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Internationale Aktienmärkte im Fokus
04.11.08 14:51
GECAM
Wangen (aktiencheck.de AG) - Liquidität ist wie die Gesundheit: Ihre Bedeutung erkennt man erst, wenn sie nicht mehr gewährleistet ist, so die Experten von GECAM.
Die Landesbanken hätten diese Erfahrung mit ihren ABS-Papieren gemacht - die zwar schnell gekauft, später aber unverkäuflich (und nicht zu bewerten) gewesen seien. Einige Hedgefonds würden aktuell die umgekehrte Erfahrung machen, dass leer verkaufte VW-Aktien kaum mehr zu bekommen seien (Marktilliquidität) und brandaktuell würden auch Immobilienfondsinvestoren merken, dass der Verkauf eines Fondsanteils unter Umständen genauso lange dauern könne, wie der Verkauf einer realen Immobilie. Allen drei Beispielen gemein sei, dass das Liquiditätsproblem extrem schnell auftrete und umso länger bleibe, je größer die Dimension und umso angeschlagener der Gesamtmarkt sei.
Aufgrund von massiven Mittelabflüssen hätten innerhalb von nur einer Woche 13 namhafte Immobilienfonds die Rücknahme ihrer Anteile aussetzen müssen. Knapp 34 Mrd. Euro seien für zunächst drei bis sechs Monate - längstens für 24 Monate - gesperrt, bis die Fondsgesellschaften entsprechende Liquidität aus Einzahlungen oder aber aus Immobilienverkäufen generiert hätten. Zu hoffen sei nun, dass sich die in den Fonds befindlichen Gewerbeimmobilen in guten Lagen befinden würden und auch konservativ bewertet worden seien, so dass sie in akzeptabler Zeit und zu den in den Fonds angesetzten Bewertungspreisen veräußert werden könnten. Ansonsten würden massive Bewertungsabschläge drohen, wie man sie zuletzt und in ebenso ungeahnter Größenordnung bei ABS-Fonds und selbst bei Geldmarktfonds habe erleben müssen.
Wie bereits mehrfach berichtet, habe GECAM aufgrund des befürchteten "Nachholbedarfs" im Gewerbeimmobilienmarkt seinen Immobilienfondsbestand bereits im August auf Null reduziert. Ebenfalls sei zu befürchten gewesen, dass Großinvestoren, die Immobilienfonds in der Vergangenheit stark übergewichtet hätten, in diesem Umfeld kalte Füße bekommen könnten. Dies scheine nun Realität geworden zu sein.
Wer seine liquiden Mittel tatsächlich verfügbar habe, dem würden sich im aktuellen Markt, bedingt durch die jüngste "Exekution" von Hedgefonds und sonstigen Kreditspekulanten, attraktive Kaufgelegenheiten eröffnen - sowohl auf der Aktien- wie auf der Rentenseite.
Wie irrational es im Oktober auch auf der Aktienseite zugegangen sei, zeige das folgende Beispiel. Der MSCI-Russia habe am 1. Oktober bei rund 820 Punkten begonnen, sei im Tiefpunkt (27.10.) auf 340 Punkte (-60 Prozent) eingebrochen, um sich dann in der letzten Oktoberwoche - wohl der besten seit Bestehen - wieder um 60 Prozent auf 540 Punkte zu erholen. Ähnliche Verläufe hätten sich an fast allen Aktienbörsen weltweit beobachten lassen, wenn auch mit geringeren Prozentbewegungen.
Volatilitäten in Größenordnungen wie im Oktober seien an sich auf Jahresbasis schon sehr unüblich, auf Monats- und gar Wochenbasis jedoch vollkommen irrational. Zu erklären seien diese Kursverläufe nur noch mit Massenpanik und einer Massenliquidation von Hedgefonds besser gesagt "Kredit-Junkies", die auf dem Weg nach unten wahllos alles über Bord schmeißen (müssten) und den Teufelskreis dadurch verstärken würden.
Die konzertierte Aktion der Notenbanken samt der Rettungspakete der Regierungen, verbunden mit einer massiven Regulierung und Reform des Systems, würden diesem Schreckgespenst aber demnächst und hoffentlich noch rechtzeitig den Zahn ziehen.
