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Konjunkturausblick von Energiepreisen getrübt


21.07.08 16:55
Swiss Life

Zürich (aktiencheck.de AG) - Der Konjunkturausblick für die kommenden Monate ist getrübt von den hohen Energiepreisen, welche beidseits des Atlantiks die Budgets der privaten Haushalte belasten, so die Experten von Swiss Life.

Die Experten würden für die zweite Jahreshälfte von den privaten Konsumausgaben nur einen geringfügig positiven Wachstumsbeitrag erwarten. Die Ausrüstungsinvestitionen würden dagegen noch nicht den üblicherweise mit einer Abschwächung der Gesamtwirtschaft einhergehenden Einbruch verzeichnen, was darauf zurückzuführen sei, dass die Unternehmen einerseits bemüht seien, den gestiegenen Rohmaterialpreisen durch produktivere Verfahren Herr zu werden und andererseits auch darauf, dass vom Rohstoffboom gerade Sektoren profitieren würden, in welchen zuletzt über viele Jahre kaum in die Anlagen investiert worden seien.

Nicht zuletzt diese Bemühungen würden die Experten zuversichtlich stimmen, dass Zweitrundeneffekte in den Inflationsdaten weitgehend ausbleiben dürften. Gleichwohl hätten sich die Akteure an den Finanzmärkten in der zweiten Jahreshälfte darauf einzustellen, dass die Notenbanken in der Tendenz zu einer restriktiveren Geldpolitik übergehen würden. Allerdings würden die Experten nicht davon ausgehen, dass eine Serie von raschen Zinserhöhungen anstehe, sei doch das Risiko, dass die Konjunktur in den USA einen erneuten Rückschlag erleide, zu groß. Vielmehr müsse es den Notenbanken gegenüber den Investoren und Konsumenten darum gehen, das Vertrauen in ihre Bereitschaft zur Verhinderung eines nachhaltigen Inflationsschubs zu verankern.

Somit würden in den USA die für die Geldpolitik Verantwortlichen versuchen, vorab mittels rhetorischer Mittel für eine Stärkung des US-Dollars zu sorgen, was zu einer Erleichterung auf dem Feld der Energiepreise führen würde. Das gleiche Resultat könnte mit Initiativen auf breiterer politischer Ebene erzielt werden, allerdings seien erste diesbezügliche Versuche gescheitert.

Sollte sich die Annahme der Experten bestätigen, dass sowohl die Inflationsängste als auch die derzeit in den Terminkontrakten enthaltenen Erwartungen zu den bis Ende des Jahres anstehenden Zinserhöhungen durch die führenden Notenbanken übertrieben seien, dürfte der Anstieg bei den Langfristzinsen im Quartalsverlauf gestoppt werden. Bis jedoch Klarheit zum künftigen Kurs in der Geldpolitik herrsche würden die Experten an den Aktienmärkten eine Seitwärtsbewegung erwarten. (Ausgabe 2. Quartal 2008) (21.07.2008/fc/a/m)