INVESCO Asia Infrastructure Fondsporträt


29.10.07 09:41
Euro fondsxpress

München (aktiencheck.de AG) - Wenn Maggie Lee über den INVESCO Asia Infrastructure Fund spricht, kann sie ihr Publikum schnell begeistern, so die Experten von "Euro fondsxpress".

So etwa kürzlich in Prag, als sie ihren Fonds vor rund 100 Zuhörern vorgestellt habe, die zuvor ihren Lunch eingenommen hätten. Doch Müdigkeit sei beim Publikum nicht aufgekommen. "China muss in den nächsten Jahren 85.000 Kilometer Straßen und Schienen errichten. Wissen Sie, wie viel das ist?", frage sie sofort keck in die Runde. "Das entspricht dem zweifachen Erdumfang", so die richtige Antwort eines Zuhörers. "Können Sie das glauben?", frage sie, als könnte auch sie es nicht fassen und habe damit das Publikum auf ihre Seite gezogen.

Im Stakkato könne die in Hongkong arbeitende Fondsmanagerin runterbeten, weiches Land bis wann wie viel in Infrastruktur Infrastrukturprojekte stecken wolle. Die Logik dabei sei immer die Gleiche: Ohne mehr Kapital für die Infrastruktur könnten die asiatischen Länder ihr hohes Wachstum nicht aufrechterhalten. Aber: "Die meisten asiatischen Staaten haben bislang viel zu lange viel zu wenig in ihre Infrastruktur investiert", betone Lee.

Beispiel China: Das Land habe einen enormen Bedarf an Wasseraufbereitung, weil die verschmutzten Flüsse die Industrieproduktion bald bremsen könnten und die Menschen nicht mehr mit Trinkwasser versorgt werden könnten. In Indien dagegen fehle es an ausreichend Strom. Auch Straßen und Flughäfen seien dort überlastet. Hinzu komme, dass die Stadtbevölkerung in Asien pro Jahr um 44 Mio. Einwohner wachse. Daher müsse an allen Ecken und Enden gebaut werden. Der Vorteil dabei, so Lee: "Die Nachfrage nach Infrastruktur ist sehr stabil und weitgehend unabhängig von Konjunkturzyklen. Daher sind die Gewinne von Unternehmen in diesem Bereich sehr gut vorhersehbar."

Die INVESCO-Managerin investiere in asiatische Firmen, die Flughäfen errichten oder Kraftwerke und Krankenhäuser bauen würden. Zudem halte sie Aktien wie China Mobile. Grund: Das Unternehmen habe im Mobilfunkgeschäft Chinas einen Marktanteil von 68 Prozent. Zwar hätten allein im Juli sieben Mio. Chinesen ein Mobilfunkvertrag abgeschlossen. Aber erst 35 Prozent der Bevölkerung besitze ein Handy.

Im Schnitt halte Lee 70 bis 130 Titel im Fonds. Die meisten davon würden derzeit aus China und Indien stammen. Gegenüber dem breiten asiatischen Aktienmarkt seien ihre Titel teuer. "Dafür wachsen sie deutlich stärker und passen gut zu unserem GARP-Stil", bemerke Lee. GARP sei die Abkürzung für Growth at reasonable Prices. Zu Deutsch: Wachstum zu vernünftigen Preisen.

Doch sei der Fonds mit 3,2 Mrd. USD nicht zu groß? Solle er vielleicht sogar geschlossen werden? "Schauen Sie auf die Performance. Bislang habe ich keine Probleme. Und würde ich hier stehen, wenn eine Schließung geplant wäre?" Zuletzt sei der INVESCO Asia Infrastructure exzellent gelaufen. Ein Rückschlag in China und Indien würde ihn aber hart treffen. Doch die Anlage-Idee sei langfristig angelegt. (Ausgabe 43/2007 vom 26.10.2007) (29.10.2007/fc/a/f)