Weiteres die Produktion massiv erhöhen könne. Noch nie habe man mehr als 11 mb/d produziert, insofern würden es die Analysten für unwahrscheinlich halten, dass die Produktion rasch auf 12 mb/d ausgeweitet werden könne. In der jüngeren Vergangenheit seien de facto alle Produktionsziele verfehlt worden, insofern dürften die Probleme struktureller Natur sein. Auch die Blockade einer der beiden wichtigsten Nadelöhre des Öltransports - der Straßen von Hormuz und Malacca - sähen die Analysten weiterhin als Gefahr. Im Zuge eines Lieferengpasses auf einer der beiden Routen, würde der Ölpreis definitiv neue Allzeithochs markieren und vermutlich jenseits der USD 200 je Barrel handeln. Insofern sehen die Analysten von Erste Group Research das Risiko für den Ölpreis ganz klar auf der Oberseite und erhöhen die politische Prämie.
Der stark steigende Verbrauch innerhalb einiger großer Förderländer verringere die Exportquoten sukzessive. Vergleiche man die Exportquoten im Verlauf der letzten zehn Jahre, so sei ein besorgniserregender Trend zu erkennen. Zahlreiche Nationen (ua. Venezuela, Norwegen, Mexiko, UK, Argentinien, Jemen) dürften ihr Fördermaximum erreicht haben, während die Binnennachfrage steige. Die daraus resultierenden fallenden Öl-Export würden nach Meinung der Analysten ebenfalls kaum diskontiert. Generell scheine es, als ob man in einer zweistufigen Entwicklung stecke. Zu Beginn des Zyklus seien die rekordhohen Lagerbestände sukzessive abgebaut worden, nun würden die Reservekapazitäten infolge deutlich gestiegener Nachfrage sinken. Man nähere sich somit einer Entwicklung, die dem Jahre 2008 durchaus ähnle.
Der hohe Ölpreis bedeute definitiv eine Bedrohung für das Wirtschaftswachstum. Laut IEA habe der Anteil der Ausgaben für Öl in 2010 bei 4,1% des globalen BIP’s gelegen. Sollte der Preis in 2011 nachhaltig über 100 steigen, so würde sich der Wert wohl auf knapp 5% steigern, was historisch gesehen ein kritisches Niveau für die Konjunktur dargestellt habe. Bei einem Durchschnittspreis von USD 120 je Barrel Brent wären es 6% vom BIP, bei USD 150 läge der Anteil bei 7,5% vom BIP. Dies hätte eindeutig negative Auswirkungen auf die Nachfrage bzw. die Konjunktur im Allgemeinen. Deshalb glauben die Analysten von Erste Group Research nicht, dass die OPEC das konjunkturelle Pflänzchen begraben möchte und gehen davon aus, dass die Förderung drastisch erhöht wird, sobald der Preis nachhaltig über USD 100 steigen sollte. Ein Öl-Spike wie 2008 sei definitiv nicht im Sinne des Kartells.
Auf der Angebotsseite halten die Analysten von Erste Group Research Peak Oil für eine reale Bedrohung. Sie seien der Meinung, dass das globale Fördermaximum bei konventionellem Öl demnächst erreicht werden könnte. Es stehe außer Frage, dass Peak Oil mehr als reine Panikmache sei. Das Produktionsprofil einzelner Felder, Regionen und Länder habe immer die gleiche Struktur, nämlich die einer Glockenkurve. Laut Robert Hirsch hätten bereits 64 Länder nachhaltig ihr Fördermaximum erreicht. Die Tatsache, dass nun immer häufiger offizielle Institutionen wie zum Beispiel die Deutsche Bundeswehr, die Bank of England oder das amerikanische Verteidigungsministerium sich in Studien mit Peak Oil beschäftigen würden, bestätige die latente Bedrohung.
Die Analysten von Erste Group Research zeigen sich im Hinblick auf Erdgas - und hier insbesondere unkonventionellen Erdgasressourcen - langfristig klar bullish. Nachdem Erdgas aufgrund seiner chemischen Eigenschaften, Erdöl in zahlreichen Einsatzbereichen problemlos substituieren könne, würden die Analysten davon ausgehen, dass es der am schnellsten wachsende fossile Energieträger sein werde. Insofern würden sie davon ausgehen, dass es in einer Transitionsphase einen großen Anteil an Erdöl ersetzen werde müssen. Auch im Hinblick auf Umweltverschmutzung sollte Erdgas zukünftig eine größere Rolle spielen, nachdem es deutlich sauberer verbrenne als Kohle und Erdöl. Dies dürfte auch in Hinblick auf CO2-Obergrenzen zusätzliche Unterstützung für Gas bedeuten. Auf Sicht der nächsten drei bis fünf Jahre würden die Analysten Preise im Bereich von mindestens USD 7-10 erwarten, dies sollte attraktive Margen für alternative Erdgasproduzenten gewährleisten. Die Analysten von Erste Group Research zeigen sich zuversichtlich, dass der Abbau von Schiefergasvorkommen in Europa massiv an Bedeutung gewinnen wird. Insbesondere in Polen und in der Ukraine würden sie rege Explorations- und Akquisitionstätigkeiten erwarten. Insofern würden sie unkonventionelles Gas - und hier insbesondere Shale Gas - als eine der interessantesten Investmentopportunitäten im Energiebereich betrachten.
