Nachhaltige Fonds: Der Vorsprung zeigt sich auf lange Sicht - Fondsanalyse


12.06.25 11:00
Swisscanto

Zürich (www.fondscheck.de) - Politische Börsen haben kurze Beine, lautet ein Anlegersprichwort, doch die Veränderungen der geopolitischen Lage, zumal seit dem Regierungswechsel in den USA, halten die Finanzmärkte nun schon seit Monaten im Griff, so Fabio Pellizzari, Leiter Sustainability für Swisscanto LUX Fondslösungen von Swisscanto.

Von den Turbulenzen waren und sind auch Investments in Unternehmen betroffen, die mit ihren Produkten und Dienstleistungen bestrebt sind zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen und in ihrem Geschäft die Kriterien Umwelt, Gesellschaft und gute Unternehmensführung (ESG) berücksichtigen, so die Experten von Swisscanto. In vielen Fällen hätten sie zeitweilige Bewertungsrückgänge erlitten. Das habe sich teils auch bei nachhaltigen Anlagestrategien bemerkbar gemacht.

In der Folge sei eine altbekannte Diskussion neu angefacht worden: nämlich um die Frage, wie Ansprüche an die Nachhaltigkeit und eine vernünftige Anlagerendite zusammengehen würden. Insbesondere die jüngsten Kursgewinne von Unternehmen der Öl- und Gasbranche oder des Rüstungssektors würden Befürchtungen nähren, wonach nachhaltiges Investieren zulasten der Performance gehen könnte. Auch im Angebot von Swisscanto seien diese Sektoren teils von Ausschlüssen betroffen. Allerdings: Ungeachtet kurzfristiger Marktreaktionen seien die langfristigen Risiken, die mit einer nachhaltigen Entwicklung angegangen werden sollten, weiterhin vorhanden. Beispielsweise der durch den Ausstoß von Treibhausgasen verursachte Klimawandel oder der Ressourcenverschleiß der Wegwerfgesellschaft.

Doch solche Langfrist-Risiken würden auch Chancen bieten - denn Lösungsansätze zu ihrer Bewältigung könnten über Dekaden hinweg Wachstum bieten. Investments in auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Unternehmen sollten dazu allerdings ebenfalls auf einen längerfristigen Zeithorizont ausgerichtet sein. Nach Meinung der Experten von Swisscanto sei die "Renditefrage" für nachhaltige Anlagen deshalb anders zu stellen. Sie müsse lauten: Wie würden nachhaltige Investments mittel- und langfristig gegenüber konventionellen Anlagen abschneiden?

Als Asset Manager mit fast drei Jahrzehnten Erfahrung mit nachhaltigen Anlagen seien die Experten von Swisscanto der festen Überzeugung, dass nachhaltig handelnde Unternehmen und Länder auf Dauer Wettbewerbsvorteile genießen würden. Dies, weil sie relevante gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen erfolgreicher in ihre Strategien einbinden könnten. Sie würden dabei ihre Innovationskraft nutzen, um umwelt- und sozialverträgliche Produkte oder Dienstleistungen zu schaffen. Als Kontrapunkt spannend sei hier der Blick auf die beiden eingangs erwähnten Wirtschaftssektoren, deren Produkte und Dienstleistungen gemeinhin als wenig nachhaltig gelten würden: Die Öl- und Gasindustrie sowie die Hersteller von Rüstungs- und Kriegstechnik.

So habe zwar US-Präsident Donald Trump mit der Ansage "Drill baby, drill" eine goldene Zukunft für fossile Energieträger versprochen. Die Vergangenheit lehrte uns aber etwas anderes: Gemessen an der Bruttorendite lag die im MSCI World Energy Sector abgebildete Branche über die vergangenen drei Jahre betrachtet im Schnitt jährlich 5,3% hinter dem Weltaktienindex MSCI World zurück, so die Experten von Swisscanto. Über die vergangenen zehn Jahre ergebe sich gar ein Rückstand von jährlich 6%. Im Umkehrschluss bedeute dies, dass ein Untergewicht des Sektors ein entsprechende Outperformance zum Weltaktienindex zu erzielen gewesen sei.

