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Fondshandel Verkäufe quer Beet
09.08.11 16:29
Deutsche Börse AG
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Bei den Fondsanlegern kommen die Beruhigungsmaßnahmen vonseiten der Politik und der EZB offenbar ebenso wenig an wie bei den Aktionären, so die Deutsche Börse AG.
"Wir sehen nur Verkäufe - und das bei hohen Umsätzen", berichte Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler. Alles werde abgestoßen, vor allem natürlich Aktienfonds. "Wir sind bis oben voll mit Aufträgen", schildere die Baader Bank die Lage. Quer Beet werde alles verkauft - sowohl deutsche als auch internationale, asiatische oder US-amerikanische Fonds. "Da sticht nichts heraus."
Der Crash komme in Raten: Ganz so rabenschwarz wie von vielen befürchtet sei der gestrige Tag, der erste Handelstag nach der Herabstufung der USA durch die Rating-Agentur Standard & Poor's, zwar nicht ausgefallen. Allerdings hätten die Börsen empfindliche Abschläge verzeichnet: Der DAX habe 5 Prozent, der Dow Jones 5,6 verloren. Der Tragödie zweiter Teil folge allerdings offenbar heute: In Asien habe sich der Trend nach unten fortgesetzt, auch für den DAX gehe es weiter gen Süden - und zwar massiv. Zwischenzeitlich habe das deutsche Aktienbarometer 7 Prozent im Minus gelegen, aktuell seien es immer noch 2.
Der Goldpreis erreiche unterdessen immer neue Höhen, heute Morgen sei ein neuer Spitzenwert von 1.771 US-Dollar je Feinunze markiert worden. Die Anleger würden zudem weiter in den Schweizer Franken fliehen. "Die Versicherungen der Regierungen der G7-Staaten, nötige Schritte zur Stabilisierung der Märkte zu ergreifen, war wenig konkret und wirkte daher kaum beruhigend", erkläre die Commerzbank. Dagegen habe die EZB durch den Ankauf spanischer und italienischer Staatsanleihen den Markt bewegt. "Die Renditen sanken deutlich: für italienische Anleihen mit 5-jähriger Laufzeit von 5,5 Prozent auf 4,5 und bei spanischen von 5,4 Prozent auf 4,4."
Im allgemeinen Rausch nach unten bleibe nichts ausgespart: Auf den Verkaufslisten stehe Wöllnitz zufolge etwa das Fonds-Schwergewicht Carmignac Patrimoine. Der Mischfonds habe innerhalb weniger Tage seine zuletzt erzielten Gewinne aufgezehrt und verzeichne seit Jahresanfang mittlerweile ein Minus von über 6 Prozent. Andere, sonst ebenfalls beliebte Produkte wie die deutschen Aktienfonds UniFonds, DWS Deutschland und Dr. Erhardt German Equity würden ebenso wenig ungeschoren wegkommen, dasselbe gelte für den im Bereich deutsche Nebenwerte engagierten UniDeutschland XS.
Schwellenländerfonds, von denen sich ohnehin viele in diesem Jahr enttäuschend entwickelt hätten, würden nicht verschont: Anleger hätten sich vom DWS Russia und vom HSBC GIF Indian Equity getrennt, wie ICF Kursmakler melde. Aktienfonds mit Rohstoffwerten würden ebenfalls abgestoßen, als Beispiel nenne Wöllnitz den Allianz RCM Rohstofffonds A.
Auch andere Fonds mit Rohstoffunternehmen wie der BGF World Gold Fund A2, der BGF World Mining Fund A2 und der Stabilitas Silber+Weißmetalle (ISIN LU0265803667 / WKN A0KFA1) hätten herbe Verluste hinzunehmen. Von einem besonderen Interesse an Rentenfonds, etwa mit deutschen Staatsanleihen, oder auf Euro lautenden Geldmarktfonds könnten die Händler übrigens nicht berichten. Offenbar konzentriere sich derzeit alles auf den Ausverkauf - wie es dann weitergehe, werde später entschieden.
Selbst bei Ethik-Fonds, von denen viele eine langfristige Perspektive hätten, heiße die Devise "verkaufen". Wöllnitz habe etwa große Abflüsse beim Pioneer Funds Global Ecology A beobachtet. Der Öko-Fonds investiere in Unternehmen, die umweltfreundliche Technologien und Produkte entwickeln, nachhaltig wirtschaften würden und sich die Erhaltung einer sauberen Umwelt auf die Fahnen geschrieben hätten.
Dabei konzentriere sich das Fondsmanagement nicht auf eine Branche, sondern suche sich Unternehmen aus unterschiedlichsten Sektoren wie regenerative Energien, Recycling, Luftverunreinigungskontrolle, Wasserklärung und Wasseraufbereitung, biologische Nahrungsmittel oder Umweltberatung. Nichts zu tun haben dürften die Adressen mit Rüstung beziehungsweise Waffen, Tierversuchen, Menschenhandel, Tabak, Glücksspiel, Pornographie und Alkohol. Mit rund 3.500 Unternehmen sei das Anlageuniversum relativ groß, wie die Investmentgesellschaft erkläre. Viel Freude habe der Fonds seinen Anlegern in diesem Jahr allerdings nicht bereitet: Schon vor dem Crash habe er, gerechnet seit Jahresanfang, deutliche Verluste verzeichnet, seit gestern gehe es im freien Fall nach unten.