Auf der Nachfrageseite bleibe ganz klar China der treibende Faktor. Auch in 2011 sollte der chinesische Öl-Durst weiter ansteigen, allerdings mit deutlich geringerer Dynamik, nachdem die chinesische Geldpolitik zunehmend restriktiver werde. Die jüngsten Zinserhöhungen sowie die zahlreichen Aufstockungen der Mindestreserveanforderungen sollten ein "soft landing" ermöglichen, hätten bislang jedoch wenig Erfolg gehabt. 2010 sei die Geldmenge um 19,7% gestiegen, das Kreditwachstum habe bei 18% (nach 35% in 2009) gelegen. Die Analysten sähen sich aber generell im blinden Glauben an das Wachstum in den Emerging Markets vorsichtig und würden davon ausgehen, dass - zumindest kurzfristig - deutlich zuviel Wachstum eingepreist werde.
Basierend auf den Theorien der Österreichischen Schule sehen die Analysten von Erste Group Research auf kurze Sicht (sechs bis zwölf Monate) noch ein moderates Aufwärtspotenzial für Rohstoffpreise. Auf mittlere Sicht (ein bis drei Jahre) kämen sie basierend auf den Überlegungen der Österreichischen Schule jedoch zu dem Schluss, dass es ähnlich wie in 2008 zu einem massiven Rückschlag bei Rohstoffpreisen kommen werde. Wesentlicher Grund dafür sei der Umstand, dass die geldpolitischen Maßnahmen, die in 2008 und 2009 ergriffen worden seien, ziemlich genau jenen Maßnahmen entsprechen würden, die bereits in 2001 und 2002 nach dem dot.com Crash ergriffen worden sei und letztlich die Saat für die Finanzkrise 2007 und 2008 gewesen seien.
Im Vergleich zum S&P 500, dem Öl&Gas-Branchenindex, Erdgas, dem verfügbaren Einkommen sowie Immobilien sei Öl derzeit teuer bewertet. Nachdem allerdings noch keine Extremwerte erreicht seien, würden die Analysten mit einer (kurzen) Fortsetzung dieses Trends rechnen. Aus technischer Sicht stimme sie die CoT-Positionierung pessimistisch. Saisonalität und Sentiment gäben hingegen positive Signale.
Die Analysten sähen somit überwiegend Aufwärtsrisiken für den Ölpreis. Selbst wenn der Markt derzeit noch ausreichend versorgt sei, würden sie denken, dass sich der revolutionäre Flächenbrand weiter ausbreiten werde und den Ölpreis auf neue Höchststände hieven könnte. Aus technischen und taktischen Überlegungen würden sie somit mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends zumindest im 1. Halbjahr rechnen und neue Allzeithochs für möglich halten. Auf Jahressicht rechnen die Analysten von Erste Group Research mit einem durchschnittlichen Preis von USD 124 bei Brent. (Spezial Report Öl, März 2011) (10.03.2011/ac/a/m)
Die künstlich herbeigeführte Prosperität sollte nicht mit gesundem, realem Wachstum verwechselt werden. Insofern dürfte die weitere Entwicklung des Ölpreises auch stark davon abhängen, ob ein drittes Quantitative Easing-Programm implementiert werde. Die extrem hohe positive Korrelation zwischen Aktienmarkt und Ölpreis lasse sich kaum mit herkömmlichen Angebot/Nachfrage-Mustern erklären, Geldpolitik dürfte mittlerweile die wichtigste Determinante sein. Laut David Rosenberg gebe es - seitdem QE vor zwei Jahren implementiert worden sei - eine 86%ige Korrelation zwischen Erweiterungen in der Bilanz der Federal Reserve und dem S&P 500 (ISIN ISIN US78378X1072/WKN A0AET0). Zudem würden Vorwahljahre eine eindeutig positive Tendenz für den US-Aktienmarkt zeigen. So belaufe sich das durchschnittliche Plus im dritten Jahr eines Präsidentschafts-Zyklus innerhalb der letzten 80 Jahre auf 18,2%. In 93% aller Fälle beendeten US-Aktien das Handelsjahr mit positiven Vorzeichen. Nachdem die Korrelation zwischen US-Aktien und Ölpreis heuer stärker denn je sei, sollte dies ein positives Umfeld für den Ölpreis bieten.
