Franklin AC Asia ex Japan UCITS ETF: China als eigenständige Assetklasse - ETF-Analyse


19.01.24 13:00
Franklin Templeton

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Asien, ein Kontinent, der für Vielfalt, Dynamik und wirtschaftlichen Aufstieg steht, hat sich zu einem Brennpunkt für globale Investoren entwickelt, die inmitten einer sich wandelnden Finanzlandschaft nach Chancen suchen, so Marcus Weyerer, CFA, Senior ETF Investment Strategist Franklin Templeton ETFs EMEA im Kommentar zum Franklin AC Asia ex Japan UCITS ETF.

Mit seiner Vielfalt an Kulturen, Volkswirtschaften und geopolitischen Verflechtungen stehe Asien am Scheideweg von Wachstum, Innovation und erheblicher Bevölkerungsdynamik. Für das Jahr 2023 sehe der IWF beispielsweise für Indien ein Wachstum von deutlich über 6%, für einige ASEAN-Länder von über 5% und für Hongkong von über 4%, verglichen mit einem weltweiten Durchschnitt von 3%. Die Gründe für die strategische Ausgliederung Chinas aus den Anlageportfolios würden auf der zunehmenden Anerkennung des wirtschaftlichen und politischen Gewichts Chinas auf der Weltbühne sowie der daraus resultierenden einzigartigen Herausforderungen und Chancen beruhen. Weyerer konzentriere sich auf vier Säulen: verbesserte Diversifikation, geopolitisches Risikomanagement und Flexibilität, die aktuelle taktische Sichtweise auf China und ein verstärktes Engagement in kleineren, aber dynamischen asiatischen Volkswirtschaften.

Der Aufstieg Chinas in den letzten zwei Jahrzehnten habe die wirtschaftliche Entwicklung in Asien entscheidend geprägt. Sein schnelles Wachstum, seine technologischen Fortschritte und seine strategische Bedeutung hätten die Anleger gezwungen, ihre Allokation in den Schwellenländern und insbesondere in Asien zu überdenken. Traditionell sei Japan in den meisten Asien-Indices nicht berücksichtigt worden, zum Teil aufgrund seiner dominierenden Marktkapitalisierung, aber auch um den wirtschaftlichen Besonderheiten Japans Rechnung zu tragen. Derzeit mache Japan etwa 40% eines All-Asia-Index aus. Das seien zwar 9 Prozentpunkte weniger als vor zehn Jahren, aber immer noch zu viel für das Verständnis der meisten Anleger von einer gut diversifizierten Allokation. Das Gewicht Chinas habe sich dagegen von 9 auf 18% ungefähr verdoppelt.

Da die meisten Anleger Japan in der Praxis bereits separat allokieren würden, bedeute dies, dass China in den Allokationen außerhalb Japans ein Gewicht von etwa 30% habe. Auch in den Indices der Schwellenländer habe das Land einen Anteil von rund 30%. Die Anleger würden sich zunehmend unwohl bei einem solch übergroßen Einfluss eines einzelnen Marktes fühlen, unabhängig von ihrer aktuellen taktischen Einschätzung des Landes.

Aus Sicht der Portfoliokonstruktion und -diversifizierung erscheine es sinnvoll, Engagements in Asien (ohne Japan) oder in den Schwellenländern weiter aufzuschlüsseln und die Allokation in China separat zu verwalten - zum Beispiel mit ETFs auf einzelne Länder. Die Entscheidung, sowohl Japan als auch China strategisch auszuschließen, trage lediglich dem potenziellen Konzentrationsrisiko Rechnung, das mit Wirtschaftsgiganten verbunden sei.

Die geopolitischen Spannungen würden seit Jahren zunehmen, und die Beziehungen zwischen den USA und China stünden aufgrund einer Vielzahl von Problemen unter starkem Druck. "Die Anleger sind auch vor Risikoszenarien auf der Hut, die vor dem Einmarsch Russlands in der Ukraine irrelevant oder zumindest weit hergeholt schienen", so Weyerer. In jüngster Zeit habe es Anzeichen für eine zaghafte Annäherung zwischen Washington und Peking gegeben, doch angesichts der in weniger als einem Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlen würden die Erwartungen an eine umfassende Einigung über die zahlreichen Differenzen zwischen den Supermächten gering bleiben.

In der Tat sollten sich die Anleger in den kommenden Jahren auf wiederkehrende Volatilitätsschübe einstellen, die nicht von wirtschaftlichen, sondern von geopolitischen Nachrichten bestimmt würden. In einem solchen Umfeld werde sich das Konzept der Disaggregation nach Meinung von Weyerer sowohl bei kurzfristigen Händlern als auch bei strategischen Anlegern immer mehr durchsetzen. Die Option auf Flexibilität und schnelle Ausführung im Portfoliomanagement werde eine Prämie einbringen, selbst wenn die Option nie ausgeübt werde.

Die Wertentwicklung chinesischer Aktien in den letzten fünf Jahren sei durch ausgeprägte Höhen und Tiefen gekennzeichnet gewesen, aber insgesamt seien die Renditen herausfordernd gewesen. Der FTSE Asia ex Japan ex China Index habe sein Pendant Asia ex Japan über fünf Jahre um 26 Prozentpunkte übertroffen, über drei Jahre um 22 Prozentpunkte und seit Jahresbeginn um 9 Prozentpunkte. Weyerer sehe die langfristigen Chancen Chinas weiterhin konstruktiv - ein Land, das sich in einer mehrjährigen Übergangsphase befinde, die bisweilen schmerzhaft sein werde, aber möglicherweise zu einem nachhaltigeren, wenn auch niedrigeren Wachstum führen werde. Viele Anleger seien derzeit eher besorgt über die zahlreichen Herausforderungen und könnten eine taktische Untergewichtung Chinas in Erwägung ziehen - insbesondere angesichts der dominierenden Gewichtung des Landes in den Asien- und EM-Standardindices. Das Land befinde sich nicht nur in einer anderen Konjunkturphase als viele andere Volkswirtschaften, sondern sein gesamtes Wirtschaftsmodell sei ziemlich einzigartig.

