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Globaler Ausblick: In der Warteschleife
09.11.15 16:54
Goldman Sachs Asset Management
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Ungeachtet der jüngsten Entwicklungen halten wir an unserem positiven Ausblick für die Weltwirtschaft fest, sehen jedoch mittlerweile weniger Anlass für Optimismus, so Andrew Wilson, CEO für EMEA und Co-Head des Global Fixed Income und Liquidity Management Teams bei Goldman Sachs Asset Management.
So bremse die Abkühlung in den Schwellenmärkten die globale Wirtschaft und in den USA sowie Europa lasse die Wachstumsdynamik nach. Japan habe mit stärkerem Gegenwind zu kämpfen und in China sei weiterhin mit volatilen Märkten zu rechnen. Schließlich sei an den Rohstoffmärkten noch immer kein Ende des Preisverfalls in Sicht, wodurch die Vorteile niedrigerer Ölkurse allmählich schwinden würden.
Die US-Wirtschaft sei hin und her gerissen zwischen einer starken Binnenkonjunktur einerseits und einem schwächelnden globalen Wachstum andererseits. Eine Zinserhöhung im Dezember würden die Experten deshalb für keine ausgemachte Sache halten. Vielmehr sehe es zunehmend danach aus, dass die geldpolitische Wende noch weiter verschoben werde.
Zu den wirtschaftlichen Stärken der USA würden derzeit die verbesserten Arbeitsmarktdaten, die positive Lage am Häusermarkt und die gestiegenen Einzelhandelsumsätze zählen. Die Abwärtsrisiken aufgrund angespannter Finanzbedingungen und einer schwachen globalen Nachfrage seien jedoch gestiegen, außerdem würden Produktionskürzungen im Energiesektor Investitionen in diesem Bereich gefährden.
Die Dollar-Rally dürfte kurzfristig an Schwung verloren haben, sofern die geldpolitische Lockerung außerhalb der USA nicht noch aggressiver betrieben werde. Die Experten würden den Dollar gegenüber ausgewählten G10- und Schwellenländerwährungen daher leicht übergewichten.
China durchlaufe derzeit einen Wandel von einem industriegeprägten hin zu einem dienstleistungsorientierten Wirtschaftsmodell. Hierin würden die Experten die Gründe sehen, weshalb das Wirtschaftswachstum dort unter die selbst gestellte Zielmarke von 7 Prozent gesunken sei. Die Wachstumsprognose der Experten laute hier 6,7 Prozent für dieses Jahr und 6,3 Prozent für 2016. Seitens der People's Bank of China würden die Experten mit weiteren gezielten Stimuli rechnen, da die Finanzbedingungen angespannt bleiben würden und die jüngsten Interventionen gerade einmal die Kapitalabflüsse abdecken würden.
Die Experten seien short in einem Bündel asiatischer Währungen mit Koreanischem Won, Singapur-Dollar, Taiwanischem Dollar und Chinesischem Renminbi, die sie durch eine langwierige Wachstumsflaute in China unter Druck geraten sehen würden.
Die Wachstumsdynamik in der Eurozone sei abgeebbt und die größte politische Herausforderung gehe nicht mehr von einem drohenden Grexit, sondern der gewaltigen Flüchtlingskrise aus. An der geldpolitischen Front sei damit zu rechnen, dass die Europäische Zentralbank Anfang 2016 ihre quantitative Lockerung ausweiten werde. Die Wachstumsprognose der Experten für die Eurozone liege für dieses Jahr kaum verändert bei 1,4 Prozent und bei 1,2 Prozent für 2016.
Als Wachstumshemnisse würden die Experten die niedrigen Energiepreise, die schwache Preisentwicklung im Dienstleistungssektor, die aufgestaute Deflation bei Warenpreisen und die ungünstige demografische Entwicklung betrachten.
Die Haltung der Experten gegenüber dem Euro sei kurzfristig neutral, da die Experten aufgrund des Leistungsbilanzüberschusses der Eurozone das Potenzial für weitere deutliche Kursrückgänge als begrenzt erachten würden.
Japan sei mit einem möglichen Rückfall in die Rezession konfrontiert, sodass die Experten in den nächsten sechs Monaten mit einer erneuten quantitativen Lockerung seitens der Bank of Japan rechnen würden. Die Experten würden befürchten, dass die neue Geldschwemme zu einer höheren Volatilität bei japanischen Anleihen führen könnte, und seien daher moderat untergewichtet. Ihre Prognose für das Wachstum in Japan 2015 und 2016 hätten die Experten auf 0,5 Prozent bzw. 1,1 Prozent gesenkt.
Die Experten seien im Yen gegenüber dem US-Dollar leicht untergewichtet und würden eine kleine Short-Position in japanischen Zinspapieren halten.
Nach Einschätzung der Experten werde die britische Wirtschaft 2016 um 3 Prozent wachsen. Die Bank of England könnte daher Anfang 2016 einen ersten Zinsschritt wagen, wobei die Experten es für unwahrscheinlich halten würden, dass sie der US-Notenbank zuvorkomme. In diesem Umfeld dürften sich europäische Zinsen allerdings besser entwickeln als der britische Markt.
Die Assets von Schwellenländern hätten dem Druck des allgemeinen Rohstoffpreisverfalls nachgegeben, doch würden die Experten in einigen Sektoren durchaus Anlagegelegenheiten sehen. Viele Anleihen- und Währungsmärkte in diesen Ländern würden attraktive Charttechniken sowie Bewertungen aufweisen. Indien komme beispielsweise langsam mit dringend benötigten Reformen voran, die auf eine Öffnung des Landes für ausländische Investitionen abzielen würden und Mexiko habe sich bereits zur Liberalisierung seines Energiesektors verpflichtet.
