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Japan Konsumentenpreise steigen schneller an


08.07.08 09:30
Swiss Life

Zürich (aktiencheck.de AG) - Die Daten zum japanischen Wachstum im ersten Quartal wurden bereits zum zweiten Mal nach oben revidiert, aufgrund stärkerer Ausrüstungsinvestitionen als ursprünglich berichtet, so die Experten von Swiss Life.

Die Tatsache, dass die Nettoexporte weiter vermocht hätten zum starken Wachstum beizutragen, beweise die im historischen Vergleich geringere Abhängigkeit Japans vom Gedeih der amerikanischen Wirtschaft. Im bisherigen Verlauf des zweiten Quartals hätten die japanischen Privathaushalte nun aber damit angefangen, ihre Ausgaben zu drosseln, so dass die Annahme einer verlangsamten Gangart gerechtfertigt erscheine. Gestützt werde diese Erwartung auch durch den Umstand, dass die Konsumentenstimmung im Mai auf den zweitniedrigsten Stand seit Bestehen der Messung gefallen sei.

Diese Entwicklung sei nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die aktuell hohe Teuerung der Lebenshaltungskosten zu einem Rückgang der realen Löhne geführt habe. Die erwartete Belebung der Bauausgaben sei bisher ausgeblieben, obwohl sich der aufgrund neuer Richtlinien zur erdbebensicheren Bauweise entstandene Rückstau bei der Vergabe von Baubewilligungen mittlerweile zurückgebildet habe. Die aktuelle Zurückhaltung bei der Inangriffnahme endlich bewilligter Projekte gehe auf die deutlich gestiegenen Baumaterialpreise zurück.

Selbst im lange unter Deflation leidenden Japan beschleunige sich der Anstieg der Konsumentenpreise aufgrund der gestiegenen Weltmarktpreise für Energie und Nahrungsmittel. Wie andernorts auch erwarte man in der näheren Zukunft einen Rückgang der Jahresteuerung. In Japan sollte diese Entwicklung im vierten Quartal 2008 in den Veränderungsraten des Konsumentenpreisindex ablesbar sein, sofern nicht die diskutierte Erhöhung der Tabaksteuer noch in diesem Jahr in Kraft treten sollte. (Ausgabe Juli 2008) (08.07.2008/fc/a/m)