NORDRENT-RealReturn im Fokus


18.01.06 10:34
Nordinvest

Im vergangenen Jahr gelangte mit der Inflation ein lang verdrängtes Thema wieder in das Bewusstsein der Märkte, so die Experten von Nordinvest in ihrem aktuellen Fondskommentar zum NORDRENT-RealReturn Fonds (ISIN DE0007012882 / WKN 701288).

Der allgemeine Rohstoffpreisanstieg - insbesondere die dramatische Bewegung bei Rohöl - habe im Jahresverlauf einen deutlichen Schub bei den Teuerungsraten ausgelöst. So hätten die USA im September mit einer Rate von 4,7% den höchsten Anstieg beim umfassenden Preisindex verzeichnet. In diesem Zusammenhang seien auch die Lebenshaltungskosten im Euroraum in der Spitze auf 2,6% gestiegen und hätten damit deutlich über dem Zielkorridor der Europäischen Zentralbank (EZB) gelegen.

Die erhöhten Inflationsgefahren hätten sich allerdings noch nicht nachhaltig in deutlich höheren Kapitalmarktzinsen niedergeschlagen. Zwar hätten die hohen Preissteigerungsraten für zwischenzeitliche Turbulenzen an den Rentenmärkten gesorgt, die sich in spürbaren Kursverlusten - auch bei langlaufenden inflationsgeschützten Anleihen - widerspiegelt hätten. Angesichts der hohen Duration inflationsgeschützter Anleihen sei das Zinsänderungsrisiko des Fonds durch ein dynamisches Management in engen Grenzen gehalten worden. Deshalb seien die Kursabschläge beim NORDINVEST-RealReturn von den Mitte September erreichten Höchstständen im Vergleich zum Gesamtmarkt und den meisten, entsprechenden Vergleichsfonds wesentlich geringer ausgefallen.

Im weiteren Verlauf seien die Inflationsbefürchtungen angesichts der niedrigen Kernteuerungsraten (ohne die volatilen Komponenten Energie und Nahrungsmittel) wieder abgeebbt. Vor diesem Hintergrund hätten Rentenfonds mit Inflationsschutz ihre Stärken im vergangenen Jahr noch nicht voll ausspielen können.

Das Jahr 2005 habe gezeigt, wie schnell der Wind an der Inflationsfront drehen könne. Für Investoren am Rentenmarkt würden plötzliche Inflationsschübe bzw. aufkeimende Preissteigerungsbefürchtungen vor dem Hintergrund des anhaltend niedrigen Zinsniveaus ein großes Risiko darstellen. Derzeit würden inflationsgeschützte Anleihen im Euroland mit Blick auf die relativ niedrig eingepreisten Preissteigerungserwartungen von knapp 2% eine attraktive Bewertung aufweisen. Insbesondere im Hinblick möglicher, langfristiger Inflationsgefahren und daraus resultierender Substanzverluste würden sich die derzeitigen Niveaus zum Einstieg anbieten.

Das Inflationsrisiko gewinne für Privatinvestoren angesichts der steigenden Bedeutung der Altersvorsorge sowie dem anhaltenden Phänomen der Überalterung der Gesellschaft weiter an Bedeutung. In diesem Zusammenhang würden auch institutionelle Investoren, deren Verpflichtungen bzw. Verbindlichkeiten verstärkt an die Preisentwicklung gekoppelt seien, einen wachsenden Bedarf an inflationsgeschützten Anlagen entwickeln.

Die deutsche Finanzagentur habe Ende 2005 angekündigt, in diesem Jahr die erste inflationsgebundene Anleihe begeben zu wollen. Deutschland reihe sich damit endlich in die Riege europäischer Länder wie Großbritannien, Frankreich, Italien und Griechenland ein, die bereits derartige Papiere begeben hätten. Dieser Schritt dürfte bei internationalen Investoren auf sehr großes Interesse stoßen und die allgemeine Thematik "Inflationschutz" einem breiteren Publikum nahe bringen.