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Investmentfonds im Blickpunkt
24.05.07 11:46
GECAM
Wangen (aktiencheck.de AG) - Ein Großteil der in Europa erhältlichen Investmentfonds ist sehr indexabhängig, berichten die Experten von GECAM.
Vor allem Aktienfonds würden sich stark an ihrer Benchmark orientieren. Meist sei der Vergleichsindex sogar besser als viele Fonds - und das obwohl eigentlich das Gegenteil zu erwarten wäre - "denn schließlich sind bei Investmentfonds jährlich Gebühren für vermeintlich aktives Management fällig", sage Uwe Leonhardt, Vorstand der GECAM AG, der in einer aktuellen Studie das Korrelationsverhalten von Investmentfonds untersucht habe.
Insgesamt 7.585 in Europa zum Vertrieb zugelassene Renten-, Geldmarkt-, Aktien- und Mischfonds aus 143 Anlagekategorien seien in der GECAM-Studie analysiert worden. Vor allem Aktienfonds, die mit rund 50 Prozent den größten Anteil am europäischen Fondsuniversum darstellen würden, seien mit einer sehr hohen Korrelation aufgefallen. Zwei Drittel aller Aktienfonds hätten ihren Index in den vergangenen drei Jahren zu über 90 Prozent abgebildet. Nicht einmal zwei Prozent seien von der Benchmark unabhängig. Das wirke sich auch auf die Performance aus: Nur 33 Prozent der Aktienfonds hätten einen Mehrwert gegenüber ihrem Index generieren können.
Besonders enttäuschend würden die Ergebnisse der japanischen, deutschen und europäischen Aktienfonds ausfallen. Eine Outperformance hätten nur 11 Prozent der japanischen, 14 Prozent der deutschen und 21 Prozent der europäischen Fonds geschafft. Die Korrelationsdaten dieser Peer Groups gemessen am Vergleichsindex würden wie folgt lauten: Japan 96 Prozent, Europa 93 Prozent, Deutschland 96 Prozent. "Ein Großteil der Aktienfonds wird offensichtlich nicht aktiv gemanagt, erwirtschaftet keinen erkennbaren Mehrwert und vernichtet sogar in einem positiven Marktumfeld das Anlegerkapital", so Leonhardt.
Wer Alternativen suche, werde laut Studie in Branchen- und Themenfonds (Biotechnologie), kleineren Länderfonds (Finnland, Norwegen) sowie Dachfonds (weltweit) fündig. Obwohl 81 Prozent der weltweiten Dachfonds zu über 80 Prozent mit dem Index korrelieren würden, hätten mehr als die Hälfte (62 Prozent) in den letzten drei Jahren ihre Benchmark schlagen können. "Um wirklich Mehrwert zu erhalten, sollten Anleger auf die wenigen aktiv gemanagten Fonds setzen, die vorrangig in den Kategorien Dachfonds, Themenfonds und Mid-/Small-Caps zu finden sind", meine Leonhardt. Die Nebenwertefonds hätten im Vergleich zu ihren Pendants im Blue-Chip-Bereich ein wesentlich aktiveres Management gezeigt.
Eine bedeutende Rolle spiele offensichtlich auch das Volumen der Fonds: Die volumengrößten Fonds hätten sich stärker am Index (über 93 Prozent) orientiert, seien jedoch im Schnitt hinter der Outperformance ihrer Peer Group zurückgeblieben. Fonds mit weniger Volumen hätten mit einem aktiveren Management (Korrelation 85 Prozent) den entscheidenden Mehrwert innerhalb der jeweiligen Gruppe geliefert.
"Insgesamt fallen die Ergebnisse der Studie sehr ernüchternd aus", stelle Leonhardt fest. Er empfehle Anlegern, sich bei der Suche nach dem richtigen Investmentfonds zu informieren, ob tatsächlich ein aktiver Managementansatz gefahren werde, oder sich gleich für ein kostengünstigeres Indexprodukt zu entscheiden. "Dabei sollte er aber nicht vergessen, dass Indexprodukte im Falle eines Börsencrash mit denselben Kurseinbrüchen wie das jeweilige Marktsegment reagieren." (24.05.2007/fc/a/f)
Vor allem Aktienfonds würden sich stark an ihrer Benchmark orientieren. Meist sei der Vergleichsindex sogar besser als viele Fonds - und das obwohl eigentlich das Gegenteil zu erwarten wäre - "denn schließlich sind bei Investmentfonds jährlich Gebühren für vermeintlich aktives Management fällig", sage Uwe Leonhardt, Vorstand der GECAM AG, der in einer aktuellen Studie das Korrelationsverhalten von Investmentfonds untersucht habe.
Insgesamt 7.585 in Europa zum Vertrieb zugelassene Renten-, Geldmarkt-, Aktien- und Mischfonds aus 143 Anlagekategorien seien in der GECAM-Studie analysiert worden. Vor allem Aktienfonds, die mit rund 50 Prozent den größten Anteil am europäischen Fondsuniversum darstellen würden, seien mit einer sehr hohen Korrelation aufgefallen. Zwei Drittel aller Aktienfonds hätten ihren Index in den vergangenen drei Jahren zu über 90 Prozent abgebildet. Nicht einmal zwei Prozent seien von der Benchmark unabhängig. Das wirke sich auch auf die Performance aus: Nur 33 Prozent der Aktienfonds hätten einen Mehrwert gegenüber ihrem Index generieren können.
Wer Alternativen suche, werde laut Studie in Branchen- und Themenfonds (Biotechnologie), kleineren Länderfonds (Finnland, Norwegen) sowie Dachfonds (weltweit) fündig. Obwohl 81 Prozent der weltweiten Dachfonds zu über 80 Prozent mit dem Index korrelieren würden, hätten mehr als die Hälfte (62 Prozent) in den letzten drei Jahren ihre Benchmark schlagen können. "Um wirklich Mehrwert zu erhalten, sollten Anleger auf die wenigen aktiv gemanagten Fonds setzen, die vorrangig in den Kategorien Dachfonds, Themenfonds und Mid-/Small-Caps zu finden sind", meine Leonhardt. Die Nebenwertefonds hätten im Vergleich zu ihren Pendants im Blue-Chip-Bereich ein wesentlich aktiveres Management gezeigt.
Eine bedeutende Rolle spiele offensichtlich auch das Volumen der Fonds: Die volumengrößten Fonds hätten sich stärker am Index (über 93 Prozent) orientiert, seien jedoch im Schnitt hinter der Outperformance ihrer Peer Group zurückgeblieben. Fonds mit weniger Volumen hätten mit einem aktiveren Management (Korrelation 85 Prozent) den entscheidenden Mehrwert innerhalb der jeweiligen Gruppe geliefert.
"Insgesamt fallen die Ergebnisse der Studie sehr ernüchternd aus", stelle Leonhardt fest. Er empfehle Anlegern, sich bei der Suche nach dem richtigen Investmentfonds zu informieren, ob tatsächlich ein aktiver Managementansatz gefahren werde, oder sich gleich für ein kostengünstigeres Indexprodukt zu entscheiden. "Dabei sollte er aber nicht vergessen, dass Indexprodukte im Falle eines Börsencrash mit denselben Kurseinbrüchen wie das jeweilige Marktsegment reagieren." (24.05.2007/fc/a/f)


