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Der Ölpreis fällt - na und?


23.03.17 13:49
M&G Investments

London (www.fondscheck.de) - Interessiert sich noch irgendjemand für den Ölpreis? Im aktuellen Nachrichtenwirbel rund um Donald Trumps letzte Tweets, Zinserhöhungen in den USA und Wahlen in Europa fällt kaum auf, dass die Weltmarktpreise für Öl seit Anfang März um fast 10 Prozent gesunken sind, so die Experten von M&G Investments.

Vor einem Jahr wäre dies noch ein echter Aufreger gewesen.

Juan Nevado, Fondsmanager im Multi-Asset-Team bei M&G Investments, beobachte zurzeit eine gewisse Apathie an den Finanzmärkten. "Anfang 2016 war eher das Gegenteil der Fall. Die Korrelation zwischen der Ölpreisentwicklung und Finanzanlagen war so hoch, dass man vom Preisverlauf bei Öl direkt auf den Tagestrend bei Aktien und Anleihen schließen konnte", sage der Experte. Zuletzt hätten die Märkte jedoch kaum noch auf die niedrigeren Energiekosten reagiert. Aus Nevados Sicht illustriere dies beispielhaft, wie einzelne Themen phasenweise die volle Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf sich ziehen könnten - um dann für den nächsten Trend fallengelassen zu werden.

Für Anleger sei diese Fokussierung auf Einzelfragen eine gefährliche Vereinfachung der Finanzmärkte und wirtschaftlichen Zusammenhänge, meine Nevado. Im Bewusstsein eines breiten wirtschaftlichen Aufschwungs hätten die Märkte derzeit kaum noch auf den Ölpreissturz reagiert. Zu Beginn des letzten Jahres sei dieselbe Situation jedoch als Vorzeichen einer möglichen weltweiten Rezession gesehen worden. "Dasselbe Muster könnte sich jetzt bei der Debatte um Trumps Konjunkturmaßnahmen oder den Brexit wiederholen", erwarte Juan Nevado. Obwohl solche "Schlüsselthemen" die Kurse kurzfristig durchaus stark beeinflussen könnten, würde sich auf lange Sicht die fundamentale Bewertung einer Anlage durchsetzen. Daher sollten sich Anleger lieber darauf konzentrieren. (23.03.2017/fc/a/m)