Und dies, obwohl die Branche laut dem Weltwährungsfonds IMF in den vergangenen zehn Jahren von geschätzt USD 7 Billionen an Staatsgeldern profitiert habe. Der Ölpreis von USD 50 je Fass, der Trump in seiner Vision vorschwebe, würde weitere, massive Subventionen bedingen. Denn derzeit liege der Breakeven-Preis für US-Energiekonzerne laut Dallas FED bei minimal USD 61 je Fass.

Der Blick zurück zeige weiter, dass bis zum Ausbruch des Ukraine-Kriegs der Ausschluss von Herstellern von Kriegsmaterial in einem globalen Aktienportfolio keinen Einfluss gehabt habe (+0,01% positiven Beitrag pro Jahr). Zwar hätten europäische Rüstungsunternehmen seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs deutlich zugelegt. Gegenüber dem MSCI Europe habe der Ausschluss von Rüstungsherstellern zu einer annualisierten negativen Performance von -0,60% geführt. In der Periode von 2014 bis Mitte März 2025 sei der Performance-Impact in einem global Aktienmarkportfolio mit -0,04% jährlich immer noch marginal gewesen.

Vorausschauend könnte gerade in Europa der politische Druck zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben der Branche längerfristig zugutekommen. Aus Anlagesicht bestünden aber auch Risiken. So werde etwa die geplante Aufrüstung in Europa hauptsächlich durch staatliche Budgets finanziert. Fraglich sei deshalb, inwieweit der Privatsektor langfristig profitieren könne, insbesondere wenn sich die geopolitische Lage stabilisieren sollte.

Das führe zurück zur Frage nach der langfristigen Rendite von nachhaltigen Anlagen. Aus Sicht der Experten von Swisscanto sei bei absoluten Antworten Vorsicht geboten. Dies, da die Treiber für die relative Performance oftmals vielfältig seien. Gesichert sei aber, dass der Fragestellung schon seit Jahren auf großes Interesse bei Wissenschaft und Marktforschung stoße. Bereits im Jahr 2015 habe eine im "Journal of Sustainable Finance & Investment" publizierte Metastudie nicht weniger als 2.200 empirische Untersuchungen zur Wirkung von angewandten ESG-Kriterien auf die finanzielle Performance von Unternehmen ermittelt. Der Befund: Eine überwiegende Anzahl der Untersuchungen habe einen positiven Einfluss festgestellt. Ebenfalls habe die Metastudie gezeigt, dass sich der positive Beitrag seit 1990 stabil entwickelt habe.

Trotz aller Studien bleibe "Nachhaltig" ein dehnbarer Begriff. Die Experten von Swisscanto würden dieser Unschärfe mit einer klaren Methodik und mit Transparenz begegnen. So habe man einen eigenständigen systematischen Nachhaltigkeits-Ansatz entwickelt, auf den sich unseren aktive und passiven Swisscanto Anlagelösungen der Ausprägungen "Committed" und "Sustainable" abstützen würden.

Dass sich die konsequente Anwendung unserer nachhaltigen Methodik für Anlegerinnen und Anleger auszahlen kann, zeigen zwei Beispiele, so die Experten von Swisscanto. Der nachhaltige Equity Fund Sustainable habe ausgehend von seiner Bruttorendite seine Benchmark über fünf Jahre um 1,55 und über zehn Jahre um rund 1,46 Prozentpunkte pro Jahr geschlagen. Beim Portfolio Fund Sustainable Balanced betrage der Vorsprung zur Benchmark über fünf Jahre brutto 0,79% und 0,56% über zehn Jahre. Wenigstens in diesem Fall also eine klare Antwort auf die Frage, ob nachhaltige Investments mittel- und langfristig besser als konventionelle Anlagen abschneiden würden. (12.06.2025/fc/a/f)





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