Frohlocken könnten unter den Fondsanleger derzeit lediglich die, die in den vergangenen Wochen so beliebten Geldmarktfonds in Schweizer Franken halten würden: Der Parvest Short Term CHF und der Vontobel Swiss Money B-CHF hätten nochmals deutlich zugelegt. Der erstere komme auf Sicht von einem Monat mittlerweile auf ein Plus von 10,5 Prozent, auf Sicht von drei seien es 16,4, der letztere auf 11,1 und 16,7 Prozent. (09.08.2011/fc/a/f)
"Wir sehen nur Verkäufe - und das bei hohen Umsätzen", berichte Frank Wöllnitz von ICF Kursmakler. Alles werde abgestoßen, vor allem natürlich Aktienfonds. "Wir sind bis oben voll mit Aufträgen", schildere die Baader Bank die Lage. Quer Beet werde alles verkauft - sowohl deutsche als auch internationale, asiatische oder US-amerikanische Fonds. "Da sticht nichts heraus."
Der Crash komme in Raten: Ganz so rabenschwarz wie von vielen befürchtet sei der gestrige Tag, der erste Handelstag nach der Herabstufung der USA durch die Rating-Agentur Standard & Poor's, zwar nicht ausgefallen. Allerdings hätten die Börsen empfindliche Abschläge verzeichnet: Der DAX habe 5 Prozent, der Dow Jones 5,6 verloren. Der Tragödie zweiter Teil folge allerdings offenbar heute: In Asien habe sich der Trend nach unten fortgesetzt, auch für den DAX gehe es weiter gen Süden - und zwar massiv. Zwischenzeitlich habe das deutsche Aktienbarometer 7 Prozent im Minus gelegen, aktuell seien es immer noch 2.
Der Goldpreis erreiche unterdessen immer neue Höhen, heute Morgen sei ein neuer Spitzenwert von 1.771 US-Dollar je Feinunze markiert worden. Die Anleger würden zudem weiter in den Schweizer Franken fliehen. "Die Versicherungen der Regierungen der G7-Staaten, nötige Schritte zur Stabilisierung der Märkte zu ergreifen, war wenig konkret und wirkte daher kaum beruhigend", erkläre die Commerzbank. Dagegen habe die EZB durch den Ankauf spanischer und italienischer Staatsanleihen den Markt bewegt. "Die Renditen sanken deutlich: für italienische Anleihen mit 5-jähriger Laufzeit von 5,5 Prozent auf 4,5 und bei spanischen von 5,4 Prozent auf 4,4."
Schwellenländerfonds, von denen sich ohnehin viele in diesem Jahr enttäuschend entwickelt hätten, würden nicht verschont: Anleger hätten sich vom DWS Russia und vom HSBC GIF Indian Equity getrennt, wie ICF Kursmakler melde. Aktienfonds mit Rohstoffwerten würden ebenfalls abgestoßen, als Beispiel nenne Wöllnitz den Allianz RCM Rohstofffonds A.
Auch andere Fonds mit Rohstoffunternehmen wie der BGF World Gold Fund A2, der BGF World Mining Fund A2 und der Stabilitas Silber+Weißmetalle (ISIN LU0265803667 / WKN A0KFA1) hätten herbe Verluste hinzunehmen. Von einem besonderen Interesse an Rentenfonds, etwa mit deutschen Staatsanleihen, oder auf Euro lautenden Geldmarktfonds könnten die Händler übrigens nicht berichten. Offenbar konzentriere sich derzeit alles auf den Ausverkauf - wie es dann weitergehe, werde später entschieden.
Selbst bei Ethik-Fonds, von denen viele eine langfristige Perspektive hätten, heiße die Devise "verkaufen". Wöllnitz habe etwa große Abflüsse beim Pioneer Funds Global Ecology A beobachtet. Der Öko-Fonds investiere in Unternehmen, die umweltfreundliche Technologien und Produkte entwickeln, nachhaltig wirtschaften würden und sich die Erhaltung einer sauberen Umwelt auf die Fahnen geschrieben hätten.
Dabei konzentriere sich das Fondsmanagement nicht auf eine Branche, sondern suche sich Unternehmen aus unterschiedlichsten Sektoren wie regenerative Energien, Recycling, Luftverunreinigungskontrolle, Wasserklärung und Wasseraufbereitung, biologische Nahrungsmittel oder Umweltberatung. Nichts zu tun haben dürften die Adressen mit Rüstung beziehungsweise Waffen, Tierversuchen, Menschenhandel, Tabak, Glücksspiel, Pornographie und Alkohol. Mit rund 3.500 Unternehmen sei das Anlageuniversum relativ groß, wie die Investmentgesellschaft erkläre. Viel Freude habe der Fonds seinen Anlegern in diesem Jahr allerdings nicht bereitet: Schon vor dem Crash habe er, gerechnet seit Jahresanfang, deutliche Verluste verzeichnet, seit gestern gehe es im freien Fall nach unten.
Frohlocken könnten unter den Fondsanleger derzeit lediglich die, die in den vergangenen Wochen so beliebten Geldmarktfonds in Schweizer Franken halten würden: Der Parvest Short Term CHF und der Vontobel Swiss Money B-CHF hätten nochmals deutlich zugelegt. Der erstere komme auf Sicht von einem Monat mittlerweile auf ein Plus von 10,5 Prozent, auf Sicht von drei seien es 16,4, der letztere auf 11,1 und 16,7 Prozent. (09.08.2011/fc/a/f)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
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| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| FR0010135103 | A0DPW0 | 818,19 € | 715,60 € | |
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