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Japan Lähmung der Wirtschaft droht


11.04.11 13:30
W&W Asset Management

Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Noch immer sind die langfristigen Folgen der Katastrophe, die über Japan hereingebrochen ist, schwer einzuschätzen, so die Einschätzung der W&W Asset Management, einer Tochtergesellschaft des Stuttgarter Vorsorge-Spezialisten Wüstenrot & Württembergische (W&W).

Nach den verheerenden Zerstörungen und den schrecklichen Verlusten für die Menschen, würden drohende wirtschaftliche Belastungen ihre Schatten vorauswerfen. Dreh- und Angelpunkt für die weitere Entwicklung sei das Ausmaß der atomaren Katastrophe. Sollten weite Teile Japans betroffen sein, könne sich dies auch auf die globale Konjunkturdynamik temporär bremsend auswirken.

"Kurzfristig wird es angesichts der verheerenden und für die Menschen sehr schlimmen Zerstörungen und der mittlerweile stattfindenden stromsparenden Maßnahmen zu einem deutlichen Einbruch der japanischen Industrieproduktion kommen", berichte Ortansa Becker, Kapitalmarktanalystin der W&W Asset Management. Bei einer sich zuspitzenden atomaren Katastrophe würden das menschliche Leid und die wirtschaftlichen Belastungen nicht auf eine Region begrenzt bleiben, sondern könnten sich langfristig auf das ganze Land und vor allem auf den für Japans Wirtschaft wichtigen Großraum Tokio auswirken. "Das käme einer Lähmung der gesamten Wirtschaft gleich. Denn letztlich würde es bedeuten, dass Industrieunternehmen in einem großen Teil Japans über einen längeren Zeitraum hinweg ihre Produktion nicht wieder aufnehmen können", so die Expertin.

Generell gelte: "Je länger die kritische Situation anhält, desto wahrscheinlicher wird eine Belastung der europäischen und der weltweiten Konjunktur aufgrund der engen globalen Handelsverflechtungen bzw. der internationalen Arbeitsteilung. Durch den Stillstand einiger japanischer Unternehmen, die teils eine hohe Spezialisierung aufweisen, entstehen Lieferunterbrechungen. Hält der Zustand an, wird sich auch die deutsche Wirtschaft auf lange Sicht diesen indirekten Belastungsfaktoren nicht entziehen können." (11.04.2011/fc/a/m)