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Kräftige Erholung - Neue ETF-Rekorde


24.03.14 14:04
Deka Investment

München (www.fondscheck.de) - Die Korrektur von Ende Januar wurde im Februar von einer kräftigen Erholung abgelöst, so die Experten von Deka Investment.

Die zunehmenden Spannungen in der Ukraine hätten die Märkte noch nicht belastet. So hätten die Kurse ordentlich angezogen und gut die Hälfte der vorher erlittenen Verluste wieder aufgeholt. 4 bis 5% sei es bei den Indices der Industrieländer nach oben gegangen. Die Ausnahme habe der Nikkei gebildet, der im Monatsvergleich um 0,5% nachgegeben habe.

Auch die Emerging Markets hätten wieder etwas angezogen. Der MSCI-Index für diese Ländergruppe habe um 3,2% zugelegt. Stärkste Gewinner seien die Edelmetalle gewesen. Der Goldpreis sei um 5,8 und der Silberpreis um 10,5% nach oben gegangen.

Entsprechend hätten bei den ETFs vor allem Produkte mit Bezug zu Edelmetallen gewonnen. Minenfonds hätten um die 8% zugelegt. Mit diesem Anstieg hätten auch verschiedene Emerging-Markets ETFs mithalten können, die zuvor im Zuge der Krise der Schwellenländer mit in Haftung genommen worden seien.

In Asien hätten so zum Beispiel ETFs auf Indonesien und die Philippinen ebenfalls um 8% zugelegt. Bei den Branchen hätten wieder die Biotech-Fonds geglänzt. Auch Produkte, die Themen wie Wasser und erneuerbare Energie abbilden würden, hätten Performance bewiesen. Auf der Verliererseite seien ebenfalls einzelne Länder-ETFs zu finden gewesen, zum Beispiel Russland-Fonds, die um 5% nachgegeben hätten.

Betrachte man die Anlageklassen, so seien die Aktien bei den AuM klar der Verlierer gewesen, um 0,9% auf 201,2 Milliarden Euro sei es abwärts gegangen. Die Anleihen seien um 4% auf 54,3 Milliarden Euro avanciert. Rohstoffe, in den Vormonaten regelmäßig die Verlierer, hätten mit dem stärkeren Goldpreis ein Plus von 0,6% auf 14,3 Milliarden Euro erreicht. Der Geldmarkt sei als sicherer Hafen nicht gefragt gewesen. Er habe 1,8% auf knapp 4,4 Milliarden Euro verloren.

Auch wenn die Börsen noch nicht wieder neue Rekorde markiert hätten, die Asset under Management der in Europa gehandelten ETFs hätten sie geschafft. Mit 289,9 Milliarden Euro sei der bisherige Höchststand vom April 2013 übertroffen worden, ein Plus von 3,5% im Vergleich zum Januar.

Diesmal würden alle drei wichtigen Anlageklassen profitieren. Die Aktien hätten das Volumen um 3,6% auf 208,7 Milliarden Euro erhöht, die Renten hätten 3,3% auf 56,1 Milliarden zugelegt, und bei den Rohstoffen sei es um 6,2% auf 15,3 Milliarden Euro nach oben gegangen. Produkte auf den Geldmarkt sowie gehebelte und inverse ETFs hätten bei den Assets leicht verloren.

Der neue Risikoappetit habe sich beim Nettomittelaufkommen nachvollziehen lassen. Fast 2,4 Milliarden Euro neues Geld hätten die Aktien verbucht. Die Renten seien auf 1,8 Milliarden Euro gekommen, wobei die Unternehmensanleihen - sei es als Investmentgrade oder High Yield - die größten Treiber gewesen seien.

Aber auch breit gefasste ETFs mit europäischen Staatsanleihen hätten dank einer weiteren Stabilisierung der Südländer profitiert. Im Rohstoffsektor seien die Nettomittel seit September 2013 das erste Mal wieder positiv gewesen. 217 Millionen Euro seien neu in Rohstofffonds geflossen.

Von dieser Entwicklung beim Nettomittelaufkommen hätten im Februar auch der EURO STOXX 50 (plus 423,4 Millionen Euro) und der DAX (plus 187,2 Millionen Euro) profitiert. Für den DAX sei dennoch die Jahresbilanz mit fast vier Milliarden Euro an Abflüssen deutlich negativ. Emerging Markets-ETFs hätten einen leichten Zuwachs verzeichnen können. Rund 35,6 Millionen Euro neue Mittel seien in diese Anlageklasse geflossen.

Offiziell sei eine Konsolidierung ja erst zu Ende, wenn der Markt ein neues Hoch erreicht habe. Davon seien die großen Indices immer noch ein paar Prozentpunkte entfernt. Rückschläge und ein neuer Anlauf auf die Rekordmarken würden zu einem typischen Konsolidierungsmuster gehören, das sich dann noch einige Wochen hinziehen könne. Nachdem der März mit dem Paukenschlag der Ukraine-Krise begonnen habe, herrsche weiter Verunsicherung und eine abwartende Haltung vor.

"Wir haben aber noch gut Luft nach unten", formuliere ein Charttechniker, "bis die längerfristigen Aufwärtstrends in Gefahr geraten." Beim DAX wären das rund 9.000 Punkte. So werde angesichts der politischen Börse, die ja gerne mit kurzen Beinen in Verbindung gebracht werde, der März ein weiterer Monat zwischen Bangen und Hoffen. (Ausgabe März 2014) (24.03.2014/fc/a/e)