Für Anleger, die die kurz- bis mittelfristige Entwicklung derzeit vorsichtig einschätzen würden, könne eine Allokation außerhalb Chinas in Kombination mit einem breiten China-Engagement die nötige Präzision bieten, um ihre Portfolios besser auf ihre Wirtschaftsanalyse abzustimmen.

Asien biete ein vielfältiges Universum von Volkswirtschaften, das in den Portfolios möglicherweise unterschätzt werden könne. Indien sei eines der am schnellsten wachsenden Länder mit soliden kurzfristigen und langfristigen Aussichten. Taiwan und Südkorea würden über erstklassige technologische Kapazitäten verfügen, während Hongkong und Singapur zwei der weltweit führenden Finanzzentren und Handelsplätze seien. Indonesien nehme Platz 4 unter den bevölkerungsreichsten Ländern ein, habe die größte Wirtschaft in Südostasien und verfüge über etwa ein Fünftel der weltweiten Nickelreserven. Das Land sei bereit, eine Schlüsselrolle in der Lieferkette für Elektrofahrzeuge zu spielen.

Viele der oben genannten Länder seien gut positioniert, um von der sich ausbreitenden "China+1"-Strategie in der Fertigung zu profitieren. Eine Umverteilung der Indexgewichte Chinas auf einige dieser Akteure sei nicht nur aus Gründen der Diversifizierung sinnvoll, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht.

Die Entscheidung, China aus den Standard-Engagements auszuschließen, stelle einen neuen Ansatz für die Aktienallokation in Asien dar. Weyerer sei jedoch der Meinung, dass es über taktische Überlegungen hinaus auch langfristige Argumente gebe, die dafür sprechen würden. Die Bedeutung Chinas als Land und Wirtschaft sowie seine Dominanz in Asien und in den Schwellenländerindices würden für eine gesonderte Betrachtung sprechen. Die geopolitischen Spannungen würden schwanken, aber das Entstehen einer weiteren Supermacht neben den USA werde anhalten. Chinas Wachstumskurs verlangsame sich, was mit der Tatsache in Einklang stehe, dass sich China zu einem Land mit mittlerem Einkommen entwickelt habe und kurz davor stehe, in die Gruppe der Länder mit hohem Einkommen aufzusteigen. Einige seiner unmittelbaren und regionalen Nachbarn hingegen würden an Fahrt aufnehmen. Asien als wirtschaftliche Einheit werde das weltweite Wachstum zunehmend antreiben, und viele der Volkswirtschaften würden Anlegern Chancen bieten, die in Standard-Engagements möglicherweise nicht gut widergespiegelt würden.

Neupositionierung des Franklin AC Asia ex Japan UCITS ETF

Nach sorgfältiger Prüfung habe der Verwaltungsrat von Franklin Templeton ICAV Pläne zur Neupositionierung des Franklin AC Asia ex Japan UCITS ETF bestätigt, vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre.

Im Falle einer Genehmigung werde das Anlageziel des Fonds von der derzeitigen Smart-Beta-Strategie für Asien (ohne Japan) auf ein passives Engagement in asiatischen Aktien mit breiter Marktkapitalisierung (ohne China und Japan) umgestellt.

Derzeitiges Anlageziel: Das Ziel des Teilfonds bestehe darin, ein Engagement in Aktien mit großer und mittlerer Marktkapitalisierung in Asien, mit Ausnahme von Japan, aufzubauen.

Vorgeschlagenes Anlageziel (vorbehaltlich der Zustimmung der Aktionäre): Das Ziel des Teilfonds bestehe darin, ein Engagement in Aktien mit großer und mittlerer Marktkapitalisierung in Asien, mit Ausnahme von Japan und China, aufzubauen.

Der Verwaltungsrat sei der Ansicht, dass die Neupositionierung des Aktienengagements eine größere Übereinstimmung mit den Bedürfnissen der Kunden in der Region bringen werde. Darüber hinaus sollten die Anleger nach der Umstellung von einer quantitativen Multi-Faktor-Strategie für Asien auf ein eher passives, breit angelegtes Benchmark-Engagement von einer geringeren Gebühr profitieren.

Durch die Ausgliederung Chinas aus dem Anlageuniversum könnten Anleger ihr China-Engagement je nach ihren Zielen separat verwalten.

Darüber hinaus seien die folgenden Änderungen für den neu positionierten Fonds vorgeschlagen worden:

- Änderung der Benchmark: Um die oben genannten Änderungen zu erleichtern, sei es notwendig, die Benchmark des Fonds von LibertyQ AC Asia ex Japan Index auf den "FTSE Asia ex Japan ex China Index-NR" zu ändern. Der Indexanbieter werde ebenfalls von "MSCI" in "FTSE Russell" geändert.

- Änderung des Fondsnamens: Infolge der oben genannten Aktualisierungen werde auch vorgeschlagen, den Fonds von Franklin AC Asia ex Japan UCITS ETF in Franklin FTSE Asia ex China ex Japan UCITS ETF umzubenennen.

- Senkung der TER: Die Gesamtkostenquote (TER) für den Fonds werde von 0,40% auf 0,14% gesenkt. (19.01.2024/fc/a/e)





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IE00BFWXDV39 A2JKUU 33,00 € 19,98 €