Erweiterte Funktionen
Multi-Asset-Fonds: Multi-Asset vor der Renaissance
19.10.22 11:30
Fisch Asset Management
Zürich (www.fondscheck.de) - In der Normalisierungsphase nach der Pandemie gerieten Angebot und Nachfrage an Gütern und Dienstleistungen aus dem Gleichgewicht, so Dr. Torsten von Bartenwerffer, Co-Head Multi Asset Solutions bei Fisch Asset Management in Zürich.
Steigende Preise seien das daraus folgende Symptom, zu viel Liquidität auf der Jagd nach zu wenigen Waren und Dienstleistungen die Ursache. Geopolitische Ereignisse und energiepolitische Abhängigkeiten hätten nicht geholfen: Die Inflation sei sprunghaft angestiegen. Mittlerweile sei klar, dass die Zentralbanken die Zinsen zwar nicht erhöhen wollten, aber sie seien dazu gezwungen. Jahrelang herbeigewünscht trifft uns nun eine heftige Inflationsepisode, so die Experten von Fisch Asset Management. Zuerst als 'vorübergehend' abgetan, sei durch aggressive Rhetorik versucht worden, Zeit zu gewinnen. Inzwischen seien Zinserhöhungen an der Tagesordnung.
Wenn die Liquidität aus dem Markt genommen werde, seien alle Anlageklassen automatisch überkauft. Multi-Asset-Anlagen würden aus diesem Grund - zumindest kurzfristig - ihre inhärenten Diversifikationseigenschaften verlieren. Was man in den vergangenen Monaten gesehen habe, sei der 'Liquidations-Trade' der Multi-Asset-Anlagen gewesen, die sich nun aber wieder in einer guten Ausgangsposition befinden würden. Diversifikation funktioniere zukünftig wieder. Höhere Zinsen würden höhere Renditen und auch ein besseres Diversifikationspotenzial bei sicheren Anlagen bedeuten: Die Zinsen hätten in Krisenzeiten wieder die Möglichkeit zu fallen. Waren die Renditen, gemessen an Wirtschaftswachstum und Inflationserwartungen, vor Monaten noch viel zu niedrig, so sind wir inzwischen wieder auf 'fairen' Niveaus, so die Experten von Fisch Asset Management.
Letztlich werde die aktuelle Marktphase mit hoher Inflation und steigenden Zinsen zu Ende gehen und in eine Phase mit hoher, aber langsam zurückgehender Inflation übergehen. Die Sektoren, welche in den letzten zwei Jahren am meisten gelitten hätten, könnten daher die Gewinner von morgen sein. Lohne sich also der Einstieg in Multi-Asset-Fonds? Mit der Aussicht auf fallende Inflation und damit mehr Spielraum für Wirtschaft und Zentralbanken, attraktiven Anleihen und gleichzeitig einer mit Unsicherheiten behafteten gesamtwirtschaftlichen Zukunft werde Diversifikation wieder interessant. Für Multi-Asset sei dies insbesondere dann der Fall, wenn Anlageklassen mit Konvexität eingesetzt würden, beispielsweise Wandelanleihen.
Aus Sicht der Experten müssten drei Dinge für einen erfolgreichen Multi-Asset-Ansatz zusammenkommen: Erstens eine stabile strategische Asset Allokation, die im Sinne eines ausbalancierten Portfolios die Grundlage für ein langfristiges Abschöpfen der Risikoprämien gewährleiste. Zweitens ein aktives Management, welches die zukünftigen Inflations- und Konjunkturzyklen erfolgreich navigiere. Drittens der Einbezug von Konvexität in der Struktur des Portfolios, denn Anleger würden sich auf häufigere Marktverwerfungen und Krisen in der Post-Pandemiezeit einstellen müssen. Somit ergebe sich vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit und aus der Kombination höherer Zinsen und Anleiherenditen mit mittelfristig wieder zurückgehender Inflation ein Umfeld, in dem sich Diversifikation auszahlen sollte. Dabei hätten gerade die in den vergangenen zwei Jahren stark abgestraften Sektoren Aufholpotenzial und Multi-Asset-Fonds damit wieder an Attraktivität gewonnen. (19.10.2022/fc/a/f)
Steigende Preise seien das daraus folgende Symptom, zu viel Liquidität auf der Jagd nach zu wenigen Waren und Dienstleistungen die Ursache. Geopolitische Ereignisse und energiepolitische Abhängigkeiten hätten nicht geholfen: Die Inflation sei sprunghaft angestiegen. Mittlerweile sei klar, dass die Zentralbanken die Zinsen zwar nicht erhöhen wollten, aber sie seien dazu gezwungen. Jahrelang herbeigewünscht trifft uns nun eine heftige Inflationsepisode, so die Experten von Fisch Asset Management. Zuerst als 'vorübergehend' abgetan, sei durch aggressive Rhetorik versucht worden, Zeit zu gewinnen. Inzwischen seien Zinserhöhungen an der Tagesordnung.
Letztlich werde die aktuelle Marktphase mit hoher Inflation und steigenden Zinsen zu Ende gehen und in eine Phase mit hoher, aber langsam zurückgehender Inflation übergehen. Die Sektoren, welche in den letzten zwei Jahren am meisten gelitten hätten, könnten daher die Gewinner von morgen sein. Lohne sich also der Einstieg in Multi-Asset-Fonds? Mit der Aussicht auf fallende Inflation und damit mehr Spielraum für Wirtschaft und Zentralbanken, attraktiven Anleihen und gleichzeitig einer mit Unsicherheiten behafteten gesamtwirtschaftlichen Zukunft werde Diversifikation wieder interessant. Für Multi-Asset sei dies insbesondere dann der Fall, wenn Anlageklassen mit Konvexität eingesetzt würden, beispielsweise Wandelanleihen.
Aus Sicht der Experten müssten drei Dinge für einen erfolgreichen Multi-Asset-Ansatz zusammenkommen: Erstens eine stabile strategische Asset Allokation, die im Sinne eines ausbalancierten Portfolios die Grundlage für ein langfristiges Abschöpfen der Risikoprämien gewährleiste. Zweitens ein aktives Management, welches die zukünftigen Inflations- und Konjunkturzyklen erfolgreich navigiere. Drittens der Einbezug von Konvexität in der Struktur des Portfolios, denn Anleger würden sich auf häufigere Marktverwerfungen und Krisen in der Post-Pandemiezeit einstellen müssen. Somit ergebe sich vor dem Hintergrund anhaltender Unsicherheit und aus der Kombination höherer Zinsen und Anleiherenditen mit mittelfristig wieder zurückgehender Inflation ein Umfeld, in dem sich Diversifikation auszahlen sollte. Dabei hätten gerade die in den vergangenen zwei Jahren stark abgestraften Sektoren Aufholpotenzial und Multi-Asset-Fonds damit wieder an Attraktivität gewonnen. (19.10.2022/fc/a/f)


