Fondshandel: Keine überschäumende Euphorie


29.10.13 18:37
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Trotz immer neuer Rekordstände beim DAX: Dass Anleger Fondshändlern die Türen einrennen, kann nicht behauptet werden, so die Deutsche Börse AG.

"Die Umsätze sind zwar, je nach Tag, durchaus gut. Es gibt aber keinen riesen Zulauf, allerdings auch keinen Verkaufsdruck", erkläre Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. Die Nachrichtenlage sei eben uneinheitlich, etwa seien die Quartalsberichte teils gut, teils, wie heute bei der Deutschen Bank, enttäuschend ausgefallen.

Andreas Kehnen von der Baader Bank melde ebenfalls Käufe und Gewinnmitnahmen. "Auch wenn weitere Höchststände erreicht werden, wovon wir ausgehen, ein Umsatzfeuerwerk erwarten wir nicht." Der DAX sei am Freitag und am gestrigen Montag zwischenzeitlich über 9.000 Punkte geklettert, am Dienstagnachmittag notiere der Index knapp darunter.

Für negative Schlagzeilen hätten abermals offene Immobilienfonds gesorgt, die Branche habe ein weiteres Opfer zu beklagen: den Berenberg Select Income Universal (ISIN DE0002016441 / WKN 201644). Wie Orlemann berichte, habe das Handelsaufkommen in dem Fonds vergangene Woche "wahnsinnig hoch" gelegen. "Wie im Nachhinein bekannt wurde, hat Universal-Investment als Kapitalanlagegesellschaft die Verwaltung des Fonds per Ende September 2014 gekündigt. Zudem wurde für die Fondsanteile mit Wirkung vom 23. Oktober, also dem vergangenen Mittwoch, die Rücknahme und Ausgabe von Anteilscheinen ausgesetzt."

Der Fonds sei zwar kein reiner Immobilienfonds, setze aber als Dachfonds vor allem auf Renten- und Immobilienfonds. "Offenbar hat sich die Liquiditätssituation deutlich verschlechtert, ein wachsender Anteil steckt in Immobilienfonds, deren Anteilscheinrücknahme ausgesetzt ist. Dazu kommt das Niedrigzinsumfeld, das es Rentenfonds schwer macht." Anleger würden jedenfalls vorerst nicht an ihr Geld kommen, alle ab dem 23. Oktober erfolgten Geschäfte mit Fondsanteilen seien aufgehoben worden. "Was jetzt mit dem Fonds passiert, ist noch unklar."

"Echte" Immobilienfonds würden unterdessen in beide Richtungen gehandelt. "Im Deka-ImmobilienEuropa, im CS Euroreal und im WestInvest InterSelect sehen wir Käufe und Verkäufe", wie Orlemann erkläre. Eher Zuflüsse gebe es unterdessen im SEB ImmoInvest.

Auch klassische Aktienfonds würden mal abgestoßen, mal gekauft. Auf den Verkaufslisten stünden Kehnen zufolge etwa der auf europäische Standardwerte setzende Allianz Europe Equity Growth und der MainFirst Top European Ideas, der sich am Stoxx Europe 600 orientiere.

Dagegen hätten sich Anleger im DWS German Small/Mid Cap sowie in den beiden international aufgestellten Produkten Pictet-Global Megatrend Selection (ISIN LU0386885296 / WKN A0X8JZ) und LO Funds Generation Global positioniert. Immer zugegriffen werde laut Orlemann im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, einem Nebenwertefonds. Zudem laufe auch der PI Global Value, ein internationaler Aktienfonds, gut.

Im Handel mit asiatischen Aktien sei das Bild ebenfalls gemischt. "Bei uns gab es große Verkaufsaufträge im Aberdeen Global Asia Pacific Equity", berichte Kehnen. Auch der HSBC GIF Chinese Equity werde abgestoßen. Zuflüsse hätten hingegen im Templeton China dominiert.

Bei Mischfonds würden Anleger nach wie vor genau hinschauen: Gekauft werde nur, wenn die Rendite stimme. Extrem beliebt bleibe etwa der Flossbach von Storch Multiple Opportunities, wie Orlemann feststelle. Auch der Kapital Plus, der M&G Optimal Income und der Meag EuroErtrag fänden viele Abnehmer. Letzterer setze zu 75 Prozent auf Renten und 25 Prozent auf Aktien und habe seit Jahresanfang um gut 6 Prozent zugelegt, in den vergangenen drei Jahren seien es Schnitt gut 11 Prozent gewesen.

Aus dem Carmignac Patrimoine würden Investoren hingegen weiterhin aussteigen - offenbar würden sie angesichts der schlechten Entwicklung des Flaggschiffs in diesem Jahr lieber die Reißleine ziehen. Kehnen zufolge fliege der Astra-Fonds (ISIN DE0009777003 / WKN 977700) ebenfalls aus den Portfolios. Dabei komme der in diesem Jahr auf ein Plus von 6,4 Prozent, der Flossbach von Storch auf 6,45 Prozent, der Carmignac Patrimoine hingegen nicht mal auf 1 Prozent.

Minenaktien würden auf wenig Interesse stoßen. "Umsatz ist kaum vorhanden", bemerke Kehnen. Allenfalls im BlackRock Global World Mining gebe es Zuflüsse, im Pioneer Gold Stock Abflüsse. "Dabei ist der Goldpreis wieder etwas gestiegen." Die Feinunze werde am heutigen Dienstag zu 1.343 US-Dollar gehandelt, Mitte des Monats seien es nur 1.251 US-Dollar gewesen. (29.10.2013/fc/a/f)





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