M&G Recovery im Fokus


18.05.07 16:15
Morningstar

München (aktiencheck.de AG) - Die Strategie des M&G Recovery Fonds (ISIN GB0032139684 / WKN 806092) lautet: Kaufe billige, wirtschaftlich geschwächte Unternehmen, die das Potenzial haben, sich nachhaltig zu erholen, und warte, bis sie es auch tun, so die Experten von "Morningstar".

Fondsmanager, Tom Dobell, der diesen Fonds seit 2000 verwalte, halte sich diszipliniert an diesen Ansatz. Er halte Unternehmen üblicherweise drei bis fünf Jahre. Er stehe dabei in engem Kontakt mit dem Firmenmanagement, um sicherzugehen, dass die Erholung eines Unternehmens auch wie geplant voranschreite. Falls notwendig, gestalte er den Umstrukturierungsprozess aktiv mit, wobei er sich Unterstützung beim Corporate Finance Team von M&G hole.

Das Portfolio sei nicht rein valuelastig, auch wenn man das vielleicht erwarten würde. Es umfasse vielmehr Titel, die über Marktkapitalisierungen, Anlagestil und Sektoren breit gestreut seien. Um die Risiken zu kontrollieren, würden im Portfolio Unternehmen aus unterschiedlichen Phasen des Umstrukturierungsprozesses gehalten. Dazu würden auch Unternehmen gehören, die reif für Übernahmen seien oder zum Verkauf bereitstünden.

Gleichzeitig könne der Fonds aber wachstumsorientierter erscheinen, als er es tatsächlich sei. Niedrige Gewinn-, Absatz- und Cashflowzahlen wirtschaftlich schwacher Unternehmen würden bewertungsrelevante Bilanzkennzahlen wie das Kurs/Gewinn-Verhältnis oder das Kurs/Buchwert-Verhältnis aufblähen. Auf der Branchenseite seien im Vergleich zum britischen Gesamtmarkt Finanzwerte schwächer und volatile Sektoren wie Energie und Rohstoffe (Bergbau) stärker gewichtet.

Auch die Fondsperformance reflektiere Dobells Investmentansatz. Zwar erreiche der Fonds in den letzten Jahren keine Top-Performance, doch langfristig zeige er eine überdurchschnittlich gute Wertentwicklung. In einer Betrachtung über fünf Jahre gehöre der Fonds in der Morningstar-Kategorie "Aktien Großbritannien mittelgroß" knapp zum besten Drittel. In Baissephasen (wie z.B. 2001 und 2002) sei es Dobell mit der "Recovery"-Strategie gelungen, seine Vergleichsgruppe zu schlagen. Er habe sich aber auch in einem freundlicheren Aktienumfeld gut halten können (z.B. 2005).

Einen Teil dieses Erfolgs verdanke Dobell der hohen Gewichtung in Energie- und Rohstoffwerten, die sich in den letzten Jahren als überaus rentabel erwiesen hätten. Er sei aber kein reiner Momentum-Investor, habe doch Firmen wie Tullow Oil oder First Quantum Minerals bereits 2000 besessen, lange bevor andere britische Fonds eingestiegen seien.

Die Experten von "Morningstar" würden erwarten, dass Dobell Schwierigkeiten haben werde, geeignete Small-Cap-Unternehmen zu finden, die ausreichend Liquidität für einen Fonds mit einem Volumen über 3,6 Mrd. Euro liefern würden. Bis jetzt habe dies noch kein Hindernis dargestellt. Der Fonds sei über Standardwerte (48%), mittelgroße (25%) und kleine Titel (27%) breit gestreut. Dennoch behalte man das Fondsvolumen im Auge.

Während das hohe Fondsvermögen den Fonds in Zukunft in seiner Flexibilität einschränken könnte, bleibe er doch aufgrund von Dobells bewährter, konträr ausgerichteter Investmentphilosophie eine gute Wahl für langfristig orientierte Anleger, die britische Aktien ihrem Portfolio beimischen möchten. (18.05.2007/fc/a/f)