Gold glänzt auch nach Preiskorrektur weiter


24.06.14 14:01
Erste Group Research

Wien (www.fondscheck.de) - In den letzten zwölf Monaten hat sich der Goldpreis nach einem Zickzack-Kurs auf einem höheren Niveau als noch vor einem Jahr stabilisiert, so die Analysten von Erste Group Research.

Viele Gold-Bullen seien seither auf der Verkäuferseite gewesen und durch diese gesunde Preiskorrektur sei viel Spekulation aus dem Sektor gewichen. In Relation zu anderen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen aber auch zahlreichen Sachgütern scheine Gold daher im aktuellen Umfeld weiter günstig bewertet. Das 12-Monats-Ziel für Gold liege bei 1.500 USD.

Als der Goldpreis 2011 sein Intraday-Allzeithoch bei USD 1.920 markiert habe, habe der Preis weit über der 40-Tages-Linie gehandelt, er sei somit extrem überkauft gewesen. Jetzt habe sich das Blatt gewendet. Die technische Analyse zeige, dass der Goldpreis langfristig bereits extrem überverkauft sei. Das heiße, wesentliche Investoren hätten hohe Bestände an Gold seither verkauft. Die derzeitige korrektive Phase stelle den drittgrößten Abverkauf seit 1971 dar. Man erkenne auch, dass der aktuelle Bullenmarkt im Vergleich zu den 70er Jahren von deutlich geringerer Volatilität geprägt sei. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass die Trendbeschleunigungsphase nach oben noch bevorstehe. "Gold stieg seit dem letzten Goldreport um fast 8%, seit Jahresbeginn um mehr als 9%", so Hans Engel, Experte für internationale Aktienmärkte in der Erste Group.

Viele Notenbanken hätten in den letzten Jahren ihre Bilanzsummen sehr stark ausgeweitet. Die EZB habe ihre Bilanz und damit die Geldmenge im Jahresdurchschnitt seit 2002 um 12,6% ausgeweitet und sei damit sogar eher zurückhaltend gewesen, verglichen mit der Bank of England (20,5%) oder der People's Bank of China (20,7%). Im Vergleich dazu sei der Goldbestand jährlich um nur 1,48% gewachsen. Das unterstreiche die relative Knappheit von Gold im Vergleich zu Papiergeldwährungen. Aufgrund dieser geldpolitischen Maßnahmen und der globalen Währungsabwertungen sei davon auszugehen, dass der Wechselkurs zwischen Gold und Papiergeldwährungen weiter steigen werde.

Der Großteil der physischen Goldnachfrage komme mittlerweile aus den Schwellenländern. Alleine "Chindia" sei im Vorjahr für rund 62% der gesamten Nachfrage verantwortlich gewesen. Bemerkenswert erscheine die Tatsache, dass der Pro-Kopf-Besitz von Gold seit Beginn des 20. Jahrhunderts nur zwischen 0,6 Unzen und 0,85 Unzen (pro Person) schwanke, während die Gesamtbevölkerung von 1,6 Mrd. auf 7 Mrd. explodiert habe. Trotz der geringeren Kaufkraft sei die Pro-Kopf-Nachfrage in den Schwellenländern enorm hoch. Bereits die Hälfte der Top-20-Goldkäufer komme von dort. Die wachsende Bedeutung der asiatischen Mittelschicht und der dort vorherrschende Faible für Gold würden nach wie vor unterschätzt. Gehe man von einem steigenden Wohlstand in diesen Regionen sowie von niedrigen bzw. negativen Realzinsen aus, so werde der Nutznießer dieser Entwicklung noch einmal deutlich: Gold.

Anleger sollten sich Gold nicht wegen eines momentanen hohen oder niedrigen Kurses ins Depot legen. Gold sei purer Besitz und trage insgesamt zu einer erhöhten Portfoliodiversifizierung bei, da es mit anderen Vermögenswerten im Schnitt nur mit 0,1 korreliere. Außerdem gebe es kein Gegenparteienrisiko und es sei hochliquide und könne somit jederzeit veräußert werden. Auch bei unerwarteten politischen und wirtschaftlichen Ereignissen habe sich Gold als Stabilitätsfaktor im Portfolio bewiesen. Das würden auch zahlreiche internationale Studien belegen. Empfohlen werde nach wie vor eine Investition in Höhe von 5 Prozent bis maximal 10 Prozent des Gesamtvermögens.

Der Ausblick für den Goldpreis sei nach einer langen Bodenbildungsphase optimistisch. Der nominelle Goldpreis möge zwar noch immer hoch erscheinen. Aber in Relation zur gesamten Geldmenge befinde er sich auf einem Allzeit-Tief. Dies könne als außerordentliche Einstiegsgelegenheit erachtet werden. Gold sei in Relation zu Aktien und Anleihen, aber auch zu zahlreichen Sachgütern günstig bewertet. Damit sei auch das häufig ins Feld geführte Argument einer Gold-Bubble nicht relevant. Aus technischer Sicht sei zu erwarten, dass sich der Goldpreis am Ende seiner langen Konsolidierungsphase befinde. Dafür würden unter anderem das extrem negative Sentiment, die zuletzt gesehene relative Stärke der Minenaktien sowie insbesondere die eindeutig positiv zu interpretierenden Marktdaten von den Edelmetallbörsen sprechen. (24.06.2014/fc/a/m)





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