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Gold trotzt der Finanzmarktkrise


30.04.08 10:07
BlackRock

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Inmitten der zuletzt an den Finanzmärkten erlebten Volatilität war die starke Preisentwicklung von Goldbarren äußerst beeindruckend, besonders als klar wurde, wie tückisch die Kapitalmärkte im Angesicht der Kreditkrise sein werden, so die Experten von BlackRock.

Diese Bedingungen hätten sicherlich den Zulauf in so genannte "sichere Häfen" verstärkt, zu denen auch Goldbarren gerechnet würden. Der Preisaufschwung bei den Edelmetallen stehe aber in jedem Fall auf einem soliden Fundament.

Jüngste Höchststände, bei denen der Goldpreis erstmals die Marke von 1.000 USD pro Feinunze überschritten habe, seien durch die starke Nachfrage von Anlegern unterstützt worden, denen das vorherrschende Bankenklima Angst gemacht habe. Zudem hätten Barren eine lange Tradition als Absicherung gegenüber Inflation, USD-Schwäche und geopolitischen Spannungen.

Neben diesen bereits starken Argumenten hätten auch Zentralbanken aus Asien, dem Mittleren und Nahen Osten, die für ihre USD-Reserven bekannt seien, mit der Diversifizierung jenseits des USD begonnen. Es wäre von daher nicht überraschend, wenn sich einige dem Gold als Alternative zugewandt hätten. Auch die Nachfrage aus der Schmuckindustrie könnte auf lange Sicht steigen, in den entwicklungsstarken Schwellenländern entwickle sich eine wohlhabendere Mittelschicht.

Auf der anderen Seite der Gleichung stehe eine Goldminenproduktion, die seit 2001 stagniere oder gar zurückgehe. In den 1990er Jahren sei der Goldpreis niedrig gehalten worden durch Zentralbanken, die wesentliche Teile ihrer Bestände veräußert und so das Angebot auf dem Markt erhöht hätten. Als die Goldpreise gefallen seien, hätten Minengesellschaften bei der Exploration gespart und die Investitionen in existierende Anlagen gekürzt. Mit dem nachfolgenden Anstieg des Goldpreises hätten die Investitionen dann nicht mehr Schritt gehalten, sodass neue Goldquellen heute rar seien.

Bemerkenswerterweise würden einige Branchenprognosen davon ausgehen, dass sich die Produktion weiter verringern werde - um zehn bis 15 Prozent innerhalb der nächsten fünf Jahre. Der langfristige Ausblick für die Goldnachfrage aus der Schmuckindustrie sei dagegen wegen des steigenden Wohlstandes in den Schwellenländern positiv, wenngleich es nicht überrasche, wenn die Nachfrage kurzfristig aufgrund von Preisspitzen schwächele. Angesichts der stagnierenden oder gar zurückgehenden Goldminenproduktion würde es aber wohl Preise jenseits von 1.000 USD pro Unze brauchen, um den Trend abzuflachen oder umzukehren.

Auf der Basis dieser starken Fundamentaldaten sähen Goldbarren nicht mehr ganz so teuer aus, wie es zunächst scheine. Wenn man den heutigen Preis ins rechte Licht rücken wolle, müsse man zudem anmerken, dass der im Januar 1980 erreichte letzte Höchststand von 850 USD pro Feinunze Gold in heutiger Währung einem Preis von etwa 2.279 USD entsprechen würde. Ungeachtet der erreichten neuen nominellen Höchststände und des Umstandes, dass Goldaktien relativ zu Goldbarren weiterhin günstig seien, scheine der Aufwärtstrend erhalten zu bleiben. Jeden Rücksetzer sollte als Chance betrachtet werden, Goldaktienbestände auf- oder auszubauen. (30.04.2008/fc/a/b)