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Modethema Chinafonds
03.12.04 16:33
Morningstar
Als chinesische Aktien in 2003 einen Höhenflug erlebten, ließen entsprechende Fondsneuauflagen nicht lange auf sich warten, so die Experten von "Morningstar".
2004 sei bisher eher ernüchternd gewesen. Ein klassischer Fall von übertriebenen Erwartungen oder doch ein lohnendes Langfristinvestment?
Der Aufstieg Chinas zum wirtschaftlichen Riesen scheine unaufhaltsam. Auf einige Stolpersteine auf dem Weg dorthin sollte man aber gefasst sein, dafür dürften nicht zuletzt das mit faulen Krediten belastete Bankensystem, die zahlreichen maroden Staatsbetriebe, die Überinvestition in vielen Branchen (Automobile, Immobilien, Aluminium, Stahl) oder auch soziale Spannungen sorgen.
Wer als Anleger auf den Zug aufspringen möchte, brauche folglich einen langen Atem und die entsprechende Portion Risikobereitschaft, insbesondere bei reinen Chinafonds. Wer diese nicht mitbringe, sollte eher auf breite Asienfonds ausweichen.
Im letzten Jahr seien etwa 10 neue Fonds zum Thema "China“ aufgelegt worden. Hinter diesem Etikett könnten sich recht unterschiedliche Konzepte verbergen. Neben China-Länderfonds gebe es auch solche, die über die weitere Region um China diversifizieren würden und zusätzlich Unternehmen aus Hong Kong und Taiwan erwerben könnten. Meist würden sie die Bezeichnung "Greater China“ im Namen führen, seien teilweise aber auch nicht auf den ersten Blick erkennbar, so z.B. der Templeton China Fund oder der ABN Amro China Equity Fund (ISIN LU0056994014 / WKN 974393).
Im Allgemeinen würden die Fondsmanager bevorzugt auf die in Hong Kong notierten, liquiden H-Shares oder die Red Chips zurückgreifen, die angesichts der strengeren Regulierung eine höhere Transparenz aufweisen würden als die eher undurchsichtigen chinesischen Märkte für A- und B-Aktien.
Der Comgest Growth Greater China investiere in China, Hong Kong und Taiwan. Die Betonung liege hier auf der Einzeltitelwahl, volkswirtschaftliche Überlegungen seien nebensächlich. Fondsmanagerin Yoon Lai Choo bevorzuge Unternehmen, die in ihrem Sektor Marktführer seien und über stabiles und gut vorhersehbares Gewinnwachstum verfügen würden. Sie meide zyklische Werte und sei im Kategorievergleich nur unterdurchschnittlich in Unternehmen der Informationstechnologie investiert. Schwergewichte im Portfolio seien dagegen Versorger, Industriewerte und Verbraucherdienste wie Einzelhandel. In der "Morningstar Style Box" finde sich dieser Fonds in der Wachstumsbox wieder. Die Fondsmanagerin beschränke sich auf derzeit 33 Titel, die langfristig gehalten würden. Die Konzentration in den Top 10 betrage 40%, was im Vergleich zu den übrigen Greater China-Fonds eher am oberen Ende der Bandbreite liege. Neben der reinen Wertentwicklung, mit der der Comgest Growth Greater China in seiner Vergleichsgruppe über 3 Jahre vorne liege, spreche auch die relativ geringe Volatilität in diesem Zeitraum für diesen Fonds.
Das mit Abstand höchste Fondsvermögen in der Vergleichsgruppe, 1,4 Mrd. US-Dollar, weise der HSBC Chinese Equity auf. Hier sei der Chinabezug stärker ausgeprägt, dabei aber überwiegend über H-Shares und Red Chips. Richard Wong manage diesen Fonds seit 9 Jahren, die Entscheidungen kämen durch eine Kombination von globalen Konjunkturüberlegungen und der Fundamentalanalyse auf Unternehmensebene zustande. Ergebnis sei ein konzentriertes Portfolio von etwa 50 Titeln – nicht untypisch für diese Fondsgruppe. Der Fondsmanager setze derzeit die stärksten Akzente bei Energiewerten wie Petrochina oder China Petroleum und Geschäftsdiensten wie dem Transportunternehmen Cosco Pacific. HSBC verfüge über eine langjährige Asienpräsenz, was auch diesem Fonds zugute gekommen sei, der sich über die letzten 3 und 5 Jahre in einem hochvolatilen Umfeld vergleichsweise stabil gehalten habe.
Zu den kurzzeitigen Überfliegern im Jahr 2001 würden der Parvest China Fund (ISIN LU0154242225 / WKN 120102) und der Skandia China Mainland Equity Fund zählen. Auf diese Hochphase sei allerdings ein im Konkurrenzvergleich um so stärkerer Absturz gefolgt, den nur der Parvest China Fund 2003 wieder teilweise habe ausgleichen können.
Der Skandia China Mainland Equity Fund setze im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzprodukten stark auf den chinesischen Inlandsmarkt, repräsentiert durch die B-Aktien. Das Portfolio enthalte überdurchschnittlich viele kleine und mittelgroße Werte, womit er sich als einziger Fonds in der Vergleichsgruppe (mit verfügbaren Portfolios) im mittleren Feld der Morningstar Style Box platziere. Der Fonds werde durch die in der Volksrepublik ansässige China Securities gemanagt. Da das Segment der B-Aktien weniger liquide und transparent sei als die in Hong Kong notierten chinesischen Unternehmen, würden sich Anleger hier einiges an zusätzlichem Risiko ins Depot packen. Das müsse man in dieser ohnehin hochriskanten Anlageklasse mögen, so die Experten von "Morningstar".