Die Analysten von Erste Group Research sind der Meinung, dass die schwelenden politischen Risiken im Ölpreis weiterhin zu gering diskontiert werden. Der Iran-Konflikt spitze sich von Tag zu Tag zu, ebenso die Lage in Libyen, dem Irak bzw. generell im Nahen Osten. Zwar seien die politischen Verhältnisse in Saudi Arabien, Oman, Bahrain und den VAE stabiler als in Ägypten, dennoch würden sie einen Dominoeffekt für möglich halten. Die latenten gesellschaftlichen Spannungen - aufgrund hoher Arbeitslosigkeit, politischer Repression, stark gestiegener Lebensmittelpreise und immer größer werdender Einkommensgefälle - sollten nicht unterschätzt werden. Der haussierende Ölpreis verstärke den Unmut zunehmend und heize die Teuerung weiter an. Gleiches gelte aber auch für zahlreiche andere Nationen (ua. China und Indien) wo sich ebenfalls bereits erste Protestbewegungen formieren würden.
Die Dynamik solcher Entwicklungen sei schwer zu prognostizieren, jedoch gehe man beim Erste Group Research nicht davon aus, dass sich die Wogen rasch glätten würden. Insofern könnte man sich vorstellen, dass der "wind of change" auch nach Saudi Arabien wehen werde. König Abdullah sei krank, sein Kronprinz sei unbeliebt. Eine Machtübergabe wäre wohl ein willkommener Anlass für Protestbewegungen. Die Arbeitslosigkeit der 20-24jährigen liege bei 42%, der soziale Sprengstoff einer solchen Tristesse sei enorm. Die jüngsten "Sozialmaßnahmen" im Ausmaß von knapp USD 40 Mrd. dürften nur kurzfristig für Beruhigung sorgen, die strukturellen Probleme würden dadurch nicht gelöst. Sollte die Produktion in Libyen bzw. Algerien nur kurzfristig ausfallen, so wäre die Reservekapazität Saudi Arabiens de facto erschöpft. Zudem sei libysches Öl schwefelärmer und leichter als saudisches Öl und könne somit keineswegs problemlos ersetzt werden.
Weiters glauben die Analysten von Erste Group Research nicht, dass Saudi Arabien ohne Weiteres die Produktion massiv erhöhen könne. Noch nie habe man mehr als 11 mb/d produziert, insofern würden es die Analysten für unwahrscheinlich halten, dass die Produktion rasch auf 12 mb/d ausgeweitet werden könne. In der jüngeren Vergangenheit seien de facto alle Produktionsziele verfehlt worden, insofern dürften die Probleme struktureller Natur sein. Auch die Blockade einer der beiden wichtigsten Nadelöhre des Öltransports - der Straßen von Hormuz und Malacca - sähen die Analysten weiterhin als Gefahr. Im Zuge eines Lieferengpasses auf einer der beiden Routen, würde der Ölpreis definitiv neue Allzeithochs markieren und vermutlich jenseits der USD 200 je Barrel handeln. Insofern sehen die Analysten von Erste Group Research das Risiko für den Ölpreis ganz klar auf der Oberseite und erhöhen die politische Prämie.
Der stark steigende Verbrauch innerhalb einiger großer Förderländer verringere die Exportquoten sukzessive. Vergleiche man die Exportquoten im Verlauf der letzten zehn Jahre, so sei ein besorgniserregender Trend zu erkennen. Zahlreiche Nationen (ua. Venezuela, Norwegen, Mexiko, UK, Argentinien, Jemen) dürften ihr Fördermaximum erreicht haben, während die Binnennachfrage steige. Die daraus resultierenden fallenden Öl-Export würden nach Meinung der Analysten ebenfalls kaum diskontiert. Generell scheine es, als ob man in einer zweistufigen Entwicklung stecke. Zu Beginn des Zyklus seien die rekordhohen Lagerbestände sukzessive abgebaut worden, nun würden die Reservekapazitäten infolge deutlich gestiegener Nachfrage sinken. Man nähere sich somit einer Entwicklung, die dem Jahre 2008 durchaus ähnle.
Auf der Angebotsseite halten die Analysten von Erste Group Research Peak Oil für eine reale Bedrohung. Sie seien der Meinung, dass das globale Fördermaximum bei konventionellem Öl demnächst erreicht werden könnte. Es stehe außer Frage, dass Peak Oil mehr als reine Panikmache sei. Das Produktionsprofil einzelner Felder, Regionen und Länder habe immer die gleiche Struktur, nämlich die einer Glockenkurve. Laut Robert Hirsch hätten bereits 64 Länder nachhaltig ihr Fördermaximum erreicht. Die Tatsache, dass nun immer häufiger offizielle Institutionen wie zum Beispiel die Deutsche Bundeswehr, die Bank of England oder das amerikanische Verteidigungsministerium sich in Studien mit Peak Oil beschäftigen würden, bestätige die latente Bedrohung.