Bei brasilianischen Anleihen würden die Experten Wertpotenzial sehen, sowohl im Nominal- als auch im Realzinsbereich. Die Experten würden Long-Positionen im Chilenischen Peso, Kolumbianischen Peso und Russischen Rubel unterhalten - alles rohstoffgetriebene Währungen, die nach Meinung der Experten Aufwertungspotenzial gegenüber dem Israelischen Schekel hätten. (09.11.2015/fc/a/m)
So bremse die Abkühlung in den Schwellenmärkten die globale Wirtschaft und in den USA sowie Europa lasse die Wachstumsdynamik nach. Japan habe mit stärkerem Gegenwind zu kämpfen und in China sei weiterhin mit volatilen Märkten zu rechnen. Schließlich sei an den Rohstoffmärkten noch immer kein Ende des Preisverfalls in Sicht, wodurch die Vorteile niedrigerer Ölkurse allmählich schwinden würden.
Die US-Wirtschaft sei hin und her gerissen zwischen einer starken Binnenkonjunktur einerseits und einem schwächelnden globalen Wachstum andererseits. Eine Zinserhöhung im Dezember würden die Experten deshalb für keine ausgemachte Sache halten. Vielmehr sehe es zunehmend danach aus, dass die geldpolitische Wende noch weiter verschoben werde.
Zu den wirtschaftlichen Stärken der USA würden derzeit die verbesserten Arbeitsmarktdaten, die positive Lage am Häusermarkt und die gestiegenen Einzelhandelsumsätze zählen. Die Abwärtsrisiken aufgrund angespannter Finanzbedingungen und einer schwachen globalen Nachfrage seien jedoch gestiegen, außerdem würden Produktionskürzungen im Energiesektor Investitionen in diesem Bereich gefährden.
Die Dollar-Rally dürfte kurzfristig an Schwung verloren haben, sofern die geldpolitische Lockerung außerhalb der USA nicht noch aggressiver betrieben werde. Die Experten würden den Dollar gegenüber ausgewählten G10- und Schwellenländerwährungen daher leicht übergewichten.
China durchlaufe derzeit einen Wandel von einem industriegeprägten hin zu einem dienstleistungsorientierten Wirtschaftsmodell. Hierin würden die Experten die Gründe sehen, weshalb das Wirtschaftswachstum dort unter die selbst gestellte Zielmarke von 7 Prozent gesunken sei. Die Wachstumsprognose der Experten laute hier 6,7 Prozent für dieses Jahr und 6,3 Prozent für 2016. Seitens der People's Bank of China würden die Experten mit weiteren gezielten Stimuli rechnen, da die Finanzbedingungen angespannt bleiben würden und die jüngsten Interventionen gerade einmal die Kapitalabflüsse abdecken würden.
Die Experten seien short in einem Bündel asiatischer Währungen mit Koreanischem Won, Singapur-Dollar, Taiwanischem Dollar und Chinesischem Renminbi, die sie durch eine langwierige Wachstumsflaute in China unter Druck geraten sehen würden.
Als Wachstumshemnisse würden die Experten die niedrigen Energiepreise, die schwache Preisentwicklung im Dienstleistungssektor, die aufgestaute Deflation bei Warenpreisen und die ungünstige demografische Entwicklung betrachten.
Die Haltung der Experten gegenüber dem Euro sei kurzfristig neutral, da die Experten aufgrund des Leistungsbilanzüberschusses der Eurozone das Potenzial für weitere deutliche Kursrückgänge als begrenzt erachten würden.
Japan sei mit einem möglichen Rückfall in die Rezession konfrontiert, sodass die Experten in den nächsten sechs Monaten mit einer erneuten quantitativen Lockerung seitens der Bank of Japan rechnen würden. Die Experten würden befürchten, dass die neue Geldschwemme zu einer höheren Volatilität bei japanischen Anleihen führen könnte, und seien daher moderat untergewichtet. Ihre Prognose für das Wachstum in Japan 2015 und 2016 hätten die Experten auf 0,5 Prozent bzw. 1,1 Prozent gesenkt.
Die Experten seien im Yen gegenüber dem US-Dollar leicht untergewichtet und würden eine kleine Short-Position in japanischen Zinspapieren halten.
Nach Einschätzung der Experten werde die britische Wirtschaft 2016 um 3 Prozent wachsen. Die Bank of England könnte daher Anfang 2016 einen ersten Zinsschritt wagen, wobei die Experten es für unwahrscheinlich halten würden, dass sie der US-Notenbank zuvorkomme. In diesem Umfeld dürften sich europäische Zinsen allerdings besser entwickeln als der britische Markt.
Die Assets von Schwellenländern hätten dem Druck des allgemeinen Rohstoffpreisverfalls nachgegeben, doch würden die Experten in einigen Sektoren durchaus Anlagegelegenheiten sehen. Viele Anleihen- und Währungsmärkte in diesen Ländern würden attraktive Charttechniken sowie Bewertungen aufweisen. Indien komme beispielsweise langsam mit dringend benötigten Reformen voran, die auf eine Öffnung des Landes für ausländische Investitionen abzielen würden und Mexiko habe sich bereits zur Liberalisierung seines Energiesektors verpflichtet.
Bei brasilianischen Anleihen würden die Experten Wertpotenzial sehen, sowohl im Nominal- als auch im Realzinsbereich. Die Experten würden Long-Positionen im Chilenischen Peso, Kolumbianischen Peso und Russischen Rubel unterhalten - alles rohstoffgetriebene Währungen, die nach Meinung der Experten Aufwertungspotenzial gegenüber dem Israelischen Schekel hätten. (09.11.2015/fc/a/m)


