JPM Global Focus Fondsporträt


06.08.07 08:45
Euro fondsxpress

München (aktiencheck.de AG) - Jeroen Huysinga ist nicht leicht zufrieden zu stellen, so die Experten von "Euro fondsxpress" zum JPM Global Focus.

Der Fondsmanager des JPM Global Focus nehme nur Werte ins Portfolio, die ein Gewinnsteigerungspotenzial von mindestens 25 Prozent aufweisen würden. Zum größten Teil seien das Unternehmen, die in der Vergangenheit die Erwartungen des Marktes nicht erfüllt hätten und daher günstig bewertet seien. "Bei diesen Werten suchen unsere Analysten nach Anzeichen dafür, dass sie bald wieder auf die Überholspur wechseln werden", erkläre Huysinga. Auch Aktien, die sich bereits solide entwickelt hätten und aufgrund bestimmter Faktoren deutliches Steigerungspotenzial hätten, kämen für ihn infrage.

Im ersten Schritt des Auswahlverfahrens filtere ein internationales Team von mehr als 60 Analysten aus rund 2.000 globalen Aktien diejenigen mit den größten Wachstumschancen und attraktivsten Marktbewertungen heraus. Die rund 500 besten Titel analysiere Huysinga hinsichtlich positiver Impulse für das Gewinnwachstum. Sieben Katalysatoren habe der Fondsmanager als Kaufsignal festgelegt - bevorstehende Restrukturierungsmaßnahmen, ein neues Management, Potenzial für gewinnbringende Fusionen oder auch für Akquisitionen, Aktienkäufe durch das Management sowie eine vielversprechende Produkteinführung oder aber ein neues Patent.

"Je mehr dieser sieben Katalysatoren bei einem Unternehmen anzutreffen sind, desto stärker steigen die Chancen der Aktie, in unser Portfolio aufgenommen zu werden. Es reicht aber auch ein einziger, wenn das Signal extrem signifikant ist", erläutere der Fondsmanager und füge hinzu: "Es muss allerdings klar erkennbar sein, dass die Gewinne bereits innerhalb der nächsten zwölf bis 18 Monate realisiert werden können." Aus diesem Grund sei beispielsweise Siemens aus dem Portfolio geflogen - obwohl es einen Managementwechsel gegeben habe: "Wir haben verkauft, als der neue Vorstandschef kam. Wir mochten die Restrukturierungspläne des alten CEO und glauben, dass der Führungswechsel die Trendwende verzögern wird."

Mit 50 bis 80 Werten sei das Portfolio relativ konzentriert. Bei der Einzeltitelauswahl sei Huysinga nicht strikt an den Index gebunden. Einzelne Sektoren könne er im Vergleich zum MSCI World bis 15 Prozent über- oder untergewichten. Auf Länderebene seien Abweichungen von bis zu 30 Prozent möglich - das erlaube dem Fondsmanager, auf Veränderungen am Markt entsprechend zu reagieren.

Diese Freiheit nutze Huysinga durchaus: In seinem Portfolio befänden sich deutlich weniger US-Titel als im MSCI World, dafür seien einige europäische Länder übergewichtet. Einer von Huysingas derzeitigen Favoriten sei Deutschland. (Ausgabe 31/2007 vom 03.08.2007) (06.08.2007/fc/a/f)