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Investmenstfonds: Was die Statistik uns rät
09.04.15 12:52
F&V Fondscenter AG
Berlin (www.fondscheck.de) - Die Fonds-Ratingagentur Morningstar hat im Februar die europäische Absatzstatistik der Fondsbranche für das Jahr 2014 veröffentlicht, so die Experten der F&V Fondscenter AG in ihrem aktuellen "Investmenstfonds-Newsletter".
Solche Statistiken seien für den langjährigen Beobachter insofern interessant, als sie gute Hinweise dafür geben würden, was man als Anleger selbst tun oder besser lassen sollte. Besondere langfristige Erfolge bei der Geldanlage dürfe nur erwarten, wer nicht den Käufen der breiten Masse folge (die fast immer falsch liege) und das Populäre (gleich das Teure) meide.
Kurzfristig gebe es hingegen immer wieder Trends, bei denen bereits teure Investments weiter im Kurs steigen würden (um die Jahrtausendwende Technologieaktien, zuletzt Staatsanleihen bester Bonität) und umgekehrt. Aber irgendwann würden sich für die extrem teuren Wertpapiere keinen neuen Käufer mehr finden, und der Absturz folge.
Umgekehrt ende jeder Kurssturz irgendwann, weil alle, die sich von der Panik hätten anstecken lassen, verkauft hätten und erste Besonnene wieder zu kaufen beginnen würden. Ein plastisches Beispiel dafür sei zuletzt das Frühjahr des Jahres 2009 gewesen, als die Aktienkurse wieder mit ihrem Anstieg begonnen hätten, während die Finanzkrise und die Angst vor einer Weltwirtschaftskrise noch in allen Medien und Köpfen präsent gewesen seien.
Wann genau ein Trend breche, lasse sich aber nicht vorhersagen oder berechnen, wie eines des größten Wissenschaftsgenies einst bekannt habe. Issac Newton (1643-1727) habe viel Geld beim Platzen der "Südseeblase" (1720) verloren und habe erklärt: "Ich kann zwar die Bahn der Gestirne auf Zentimeter und Sekunden berechnen, aber nicht, wohin eine verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann". An dieser Aussage habe sich in den letzten knapp 300 Jahren nichts geändert.
Deshalb sei es besser, sich auf Wertpapiere zu konzentrieren, die preiswert seien, weil sie seit längerer Zeit nicht im Fokus stünden, die aber fast "zwangsläufig" irgendwann wieder/weiter steigen würden und wegen ihres gedrückten Kurses deutlich weniger Rückschlagspotenzial aufweisen würden als die populären Papiere. Im Aktiensektor sei das Verfahren, sich auf preiswerte Papiere zu konzentrieren seit langem als "Value"-Strategie bekannt. Viele der von den Experten empfohlenen Aktienfonds würden nach dieser Strategie verfahren. Der einzige Haken dabei sei, dass das derzeit Unpopuläre noch für längere Zeit unpopulär bleiben könne. Der Wendepunkt zu wieder steigenden Kursen sei nicht vorherseh- oder berechenbar.
Die breite Masse der Anleger habe in 2014 erneut vorrangig in Rentenfonds und Geldmarktfonds (36% der Nettoanlagen) sowie in gemischte Fonds investiert (31%).
Gemischte Fonds seien eine differenziert zu beurteilende Fondskategorie, weil dazu sowohl Fonds gehören würden, die fast wie Aktienfonds agieren würden, aber auch solche, die konservativer anlegen würden als manche Rentenfonds. Fonds dieser Kategorie seien für Anleger geeignet, die wenig Zeit und Gedanken auf ihre Geldanlagen verschwenden könnten oder möchten. Auch unter den Rentenfonds gebe es einige, die rund um den Globus und in allen Marktsegmenten (Staatsanleihen, Firmenanleihen, Wandelanleihen, Hypothekenanleihen ) nach Chancen suchen und deshalb auch in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase noch ausreichend gute Anlage-Gelegenheiten finden würden. Andere Rentenfonds hätten die Experten seit vielen Jahren nicht mehr empfohlen.
Die Masse der Rentenfonds werde jedoch in den kommenden Jahren Verluste ausweisen, weil ihre laufenden Kosten inzwischen höher seien als die Zinserträge. Falls dann irgendwann noch eine Phase steigender Zinsen hinzukomme, seien auch Jahre mit einem zweistelligen Minus bei eigentlich relativ konservativ agierenden Rentenfonds möglich, weil dann die Kurse der Anleihen fallen würden. Die meisten Käufer von Rentenfonds würden demzufolge enttäuscht werden.
Aktienfonds würden in den Absatzstatistiken hingegen seit Jahren kaum eine Rolle spielen. Dass überhaupt noch in diese Fonds investiert worden sei, hänge in sehr hohem Maß mit kaum zu "vermeiden" regelmäßigen Anlagen zusammen, zum Beispiel in fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen oder Vermögenswirksame Leistungen. Aber auch "klassische" Versicherungen und Pensionskassen, denen regelmäßig Beiträge zufließen würden, würden für einen relativ kleinen Teil dieser Mittel, der aber über die Vielzahl der Verträge jährlich auch Multi-Milliarden ausmache, Aktienanlagen nutzen. Aber insgesamt seien Aktien(-fonds) seit mehr als zehn Jahren und - trotz einiger neuer Höchststände auf vielen Aktienmärkten - völlig unpopulär.