Nachdem sich die Inflationsangst - dank massiv gefallenem Ölpreis - aktuell verflüchtige, gebe es auch genügend Spielraum für die nun einsetzende Zinssenkungsrunde, wenngleich die zunehmend steigenden Staatsverschuldungen auch höhere Risikoaufschläge rechtfertigen würden. Trotz sinkender Leitzinsen werde aber die Kreditnachfrage seitens der Unternehmen und auch das Kreditangebot seitens der Banken eher nachlassen. Das gedrehte Rad werde kleiner, das Wirtschaftswachstum ebenfalls - dafür aber solider. Die günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten würden aber bereits bei den Banken die Margen verbessern und damit direkt zu deren Gesundung beitragen. Das heiße die Finanzbranche als Hauptbelastungsfaktor der Märkte bekomme zusätzliche Unterstützung. Ferner würden niedrige Kurzfristzinsen für erhöhten Anlagenotstand sorgen.
Schwer zu beurteilen sei aktuell, wie lange die Konsumenten insbesondere bei teuren Gütern in der jetzigen Schockstarre verharren würden. Solange der Arbeitsmarkt in Deutschland aber - mit erstmals wieder weniger als drei Mio. Arbeitslosen - robust bleibe, könnte ein "Investitionsanreiz-Programm", wie es derzeit von der deutschen Regierung geplant sei, durchaus noch fruchten. Belastend würden sich allerorts die bis Jahresbeginn noch geschaffenen und zum Teil auch fremdfinanzierten (heutigen) Überkapazitäten auswirken.
Nachdem sämtliche Aktien- und Unternehmensanleihen in den letzten Wochen aber zu Schlussverkaufspreisen von den Zitterern zu den (extrem) Hartgesottenen übergegangen seien, könnte man das Schlimmste an den Börsen dennoch bereits gesehen haben. Wegen der aktuell beginnenden Berichtssaison für das dritte Quartal, die uns mit reichlich Negativnachrichten (z.B. Überkapazitäten, Personalabbau, verlängerte Werksferien usw.) aus der "Realwirtschaft" versorgen werde, müsse aber weiterhin mit hohen Volatilitäten gerechnet werden.
Wer jedoch Liquidität, niedrige Aktien-/Unternehmensanleihen-Quoten, gute Nerven und einen langen Anlagehorizont habe, könne in Schwächephasen zur Schnäppchenjagd schreiten. Mit Eigenkapital, verstehe sich, denn auf Pump würden sich die Marktphasen der letzten Wochen und Monate ohnehin weder psychisch noch monetär durchstehen lassen. Wer diese Nerven nicht (mehr) habe, sollte warten, bis sich die "Jo-Jo-Börsen" stabilisiert hätten oder sein Geld einem aktiven Vermögensverwalter anvertrauen, der diesen Job übernehme. (04.11.2008/fc/a/m)
Die Landesbanken hätten diese Erfahrung mit ihren ABS-Papieren gemacht - die zwar schnell gekauft, später aber unverkäuflich (und nicht zu bewerten) gewesen seien. Einige Hedgefonds würden aktuell die umgekehrte Erfahrung machen, dass leer verkaufte VW-Aktien kaum mehr zu bekommen seien (Marktilliquidität) und brandaktuell würden auch Immobilienfondsinvestoren merken, dass der Verkauf eines Fondsanteils unter Umständen genauso lange dauern könne, wie der Verkauf einer realen Immobilie. Allen drei Beispielen gemein sei, dass das Liquiditätsproblem extrem schnell auftrete und umso länger bleibe, je größer die Dimension und umso angeschlagener der Gesamtmarkt sei.
Aufgrund von massiven Mittelabflüssen hätten innerhalb von nur einer Woche 13 namhafte Immobilienfonds die Rücknahme ihrer Anteile aussetzen müssen. Knapp 34 Mrd. Euro seien für zunächst drei bis sechs Monate - längstens für 24 Monate - gesperrt, bis die Fondsgesellschaften entsprechende Liquidität aus Einzahlungen oder aber aus Immobilienverkäufen generiert hätten. Zu hoffen sei nun, dass sich die in den Fonds befindlichen Gewerbeimmobilen in guten Lagen befinden würden und auch konservativ bewertet worden seien, so dass sie in akzeptabler Zeit und zu den in den Fonds angesetzten Bewertungspreisen veräußert werden könnten. Ansonsten würden massive Bewertungsabschläge drohen, wie man sie zuletzt und in ebenso ungeahnter Größenordnung bei ABS-Fonds und selbst bei Geldmarktfonds habe erleben müssen.