2004 sei bisher eher ernüchternd gewesen. Ein klassischer Fall von übertriebenen Erwartungen oder doch ein lohnendes Langfristinvestment?
Der Aufstieg Chinas zum wirtschaftlichen Riesen scheine unaufhaltsam. Auf einige Stolpersteine auf dem Weg dorthin sollte man aber gefasst sein, dafür dürften nicht zuletzt das mit faulen Krediten belastete Bankensystem, die zahlreichen maroden Staatsbetriebe, die Überinvestition in vielen Branchen (Automobile, Immobilien, Aluminium, Stahl) oder auch soziale Spannungen sorgen.
Wer als Anleger auf den Zug aufspringen möchte, brauche folglich einen langen Atem und die entsprechende Portion Risikobereitschaft, insbesondere bei reinen Chinafonds. Wer diese nicht mitbringe, sollte eher auf breite Asienfonds ausweichen.
Im Allgemeinen würden die Fondsmanager bevorzugt auf die in Hong Kong notierten, liquiden H-Shares oder die Red Chips zurückgreifen, die angesichts der strengeren Regulierung eine höhere Transparenz aufweisen würden als die eher undurchsichtigen chinesischen Märkte für A- und B-Aktien.
Der Comgest Growth Greater China investiere in China, Hong Kong und Taiwan. Die Betonung liege hier auf der Einzeltitelwahl, volkswirtschaftliche Überlegungen seien nebensächlich. Fondsmanagerin Yoon Lai Choo bevorzuge Unternehmen, die in ihrem Sektor Marktführer seien und über stabiles und gut vorhersehbares Gewinnwachstum verfügen würden. Sie meide zyklische Werte und sei im Kategorievergleich nur unterdurchschnittlich in Unternehmen der Informationstechnologie investiert. Schwergewichte im Portfolio seien dagegen Versorger, Industriewerte und Verbraucherdienste wie Einzelhandel. In der "Morningstar Style Box" finde sich dieser Fonds in der Wachstumsbox wieder. Die Fondsmanagerin beschränke sich auf derzeit 33 Titel, die langfristig gehalten würden. Die Konzentration in den Top 10 betrage 40%, was im Vergleich zu den übrigen Greater China-Fonds eher am oberen Ende der Bandbreite liege. Neben der reinen Wertentwicklung, mit der der Comgest Growth Greater China in seiner Vergleichsgruppe über 3 Jahre vorne liege, spreche auch die relativ geringe Volatilität in diesem Zeitraum für diesen Fonds.
Das mit Abstand höchste Fondsvermögen in der Vergleichsgruppe, 1,4 Mrd. US-Dollar, weise der HSBC Chinese Equity auf. Hier sei der Chinabezug stärker ausgeprägt, dabei aber überwiegend über H-Shares und Red Chips. Richard Wong manage diesen Fonds seit 9 Jahren, die Entscheidungen kämen durch eine Kombination von globalen Konjunkturüberlegungen und der Fundamentalanalyse auf Unternehmensebene zustande. Ergebnis sei ein konzentriertes Portfolio von etwa 50 Titeln – nicht untypisch für diese Fondsgruppe. Der Fondsmanager setze derzeit die stärksten Akzente bei Energiewerten wie Petrochina oder China Petroleum und Geschäftsdiensten wie dem Transportunternehmen Cosco Pacific. HSBC verfüge über eine langjährige Asienpräsenz, was auch diesem Fonds zugute gekommen sei, der sich über die letzten 3 und 5 Jahre in einem hochvolatilen Umfeld vergleichsweise stabil gehalten habe.
Zu den kurzzeitigen Überfliegern im Jahr 2001 würden der Parvest China Fund (ISIN LU0154242225 / WKN 120102) und der Skandia China Mainland Equity Fund zählen. Auf diese Hochphase sei allerdings ein im Konkurrenzvergleich um so stärkerer Absturz gefolgt, den nur der Parvest China Fund 2003 wieder teilweise habe ausgleichen können.
Der Skandia China Mainland Equity Fund setze im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzprodukten stark auf den chinesischen Inlandsmarkt, repräsentiert durch die B-Aktien. Das Portfolio enthalte überdurchschnittlich viele kleine und mittelgroße Werte, womit er sich als einziger Fonds in der Vergleichsgruppe (mit verfügbaren Portfolios) im mittleren Feld der Morningstar Style Box platziere. Der Fonds werde durch die in der Volksrepublik ansässige China Securities gemanagt. Da das Segment der B-Aktien weniger liquide und transparent sei als die in Hong Kong notierten chinesischen Unternehmen, würden sich Anleger hier einiges an zusätzlichem Risiko ins Depot packen. Das müsse man in dieser ohnehin hochriskanten Anlageklasse mögen, so die Experten von "Morningstar".
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 22,044 € | 22,216 € | -0,172 € | -0,77% | 17.04./13:16 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| LU0052750758 | 973909 | 23,57 € | 17,66 € | |
Werte im Artikel




