Indische Aktienfonds performten 2014 so stark wie keine andere Peergroup - Fondsanalyse


16.01.15 09:19
FundResearch

München (www.fondscheck.de) - Nach der Krise im Sommer 2013 ist Indien zurück in der Spur, so die Experten von "FundResearch".

Mehr noch: Indische Aktienfonds hätten 2014 so stark wie keine andere Peergroup performt. Seit Amtstantritt des neuen Premierministers Modi im Mai sei es aufwärts gegangen. FundResearch stelle die Top-Fonds vor und gebe einen Ausblick für 2015.

Eine wirtschaftsfreundliche Regierung, ein durchsetzungsstarker Premierminister und ein ambitioniertes Reformprogramm. Das seien die Zutaten, um eine Volkswirtschaft aus der Krise zu katapultieren. Wenn dann auch noch sinkende Energiepreise dazukommen würden, könne es richtig hoch hinausgehen. In keinem Land der Welt sei dies derzeit so sichtbar wie in Indien. Der Subkontinent habe im Sommer 2013 am Boden gelegen, die Währung sei ins Bodenlose gefallen. Im Mai 2014 sei Premierminister Narenda Modi an die Macht gekommen. Seit dem gehe es aufwärts.

"Modi packt an und genießt großes Vertrauen", wisse Thomas Gerhardt, Schwellenländer-Experte bei Edmond de Rothschild. Er sei mit dem Versprechen angetreten, die Wirtschaft anzukurbeln, die Steuern zu reformieren, zehn Millionen Arbeitsplätze zu schaffen und mehr Geld in die Infrastruktur zu stecken. Doch auch Modi habe erkennen müssen, dass es so einfach nicht funktioniere.

Im dritten Quartal 2014 sei das Wachstum Indiens von 5,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal auf 5,3 Prozent zurückgegangen. Alles halb so wild, finde Markus Ackermann, Schwellenländer-Analyst bei HSBC: "Zwar dürfte das Wirtschaftswachstum kurzfristig nicht deutlich zulegen, gleichwohl erwarten wir für das Haushaltsjahr 2015 eine leichte Erholung im Vergleich zum Vorjahr."

Das würden auch die Analysten bei Goldman Sachs Asset Management glauben: "Indiens Wirtschaft steht am Anfang eines neuen Wachstumszyklus, getrieben durch ein niedrigeres Haushalts- und Leistungsbilanzdefizit, sinkende Inflation, günstige globale Bedingungen sowie strukturelle Reformen der neuen Regierung", würden sie in einem aktuellen Ausblick schreiben.

"Wir erwarten, dass die indische Wirtschaft im Jahr 2015 um 6,3 Prozent wächst und im Jahr 2016 um 6,8 Prozent." Dabei komme dem Land der sinkende Ölpreis entgegen. Im Jahr 2013 sei Indien der weltweit drittgrößte Erdölimporteur gewesen. Durch das billige Öl erhalte die Wirtschaft Rückenwind. Die Inflation sei im Dezember auf 4,4 Prozent gesunken - das niedrigste Niveau seit zwei Jahren.

Hinzu komme ein florierender Aktienmarkt. Der Leitindex BSE Sensex habe das vergangene Jahr mit einem Plus von knapp 36 Prozent geschlossen. "Doch auch nach der jüngsten Rally könnten Anleger noch auf weitere Gewinne hoffen", sei Rothschild-Mann Gerhardt überzeugt. Auch kleinere Rückschläge hätten nichts an der grundsätzlichen Attraktivität indischer Aktien geändert. "Sollte es in dem einen oder anderen Punkt zu Verzögerungen kommen, dürfte dies unter den Anlegern sicherlich mal für Enttäuschung sorgen. Insgesamt sollte es mit der indischen Börse aber weiter bergauf gehen."

Die Experten von Goldman Sachs hingegen würden warnen, dass die politischen Reformen nicht verzögert werden dürften. Auch ansteigende Rohstoffpreise könnten sich negativ auf die Entwicklung Indiens auswirken. Aktienfonds aus Indien hätten sich 2014 so stark entwickelt, wie keine andere Kategorie des FINANZEN FundAnalyzer (FVBS). Sie hätten ein durchschnittliches Plus von 54,7 Prozent verzeichnet. Auffällig sei, dass keiner der Fonds im vergangenen Jahr Verluste verzeichnet habe. Das genaue Gegenteil zu 2013: Damals habe keiner der Fonds eine positive Performance geschafft.

