Fondshandel: "Pure Zockerei" in Russland-Fonds


18.03.14 17:08
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die internationalen Meinungsverschiedenheiten um die politischen Machtverhältnisse in und um die Ukraine bringen Verunsicherung in die Finanzmärkte, so die Deutsche Börse AG.

"Das sorgt für kräftige Kursschwankungen und hohe Umsätze auch im Fondshandel - vor allem vergangene Woche, als der DAX zeitweise unter die 9.000er Marke gefallen war", melde Frank Wöllnitz von der ICF AG.

Ähnliche Entwicklungen beobachte auch Andreas Kehnen von der Baader Bank: "Gegen Ende der Woche waren Anleger richtig nervös, mittlerweile hat es sich wieder etwas beruhigt. Je nach Nachrichtenlage wechselt die Handelsrichtung."

Trotz zuletzt starker Verkäufe sei die Grundstimmung nach Einschätzung von Kehnen aber weiterhin positiv. "Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass es immer noch keine wirkliche Anlagealternative gibt. Aktien bieten angesichts niedriger Zinsen einfach die besten Renditen", erläutere der Spezialist und berichte von anhaltender Nachfrage nach Körben mit internationalen Dividendentiteln. So werde im aktuellen Umfeld etwa der BL-Equities Dividend von Banque de Luxembourg Investments (ISIN LU0309191491 / WKN A0MWCV) gerne gekauft, genauso wie der M&G Global Dividend.

Laut ICF seien aktuell zudem sehr breit aufgestellte Portfolios beliebt, wie etwa der Leonardo UI - ein Dachfonds aus gemischten Fonds. "Das ist so zu sagen eine Mischung aus Gemischtem - viel breiter kann man sich ja eigentlich gar nicht mehr aufstellen. Das deutet schon auf Risikominimierung hin", kommentiere Wöllnitz. Ebenso beliebt wie der Dachfonds seien nach Auskunft des Spezialisten auch einzelne international aufgestellte Mischfonds, wie etwa der M&G Optimal Income Fund oder der relativ neue PRISMA Aktiv UI.

Heimische Aktienfonds hingegen würden angesichts der jüngsten Kursverluste in DAX und EURO STOXX 50 hingegen unter die Räder kommen. "Wenn der DAX in die Knie geht, wirkt sich das auf Körbe mit heimischen Aktien gleich negativ aus", erkläre Kehnen und melde etwa für den DWS Deutschland, den DWS Aktienstrategie Deutschland sowie den DWS TRC Deutschland (ISIN DE000DWS08N1 / WKN DWS08N) fast ausschließlich Abflüsse.

Bei Fonds mit russischen Aktien drücke sich die gestiegene Unsicherheit vor allem in kurzfristig orientierten Spekulationsgeschäften aus, wie Wöllnitz anmerke. "Die russischen Aktienfonds bewegen sich im Grunde ähnlich wie die heimischen Portfolios, allerdings mit einem Hebel. Da sind auch keine 'normalen' Anleger mehr dabei, es ist die pure Zockerei." So beobachte der Spezialist etwa im DWS Russia ein turbulentes Auf und Ab.

"Anleger schwimmen auf einer Welle mit und hoffen, die richtigen Ein- und Ausstiegspunkte zu erwischen. Unter dem Strich halten sich Käufe und Verkäufe in etwa die Waage", melde Wöllnitz. Im UBS (Lux) ES Russia (USD) (ISIN LU0246274897 / WKN A0J24F) überwiege zwar eindeutig die Abgabeseite. Wöllnitz merke jedoch an, dass dafür wenige große Orders in der vergangenen Woche ausschlaggebend gewesen seien.

Nicht minder turbulent gehe es auch in Biotechfonds zu, die sich in den vergangenen Wochen großer Beliebtheit unter Anlegern erfreut und stets die vorderen Plätze der Handelsstatistiken belegt hätten. "Aktuell gehen Körbe wie der DWS Biotech dank kräftiger Spekulationen ständig mit dem Markt hoch und runter. Dabei ist das Käufer-Verkäufer-Verhältnis unter dem Strich eher ausgeglichen", wisse Wöllnitz.

Portfolios mit asiatischen Aktien sowie international aufgestellte Schellenländerfonds seien laut Kehnen aktuell eher unbeliebt - sowohl bei langfristig orientierten Anlegern als auch bei Spekulanten. Der Spezialist melde einen klaren Abgabeüberhang sowohl in den breiten Aberdeen Global Emerging Markets Sm Cos (ISIN LU0278937759 / WKN A0MQN4) und DWS Emerging Markets Typ O (ISIN DE0009773010 / WKN 977301) sowie in dem auf chinesische Titel spezialisierten FF - China Focus. Neben der politischen Krise in der Ukraine würden Marktbeobachter unter anderem Sorgen um das chinesische Wirtschaftswachstum als einen der größten Belastungsfaktoren für die Aktienmärkte sehen.

Dass das Gold in turbulenten Zeiten von seinem Ruf als Krisenwährung profitiere, komme den Minenfonds zu gute, wie Kehnen beobachte. Rege gekauft werde nach Auskunft des Spezialisten etwa der BGF World Gold Fund, während das Käufer/Verkäufer-Verhältnis im ebenfalls stark gehandelten Earth Gold Fund UI tendenziell ausgeglichen sei. (18.03.2014/fc/a/f)





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LU0309191491 A0MWCV 185,01 € 161,96 €
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