Fondshandel: Das Kaninchen vor der Schlange


08.10.13 16:24
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Abwarten, lautet aktuell die Devise - wie an den internationalen Aktienmärkten, so auch im Fondshandel, so die Deutsche Börse AG.

Grund der Zurückhaltung sei nach wie vor der US-Haushaltsstreit und die damit einhergehende drohende Zahlungsunfähigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt. "So lange diese Unsicherheit im Markt ist, wird hier wohl auch nicht allzu viel passieren. Eine klare Tendenz ist jedenfalls erst einmal nicht zu erwarten", kommentiere Matthias Präger von der Baader Bank. Frank Wöllnitz, Fondsspezialist von ICF Kursmakler, bestätige: "Es ist wirklich sehr, sehr ruhig im Moment. Ganz wie das Kaninchen vor der Schlange."

Wenn sich der US-Kongress nicht in den kommenden Tagen auf einen neuen Haushalt und eine Anhebung der Schuldenobergrenze einige, drohe dem Land der Staatsbankrott. Massive Verwerfungen an den Finanzmärkten wären die Folge. Schon seit mehr als einer Woche sei die US-Verwaltung wegen des Budgetstreits in großen Teilen stillgelegt.

Am 17. Oktober stoße das Land an die bisherige Schuldengrenze und dürfte - wenn sie vorher nicht erhöht werde - keine weiteren Kredite mehr aufnehmen. "Die meisten Leute gehen schon davon aus, dass es so weit nicht kommen wird - immerhin bewegen wir uns weiterhin auf einem sehr hohen Kursniveau an den Aktienmärkten. Eine gewisse Verunsicherung herrscht aber allemal", meine Wöllnitz.

Käufe und Verkäufe würden sich, wie die beiden Händler berichten würden, weitestgehend die Waage halten. Präger beobachte bei heimischen Aktienfonds lediglich einen leichten Abgabeüberhang. "Tendenziell mehr Verkäufe haben wir etwa im DWS Deutschland oder im DWS Investa gesehen." Auf der Kaufseite führe der Spezialist indes den Lupus alpha Smaller German Champs, der in erster Linie in deutsche Nebenwerte aus dem MDAX und SDAX investiere.

Ein ganz ähnliches Bild zeige sich bei den international aufgestellten Aktienportfolios. "Auch hier ist zuletzt etwas mehr zurückgekommen, aber eben nur etwas", erkläre Präger und verzeichne Abgaben unter anderem im Lingohr-Systematic-LBB-Invest (ISIN DE0009774794 / WKN 977479) sowie im M&G Global Basics.

Der Siemens Global Growth sei hingegen - wie schon seit einigen Wochen - bei Investoren beliebt. Der Fonds, der hauptsächlich in Wachstumsunternehmen aus den USA, Deutschland und Japan investiere, habe im laufenden Jahr über 40 Prozent an Wert gewonnen.

Laut Wöllnitz hätten sich Anleger zudem den auf Aktien der Eurozone fokussierten DWS Invest Top Euroland in den vergangenen Tagen in die Portfolios gelegt. Beliebt wie immer sei auch der Flossbach von Storch Multiple Opportunities genauso wie der ebenfalls in das Segment internationale Mischfonds zählende PI Global Value Fund.

Asiatische Aktien stünden hingegen derzeit nicht gerade auf den Einkaufslisten, wie Präger melde. "In Portfolien mit asiatischen Unternehmen haben wir in den vergangenen Handelstagen eigentlich nur Verkäufe verbucht", erläutere der Händler und verweise beispielhaft auf Rückflüsse im Templeton Asian Growth sowie im Threadneedle Asia.

Minenfonds würden laut Präger indes kaum Beachtung finden. "Es war fast gar nichts los", erkläre der Spezialist. Allenfalls in dem auf US-Dollar lautenden BlackRock Global World Mining habe es leichte Abgaben gegeben. Das auf Euro lautende Pendant (ISIN LU0172157280 / WKN A0BMAR) sei allerdings eher gekauft worden.

Unter den auf einzelne Branchen spezialisierten Portfolios verzeichne Wöllnitz erhöhtes Kaufinteresse nach dem BlackRock Glb World Healthscience Fund, der in Aktien aus dem Gesundheitssektor anlege. Zu den größten Positionen im Fonds würden etwa die US-Titel Celgene oder Johnson&Johnson sowie die Papiere der Schweizer Pharmariesen Novartis und Roche zählen.

Ebenfalls gekauft worden sei aber auch der auf die Konsumgüterbranche fokussierte Robeco Global Consumer Trends, ergänze Wöllnitz. Das stark auf den US-Markt ausgerichtete Portfolio beinhalte Werte wie Google, MasterCard und Facebook. (08.10.2013/fc/a/f)





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