JOHCM Continental European Fund: Zinsrückgang zwischen Spätsommer und Herbst 2024 erwartet


24.10.23 12:30
J O Hambro CM

London (www.fondscheck.de) - Die unmittelbare Zukunft ist ungewiss - insbesondere aufgrund der angespannten Situation auf den Anleihemärkten, so die Experten von J O Hambro Capital Management.

Im Gegensatz dazu erscheinen die mittelfristigen Perspektiven für Paul Wild, Senior Portfolio Manager des JOHCM Continental European Fund bei J O Hambro Capital Management, etwas klarer. Er prognostiziere einen Rückgang der Zinsen zwischen Spätsommer und Herbst 2024.

Im bisherigen Jahresverlauf sei die Gewinndynamik in Europa positiver als in anderen Industrieregionen gewesen. Im Hinblick auf die bevorstehende Gewinnsaison würden die Experten jedoch einen gewissen Druck erwarten. Die Gewinnmargen würden sich nahe den Höchstständen bewegen, die nach der Covid-Pandemie verzeichnet worden seien. Allerdings sei das operative Umfeld in Bezug auf die Preissetzungsmacht unklar. Dies liege an Faktoren wie niedrigeren Rohstoffpreisen, Nachfrageentwicklungen, Handelsspannungen und globalen Fertigungszyklen.

Die üblichen Konjunkturschwächen würden durch die aktuellen Anleiherenditen, die stark invertierte Zinskurve und insbesondere durch den Anstieg der realen Renditen verstärkt. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Wirtschaft unter derartigem Druck zusammenbrechen kann, ähnlich wie wir es im März mit dem Zusammenbruch des regionalen Bankensektors in den USA gesehen haben, so die Experten von J O Hambro Capital Management. Bleibe die Frage, ob die Renditen auf diesem Niveau bleiben würden. Die Experten würden davon ausgehen, dass sie abgesehen von den Hindernissen bei der Emission in den kommenden sechs Monaten eher sinken würden.

Die europäischen Anleihemärkte würden sich sehr stark an den USA orientieren. Letztendlich dürfte die Gesamtinflation zurückgehen - unter Vorbehalt der Geschehnisse auf den Ölmärkten. In 2023 werde die schwache europäische Wirtschaft voraussichtlich um weniger als 0,5 Prozent wachsen, was insbesondere am Verarbeitenden Gewerbe liege. Da das Wachstum im Jahr 2024 unterdurchschnittlich bleiben werde, sei die wirtschaftliche und geschäftliche Unsicherheit hoch.

Angesichts der zu erwartenden anhaltenden Widerstandsfähigkeit seien die Aussichten für den Arbeitsmarkt nach wie vor sehr positiv. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften werde zweifellos die Lohnforderungen länger hochhalten. Allerdings werde die Wahrscheinlichkeit eines positiven Reallohnwachstums bei den Konsumausgaben durch geldpolitische Verzögerungseffekte, sinkende Immobilienpreise (-1,7 Prozent im zweiten Quartal in der Eurozone) und den jüngsten Anstieg der Sparquote (auf 14,8 Prozent) gemindert. Die Frage sei, wie sich dies alles ausgleiche. Die Experten würden denken, dass größere Ausgaben für Autos und Immobilien unter Druck bleiben würden - insgesamt dürfte sich die Lage aber relativ entspannt darstellen.

Auch wenn die EZB weitere Zinserhöhungen nicht kategorisch ausgeschlossen hat, scheinen sie jetzt weniger wahrscheinlich zu sein, zumal wir uns bereits in der Nähe des Höchststandes befinden, so die Experten von J O Hambro Capital Management. Im Moment seien die Experten jedoch froh, eine defensivere Haltung mit niedrigerem Beta beizubehalten. Die Experten seien sich aber dem Risiko bewusst, dass die Realzinsen bei sinkender Inflation hoch bleiben könnten.

Das Portfolio der Experten sei stärker in defensiveren Sektoren investiert und somit besser vor einem schwächeren Wachstum geschützt. Nichtdestotrotz würde es aber auch von einem erneuten Anstieg der Renditen profitieren. Die Kernthemen "Green Deal", "Gesundheit und Altern" und "Digitalisierung" würden dem Portfolio Widerstandsfähigkeit verleihen. Der Anteil nicht-zyklischer Positionen sei höher als die untergewichtigen zyklischen Werte. Letztlich hänge die Entscheidung für ein Investment im nächsten Jahr stark davon ab, wann die Zinsen zu fallen beginnen würden. Hier sei mit einem Rückgang zwischen Spätsommer und Herbst 2024 zu rechnen.

Die Experten würden glauben, dass der Zinsrückgang mit dem Beginn eines neuen Zyklus einhergehen werde und zwangsläufig einige Änderungen in der Portfolioausrichtung erfordere. Dennoch sollte die nächste Zeit mit einer gewissen Vorsicht angegangen werden. Man dürfe nicht vergessen, dass der Markt vorausschaue. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis des 12,5-fachen ist ein Teil der schwächeren Gewinnnachrichten für Europa bereits eingepreist, sodass wir nach Gelegenheiten Ausschau halten müssen, so die Experten von J O Hambro Capital Management. (24.10.2023/fc/a/f)






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