Die Analysten von Erste Group Research zeigen sich im Hinblick auf Erdgas - und hier insbesondere unkonventionellen Erdgasressourcen - langfristig klar bullish. Nachdem Erdgas aufgrund seiner chemischen Eigenschaften, Erdöl in zahlreichen Einsatzbereichen problemlos substituieren könne, würden die Analysten davon ausgehen, dass es der am schnellsten wachsende fossile Energieträger sein werde. Insofern würden sie davon ausgehen, dass es in einer Transitionsphase einen großen Anteil an Erdöl ersetzen werde müssen. Auch im Hinblick auf Umweltverschmutzung sollte Erdgas zukünftig eine größere Rolle spielen, nachdem es deutlich sauberer verbrenne als Kohle und Erdöl. Dies dürfte auch in Hinblick auf CO2-Obergrenzen zusätzliche Unterstützung für Gas bedeuten. Auf Sicht der nächsten drei bis fünf Jahre würden die Analysten Preise im Bereich von mindestens USD 7-10 erwarten, dies sollte attraktive Margen für alternative Erdgasproduzenten gewährleisten. Die Analysten von Erste Group Research zeigen sich zuversichtlich, dass der Abbau von Schiefergasvorkommen in Europa massiv an Bedeutung gewinnen wird. Insbesondere in Polen und in der Ukraine würden sie rege Explorations- und Akquisitionstätigkeiten erwarten. Insofern würden sie unkonventionelles Gas - und hier insbesondere Shale Gas - als eine der interessantesten Investmentopportunitäten im Energiebereich betrachten.
Auf der Nachfrageseite bleibe ganz klar China der treibende Faktor. Auch in 2011 sollte der chinesische Öl-Durst weiter ansteigen, allerdings mit deutlich geringerer Dynamik, nachdem die chinesische Geldpolitik zunehmend restriktiver werde. Die jüngsten Zinserhöhungen sowie die zahlreichen Aufstockungen der Mindestreserveanforderungen sollten ein "soft landing" ermöglichen, hätten bislang jedoch wenig Erfolg gehabt. 2010 sei die Geldmenge um 19,7% gestiegen, das Kreditwachstum habe bei 18% (nach 35% in 2009) gelegen. Die Analysten sähen sich aber generell im blinden Glauben an das Wachstum in den Emerging Markets vorsichtig und würden davon ausgehen, dass - zumindest kurzfristig - deutlich zuviel Wachstum eingepreist werde.
Basierend auf den Theorien der Österreichischen Schule sehen die Analysten von Erste Group Research auf kurze Sicht (sechs bis zwölf Monate) noch ein moderates Aufwärtspotenzial für Rohstoffpreise. Auf mittlere Sicht (ein bis drei Jahre) kämen sie basierend auf den Überlegungen der Österreichischen Schule jedoch zu dem Schluss, dass es ähnlich wie in 2008 zu einem massiven Rückschlag bei Rohstoffpreisen kommen werde. Wesentlicher Grund dafür sei der Umstand, dass die geldpolitischen Maßnahmen, die in 2008 und 2009 ergriffen worden seien, ziemlich genau jenen Maßnahmen entsprechen würden, die bereits in 2001 und 2002 nach dem dot.com Crash ergriffen worden sei und letztlich die Saat für die Finanzkrise 2007 und 2008 gewesen seien.
Im Vergleich zum S&P 500, dem Öl&Gas-Branchenindex, Erdgas, dem verfügbaren Einkommen sowie Immobilien sei Öl derzeit teuer bewertet. Nachdem allerdings noch keine Extremwerte erreicht seien, würden die Analysten mit einer (kurzen) Fortsetzung dieses Trends rechnen. Aus technischer Sicht stimme sie die CoT-Positionierung pessimistisch. Saisonalität und Sentiment gäben hingegen positive Signale.
Die Analysten sähen somit überwiegend Aufwärtsrisiken für den Ölpreis. Selbst wenn der Markt derzeit noch ausreichend versorgt sei, würden sie denken, dass sich der revolutionäre Flächenbrand weiter ausbreiten werde und den Ölpreis auf neue Höchststände hieven könnte. Aus technischen und taktischen Überlegungen würden sie somit mit einer Fortsetzung des Aufwärtstrends zumindest im 1. Halbjahr rechnen und neue Allzeithochs für möglich halten. Auf Jahressicht rechnen die Analysten von Erste Group Research mit einem durchschnittlichen Preis von USD 124 bei Brent. (Spezial Report Öl, März 2011) (10.03.2011/ac/a/m)
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