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Mündete US-Immobilienkrise in eine Rezession?


18.04.08 11:48
Swiss Life

Zürich (aktiencheck.de AG) - Die kommenden Wochen werden Gewissheit darüber bringen, ob die Immobilienkrise in den USA tatsächlich in eine Rezession mündete und auch darüber, wie stark die übrigen Regionen von der Verlangsamung betroffen sind, so die Experten von Swiss Life.

Man kann die aktuelle Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten dahingehend interpretieren, dass das Schlimmste nun hinter uns liege, so die Experten von Swiss Life. Dazu beigetragen hätten auch die jüngsten Maßnahmen der amerikanischen Notenbank. Es scheine klar, dass die Zentralbanken selbst zu unorthodoxen Maßnahmen zur Stabilisierung des Finanzsystems bereit seien. Trotz nach wie vor negativen Meldungen aus dem amerikanischen Immobilienmarkt sei in den jüngsten Wochen unter den Geschäftsbanken eine Zunahme der Kreditvergabe an die Privathaushalte zu beobachten gewesen.

Voraussetzung für eine nachhaltige Erholung an den Aktienmärkten bleibe die Rückkehr des Vertrauens der Geschäftsbanken untereinander. Eine solche Entwicklung ließe sich in den USA an einem Rückgang des so genannten Ted-Spread, also der zurzeit unüblich hohen Differenz zwischen dem Zinssatz im Verkehr der Geschäftsbanken und jenem auf risikofreien kurzfristigen Schuldverschreibungen des amerikanischen Schatzamtes, ablesen. Dies wäre ein Hinweis darauf, dass die Abschreibungswelle zu einem Ende komme. Die Binnennachfrage in den USA werde im Verlaufe der kommenden Monate durch das verabschiedete Konjunkturpaket willkommene Impulse erfahren. Die Steuergeschenke an die Privathaushalte seien umso wichtiger, als dass die hohen Energiepreise deren verfügbares Einkommen zusätzlich belasten würden.

Die Energiepreise stünden auch hinter dem markanten Anstieg der Teuerung auf Konsumentenstufe. Zusammen mit der Einschätzung, dass die geldpolitischen Maßnahmen in der Tendenz inflationär wirken könnten, dürfte die Angst um einen weiteren Inflationsschub die Märkte in den nächsten Monaten zunehmend beherrschen. Unter diesen Annahmen könnte der Anstieg der Langfristzinsen in den kommenden Wochen zwischenzeitlich stärker ausfallen, als dies aufgrund der Umschichtungen aus risikofreien Anlagen in Aktien ohnehin zu erwarten wäre. (Ausgabe 1. Quartal 2008) (18.04.2008/fc/a/m)