Aktien seien derzeit vielleicht nicht mehr "spottbillig", aber überwiegend nicht zu teuer und würden deshalb weiteres Kurssteigerungspotenzial bieten. Die allgegenwärtigen Warnungen vor Rückschlägen sind bei Aktienanlagen prinzipiell immer berechtigt, deshalb hören und lesen wir auch ständig davon, so die Experten der F&V Fondscenter AG. Wer besonders große Angst vor solchen baldigen Kursverlusten, aber viel Zeit zum Sparen habe, sollte einen Sparplan abschließen, weil Kursrückgänge für einen Sparplan in den Anfangsjahren nahezu ideal seien. Für den Erfolg eines Sparplanes komme es hauptsächlich auf den langen billigen Einkauf und viel weniger auf die absolute Wertsteigerung über die gesamte Laufzeit an. (Ausgabe 03/2015) (09.04.2015/fc/a/f)
Solche Statistiken seien für den langjährigen Beobachter insofern interessant, als sie gute Hinweise dafür geben würden, was man als Anleger selbst tun oder besser lassen sollte. Besondere langfristige Erfolge bei der Geldanlage dürfe nur erwarten, wer nicht den Käufen der breiten Masse folge (die fast immer falsch liege) und das Populäre (gleich das Teure) meide.
Kurzfristig gebe es hingegen immer wieder Trends, bei denen bereits teure Investments weiter im Kurs steigen würden (um die Jahrtausendwende Technologieaktien, zuletzt Staatsanleihen bester Bonität) und umgekehrt. Aber irgendwann würden sich für die extrem teuren Wertpapiere keinen neuen Käufer mehr finden, und der Absturz folge.
Umgekehrt ende jeder Kurssturz irgendwann, weil alle, die sich von der Panik hätten anstecken lassen, verkauft hätten und erste Besonnene wieder zu kaufen beginnen würden. Ein plastisches Beispiel dafür sei zuletzt das Frühjahr des Jahres 2009 gewesen, als die Aktienkurse wieder mit ihrem Anstieg begonnen hätten, während die Finanzkrise und die Angst vor einer Weltwirtschaftskrise noch in allen Medien und Köpfen präsent gewesen seien.
Wann genau ein Trend breche, lasse sich aber nicht vorhersagen oder berechnen, wie eines des größten Wissenschaftsgenies einst bekannt habe. Issac Newton (1643-1727) habe viel Geld beim Platzen der "Südseeblase" (1720) verloren und habe erklärt: "Ich kann zwar die Bahn der Gestirne auf Zentimeter und Sekunden berechnen, aber nicht, wohin eine verrückte Menge einen Börsenkurs treiben kann". An dieser Aussage habe sich in den letzten knapp 300 Jahren nichts geändert.
Die breite Masse der Anleger habe in 2014 erneut vorrangig in Rentenfonds und Geldmarktfonds (36% der Nettoanlagen) sowie in gemischte Fonds investiert (31%).
Gemischte Fonds seien eine differenziert zu beurteilende Fondskategorie, weil dazu sowohl Fonds gehören würden, die fast wie Aktienfonds agieren würden, aber auch solche, die konservativer anlegen würden als manche Rentenfonds. Fonds dieser Kategorie seien für Anleger geeignet, die wenig Zeit und Gedanken auf ihre Geldanlagen verschwenden könnten oder möchten. Auch unter den Rentenfonds gebe es einige, die rund um den Globus und in allen Marktsegmenten (Staatsanleihen, Firmenanleihen, Wandelanleihen, Hypothekenanleihen ) nach Chancen suchen und deshalb auch in der gegenwärtigen Niedrigzinsphase noch ausreichend gute Anlage-Gelegenheiten finden würden. Andere Rentenfonds hätten die Experten seit vielen Jahren nicht mehr empfohlen.
Die Masse der Rentenfonds werde jedoch in den kommenden Jahren Verluste ausweisen, weil ihre laufenden Kosten inzwischen höher seien als die Zinserträge. Falls dann irgendwann noch eine Phase steigender Zinsen hinzukomme, seien auch Jahre mit einem zweistelligen Minus bei eigentlich relativ konservativ agierenden Rentenfonds möglich, weil dann die Kurse der Anleihen fallen würden. Die meisten Käufer von Rentenfonds würden demzufolge enttäuscht werden.
Aktienfonds würden in den Absatzstatistiken hingegen seit Jahren kaum eine Rolle spielen. Dass überhaupt noch in diese Fonds investiert worden sei, hänge in sehr hohem Maß mit kaum zu "vermeiden" regelmäßigen Anlagen zusammen, zum Beispiel in fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen oder Vermögenswirksame Leistungen. Aber auch "klassische" Versicherungen und Pensionskassen, denen regelmäßig Beiträge zufließen würden, würden für einen relativ kleinen Teil dieser Mittel, der aber über die Vielzahl der Verträge jährlich auch Multi-Milliarden ausmache, Aktienanlagen nutzen. Aber insgesamt seien Aktien(-fonds) seit mehr als zehn Jahren und - trotz einiger neuer Höchststände auf vielen Aktienmärkten - völlig unpopulär.
Aktien seien derzeit vielleicht nicht mehr "spottbillig", aber überwiegend nicht zu teuer und würden deshalb weiteres Kurssteigerungspotenzial bieten. Die allgegenwärtigen Warnungen vor Rückschlägen sind bei Aktienanlagen prinzipiell immer berechtigt, deshalb hören und lesen wir auch ständig davon, so die Experten der F&V Fondscenter AG. Wer besonders große Angst vor solchen baldigen Kursverlusten, aber viel Zeit zum Sparen habe, sollte einen Sparplan abschließen, weil Kursrückgänge für einen Sparplan in den Anfangsjahren nahezu ideal seien. Für den Erfolg eines Sparplanes komme es hauptsächlich auf den langen billigen Einkauf und viel weniger auf die absolute Wertsteigerung über die gesamte Laufzeit an. (Ausgabe 03/2015) (09.04.2015/fc/a/f)