Besonders sei der Amundi Equity India Infrastructure hervorgestochen. Fondsmanager Sidharth Mahapatra habe 2014 ein Plus von 86,4 Prozent erreicht und sei damit Top-Performer. Gut 60 Prozent davon habe der Fonds dabei ab Mai - dem Amtsantritt von Modi gemacht. Der Infrastruktur-Fonds profitiere sichtlich von den Reformen der neuen Regierung. Auf lange Sicht könne er allerdings nur bedingt überzeugen: In den vergangenen fünf Jahren habe er ein Plus von 29,2 Prozent geschafft, bei einer Sharpe Ratio von 0,08.

Das Volumen sei mit 36,5 Millionen Euro vergleichsweise klein. Mahapatra investiere es zu 37 Prozent in Industrietitel. Grundstoffaktien würden 14,6 Prozent ausmachen, Energiekonzerne 13 Prozent. Größter Einzeltitel sei der Erdöl- und Textilkonzern Reliance Industries mit einem Portfolioanteil von glatten sieben Prozent. Dahinter würden das Wasseraufbereitungsunternehmen Wabag mit 5,2 Prozent und der Fahrzeugbauer Eicher Motors mit 4,8 Prozent folgen.

Goldman Sachs Asset Management sei mit dem GS India Equity Base auf dem Subkontinent investiert. Der Fonds trage die Fonds-Note 2 und habe 2014 ein Plus von 64,4 Prozent geschafft. Im indischen Seuchenjahr 2013 habe er mit 7,5 Prozent vergleichsweise wenig verloren. In den vergangenen fünf Jahren habe der Fonds seinen Wert um 86,8 Prozent bei einer Sharpe Ratio von 0,48 gesteigert.

Das Fondsmanagement-Team verwalte ein Vermögen von 565 Millionen Euro, das zu rund 22 Prozent in Finanzdienstleistungen investiere. IT-Aktien würden auf 19,4 Prozent und Industriewerte auf 11,8 Prozent kommen. Der IT-Konzern Infosys sei mit 7,6 Prozent am stärksten gewichtet. Die Finanzdienstleister HCL Infosystems und TCS Group Holding würden mit 3,9 bzw. 3,8 Prozent folgen.

Ebenfalls mit FondsNote 2 bewertet sei der Schroders Indian Equity. Die 2014-Performance von 47,7 Prozent sei eher durchschnittlich. Als nahezu herausragend könne aber bezeichnet werden, was das Schroders-Team 2013 gemacht habe: Da habe der Fonds nur 2,8 Prozent verloren und rangiere damit in den Top-5 der Peergroup. In den vergangenen fünf Jahren sei es für den Fonds um knapp 58 Prozent nach oben gegangen. Die Sharpe Ratio betrage 0,34.

Das 202 Millionen Euro starke Portfolio bestehe zu mehr als einem Drittel aus Finanztiteln. IT-Aktien würden auf knapp 18 Prozent kommen, zyklische Konsumgüter auf 13,5 Prozent. Auch hier sei Infosys mit 6,4 Prozent am stärksten gewichtet. Die Finanzkonzerne Housing Development Finance (5,3 Prozent) und HDFC Bank (4,9 Prozent) würden dahinter folgen.

Ein einziger Fonds der Peergroup erreiche mit der FondsNote 1 die Top-Bewertung: Der First State Indian Subcontinent habe das Jahr 2014 mit einem Plus von 61,2 Prozent abgeschlossen. Die Stärke des Fonds zeige sich auch hier im Jahr 2013, als er nur 0,2 Prozent verloren habe. Der Top-Wert. Über fünf Jahre sei es um starke 132,3 Prozent nach oben gegangen, bei einer Sharpe Ratio von 0,90.

Das Vermögen von 290 Millionen Euro würden die Fondsmanager David Gait und Sashi Reddy zu gut 17 Prozent in Verbrauchsgüter investieren. Finanzaktien seien zu 15,6 Prozent gewichtet und Industriewerte zu exakt 15 Prozent. Der IT-Dienstleister Tech Mahindra sei mit einem Portfolioanteil von 6,9 Prozent größter Einzeltitel. Dahinter würden der Konsumgüteranbieter Marico (6,8 Prozent) und die Kotak Mahindra Bank (5,9 Prozent) folgen. (Ausgabe vom 15.01.2015) (16.01.2015/fc/a/f)





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