Fondshandel: Zulauf für Aktienfonds


25.06.15 17:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Börsen kommen nicht zur Ruhe, so die Deutsche Börse AG.

Die heftigen Kursverluste Ende Mai und Anfang Juni sowie die kräftigen Gewinne in dieser Woche würden auch Fonds-Anleger nicht kalt lassen. "Seit die Entscheidung im griechischen Schuldenstreit näher gerückt ist, sehen wir hohe Umsätze", berichte Andreas Kehnen von der Baader Bank. Mit den zuletzt verbesserten Aussichten auf eine Einigung hätten - nach einem ruhigen Monatsanfang - viele Anleger Aktienfonds gekauft.

"Es waren extrem volatile Wochen, der DAX hat immerhin um 1.000 Punkte geschwankt", bemerke Frank Wöllnitz von der ICF Bank. Allerdings werde nur bei Kursverlusten rege verkauft, bei Kursgewinnen sei wenig los. "Die hohe Volatilität spiegelt sich in den Umsätzen nicht wider. Alles wartet auf einen Entscheidung." Das größte Handelsaufkommen habe die Bank bei gemischten Fonds verzeichnet, gefolgt von europäischen Aktienfonds sowie Rentenfonds.

Besonders Produkte mit europäischen und deutschen Aktien würden seit einigen Tagen richtig gut ankommen, wie Kehnen beobachtet habe. Extrem stark gefragt seien etwa der DWS Deutschland, der DWS Aktien Strategie Deutschland und der DekaFonds TF. Wöllnitz melde für den Bereich der europäischen Aktienfonds aber Abgaben im BGF European Equity Income.

Geringer würden der Baader Bank zufolge die Umsätze mit internationalen Aktienfonds ausfallen. "Hier wird stark auf den Euro/US-Dollar-Wechselkurs geschaut", erläutere Kehnen. Zugegriffen werde etwa im UniFavorit: Aktien, im Dirk Müller Premium Aktien (ISIN DE000A111ZF1 / WKN A111ZF) und im Robeco BP Global Premium Equities, der JOHCM Global Select stehe hingegen auf den Verkaufslisten.

Abgesehen von Griechenland gebe es noch ein großes Thema an den Märkten: China und der dortige Börsenboom beziehungsweise dessen mögliches Ende. Die Festlandsaktien seien seit dem vergangenen Sommer rasant gestiegen, der CSI300, der die 300 wichtigsten Aktien der Börsen Shanghai und Shenzhen abbilde, habe sich mehr als verdoppelt. Ebenfalls nach oben sei es für den Hongkonger Hang Seng-Index gegangen - allerdings längst nicht so deutlich. Zuletzt hätten beide Indices aber kräftige Verluste verzeichnet.

Fondsanleger würden lieber die Reißleine ziehen, Kehnen zufolge würden der Threadneedle China Opportunities, der FF - China Focus von Fidelity und der GAM Star China Equity aus den Portfolios fliegen. "Da werden Gewinne mitgenommen." Beklagen könnten sich Anleger allerdings nicht, etwa komme der GAM Star China Equity - trotz jüngster Einbußen - auf Sechsmonatssicht immer noch auf einen Gewinn von 45 Prozent.

Kehnen berichte außerdem von Zuflüssen im Goldman Sachs India Equity Portfolio und Abflüssen aus dem HSBC GIF Indian Equity sowie aus dem breit aufgestellten DWS Emerging Markets Typ O (ISIN DE0009773010 / WKN 977301). "Im Vergleich zum turbulenten Mai sind, mit Ausnahme Chinas, die Umsätze in Schwellenländerfonds jetzt aber eher niedrig."

In Fonds mit russischen Aktien würden die Abgaben überwiegen, wie Wöllnitz feststelle, etwa im DWS Russia. Dieser schwächele seit April wieder, ein Teil der Gewinne aus dem ersten Quartal - nach dem durch die Ukrainekrise und die Sanktionen gegen Russland verursachten Einbruch in der zweiten Jahreshälfte 2014 - sei wieder weg.

Im Fokus der Anleger bleibe zudem der DWS Biotech, Wöllnitz melde gute Umsätze in beide Richtungen. Seit einigen Monaten sei hier die Dynamik dahin, der Kurs bewege sich seitwärts, auf Sicht von drei Jahren habe sich der Anteilspreis allerdings immer noch verdreifacht. Die Biotechnologiebranche bleibe im Branchenvergleich auf Jahressicht mit einem Plus von durchschnittlich 178 Prozent auch immer noch absoluter Renditespitzenreiter im Fondsbereich.

Mischfonds würden sich einmal mehr umsatzstark präsentieren. Hier hätten sich Anleger bei der ICF Bank vom Carmignac Patrimoine getrennt, im M&G Optimal Income, im Kapital Plus und im Flossbach von Storch Multiple Opportunities seien beide Seiten gespielt worden.

Wer dem Euro nicht traue, setze Kehnen zufolge auch weiterhin gerne auf Geldmarktfonds in Fremdwährungen: Gefragt seien etwa der auf Schweizer Franken lautende Vontobel Swiss Money, der Nordea-1 Norwegian Kroner Reserve Fund in Norwegischen Kronen (ISIN LU0078812822 / WKN 987173) und der FF - USD Cash in der US-Währung.

"Bei Immobilienfonds ist gar nichts los", bemerke Wöllnitz außerdem. Das Gleiche gelte für Minenfonds, wie Kehnen ergänze. Grund dürfte der Goldpreis sein: Der pendele weiterhin, trotz der Turbulenzen um Griechenland, um 1.200 US-Dollar je Feinunze. (Ausgabe vom 24.06.2015) (25.06.2015/fc/a/f)





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Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
328,24 € 327,10 € 1,14 € +0,35% 17.04./14:28
 
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