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Internationale Rentenmärkte im Fokus


23.11.07 10:15
MEAG

München (aktiencheck.de AG) - Die US-amerikanische Notenbank FED hielt bis Mitte September die Leitzinsen konstant bei 5,25%, so die Experten von MEAG.

Zwar hätten sich nach Ansicht der FED Schwächesignale auf dem Häusermarkt gezeigt. Der Wirtschaft sei aber ein moderates Wachstum bescheinigt worden. Gleichwohl seien nach ihrer Ansicht die Inflationsgefahren noch nicht gebannt gewesen, so dass lange Zeit keine Veränderung der so genannten "Target Rates" vorgenommen worden sei.

Mit der Zuspitzung der Ereignisse seit Mitte Juli und der Entwicklung zur Liquiditäts- und Vertrauenskrise schienen für die FED die konjunkturellen Abwärtsrisiken schwerer zu wiegen als die Inflationsrisiken, so die Experten von MEAG. Infolgedessen seien die Leitzinsen Mitte September um 50 Basispunkte auf 4,75% gesenkt und dem Interbankenmarkt mit zusätzlicher Liquidität ausgeholfen worden. Der Zinssatz im Interbankenmarkt habe sich daraufhin beruhigen können.

Die EZB habe im Berichtszeitraum aufgrund robuster wirtschaftlicher Daten nur einmal die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 4% erhöht, sich aber nach Ausbruch der Krise gezwungen gesehen, zusätzliche Liquidität bereitzustellen und die bereits "vorab angekündigte" Zinserhöhung im September zumindest zu verschieben. Trotz all dieser Maßnahmen sei aber der Zinssatz im europäischen Interbankenmarkt bis zum Ende des Berichtszeitraums erhöht geblieben.

Die Bank of Japan habe in der Berichtsperiode nicht an der Zinsschraube gedreht. Zwar hat sie im Rahmen der Krise ebenfalls mit liquiditätsversorgenden Maßnahmen ihren Geldmarkt gestützt, allerdings scheinen die subprime-induzierten Probleme in Asien weniger kritisch als in Europa und den USA zu sein, so die Experten von MEAG. Der Leitzins in Höhe von 0,5% sei unverändert belassen worden, da die Preise immer noch um die Nulllinie pendeln würden und auch die Wirtschaft an Dynamik verloren habe.

An den Rentenmärkten habe sich weltweit eine ähnliche Entwicklung vollzogen. Nachdem die Zinserhöhungen, die Erwartung weiterer Zinsschritte im Euroland, UK und Japan sowie starke Konjunkturdaten die Renditen der Staatsanleihen bis Jahresmitte hätten steigen lassen, habe sich dieser Trend mit Beginn der Krise umgekehrt. Die Unsicherheit habe zu einer "Flucht in Sicherheit" geführt und die Renditen deutlich fallen lassen. Seit Mitte September seien die Renditen wieder angestiegen, da der Markt sowohl ein baldiges Ende der Krise eingepreist habe und wieder Inflationsbefürchtungen im Zuge einer lockeren Geldpolitik aufgekommen seien.

Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen sei von 4,1% auf knapp 4,7% Anfang Juli gestiegen, dann aber im Verlauf der Krise auf 4,1% gesunken und bis zum Ende des Berichtszeitraums wieder auf 4,3% gestiegen. Die Zinsbewegung 10-jähriger US-Staatsanleihen in der Berichtsperiode habe sich - einem ähnlichen Verlaufsmuster folgend - in einer Bandbreite von 4,3% bis 5,3% vollzogen. Am Anfang und am Ende des Berichtszeitraums habe die Rendite jeweils bei 4,6% gelegen. (Ausgabe vom 30.09.2007) (23.11.2007/fc/a/m)