Wie bereits mehrfach berichtet, habe GECAM aufgrund des befürchteten "Nachholbedarfs" im Gewerbeimmobilienmarkt seinen Immobilienfondsbestand bereits im August auf Null reduziert. Ebenfalls sei zu befürchten gewesen, dass Großinvestoren, die Immobilienfonds in der Vergangenheit stark übergewichtet hätten, in diesem Umfeld kalte Füße bekommen könnten. Dies scheine nun Realität geworden zu sein.
Wer seine liquiden Mittel tatsächlich verfügbar habe, dem würden sich im aktuellen Markt, bedingt durch die jüngste "Exekution" von Hedgefonds und sonstigen Kreditspekulanten, attraktive Kaufgelegenheiten eröffnen - sowohl auf der Aktien- wie auf der Rentenseite.
Volatilitäten in Größenordnungen wie im Oktober seien an sich auf Jahresbasis schon sehr unüblich, auf Monats- und gar Wochenbasis jedoch vollkommen irrational. Zu erklären seien diese Kursverläufe nur noch mit Massenpanik und einer Massenliquidation von Hedgefonds besser gesagt "Kredit-Junkies", die auf dem Weg nach unten wahllos alles über Bord schmeißen (müssten) und den Teufelskreis dadurch verstärken würden.
Die konzertierte Aktion der Notenbanken samt der Rettungspakete der Regierungen, verbunden mit einer massiven Regulierung und Reform des Systems, würden diesem Schreckgespenst aber demnächst und hoffentlich noch rechtzeitig den Zahn ziehen.
Nachdem sich die Inflationsangst - dank massiv gefallenem Ölpreis - aktuell verflüchtige, gebe es auch genügend Spielraum für die nun einsetzende Zinssenkungsrunde, wenngleich die zunehmend steigenden Staatsverschuldungen auch höhere Risikoaufschläge rechtfertigen würden. Trotz sinkender Leitzinsen werde aber die Kreditnachfrage seitens der Unternehmen und auch das Kreditangebot seitens der Banken eher nachlassen. Das gedrehte Rad werde kleiner, das Wirtschaftswachstum ebenfalls - dafür aber solider. Die günstigen Refinanzierungsmöglichkeiten würden aber bereits bei den Banken die Margen verbessern und damit direkt zu deren Gesundung beitragen. Das heiße die Finanzbranche als Hauptbelastungsfaktor der Märkte bekomme zusätzliche Unterstützung. Ferner würden niedrige Kurzfristzinsen für erhöhten Anlagenotstand sorgen.
Schwer zu beurteilen sei aktuell, wie lange die Konsumenten insbesondere bei teuren Gütern in der jetzigen Schockstarre verharren würden. Solange der Arbeitsmarkt in Deutschland aber - mit erstmals wieder weniger als drei Mio. Arbeitslosen - robust bleibe, könnte ein "Investitionsanreiz-Programm", wie es derzeit von der deutschen Regierung geplant sei, durchaus noch fruchten. Belastend würden sich allerorts die bis Jahresbeginn noch geschaffenen und zum Teil auch fremdfinanzierten (heutigen) Überkapazitäten auswirken.
Nachdem sämtliche Aktien- und Unternehmensanleihen in den letzten Wochen aber zu Schlussverkaufspreisen von den Zitterern zu den (extrem) Hartgesottenen übergegangen seien, könnte man das Schlimmste an den Börsen dennoch bereits gesehen haben. Wegen der aktuell beginnenden Berichtssaison für das dritte Quartal, die uns mit reichlich Negativnachrichten (z.B. Überkapazitäten, Personalabbau, verlängerte Werksferien usw.) aus der "Realwirtschaft" versorgen werde, müsse aber weiterhin mit hohen Volatilitäten gerechnet werden.
Wer jedoch Liquidität, niedrige Aktien-/Unternehmensanleihen-Quoten, gute Nerven und einen langen Anlagehorizont habe, könne in Schwächephasen zur Schnäppchenjagd schreiten. Mit Eigenkapital, verstehe sich, denn auf Pump würden sich die Marktphasen der letzten Wochen und Monate ohnehin weder psychisch noch monetär durchstehen lassen. Wer diese Nerven nicht (mehr) habe, sollte warten, bis sich die "Jo-Jo-Börsen" stabilisiert hätten oder sein Geld einem aktiven Vermögensverwalter anvertrauen, der diesen Job übernehme. (04.11.2008/fc/a/m)


