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Fondshandel: "Investments werden defensiver"
29.04.22 15:05
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Steigende Zinsen und fallende Aktienkurse lassen Anleger*innen wieder mehr auf Mischfonds und sogar die lange geschmähten Rentenfonds schauen, so die Deutsche Börse AG.
"Es ist eine gehörige Portion Angst im Markt", berichte Jan Duisberg von der ICF Bank. "Anleger*innen werden vorsichtiger." Risikoreicheres wie Biotech-Fonds werde nun eher gemieden.
Nach sehr hohen Umsätzen in den ersten Monaten des Jahres gehe es den Fonds-Händlern zufolge nun deutlich ruhiger zu. "Es ist nicht mehr so viel los", stelle Duisberg fest. Auch Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank sehe das so. "Die Vormonate waren von Sondersituationen wie dem Kriegsausbruch in der Ukraine geprägt, das ist jetzt nicht mehr der Fall." Jetzt zeige sich zudem eine Kaufzurückhaltung wegen der deutlich gestiegenen Verbraucherpreise. "Private halten ihr Geld zurück."
Richtig gut würden laut Deisenroth-Boström derzeit Mischfonds wie der ARERO - Der Weltfonds, und zwar in der klassischen (ISIN LU0360863863 / WKN DWS0R4) und der Nachhaltigkeitsvariante (ISIN LU2114851830 / WKN DWS26Y) weggehen. Der ARERO verfolge eine wissenschaftlich begründete, konsequent passive Anlagephilosophie: Konsequenter Verzicht auf "Stock Picking" und "Market Timing" seien die entscheidenden Bausteine. Investor*innen würden über die Abbildung repräsentativer, breit gestreuter Indices an den drei Anlageklassen Aktien, Renten und Rohstoffe partizipieren. Auf Zehnjahresssicht komme der ARERO auf ein jährliches Plus von 6,8 Prozent.
Auch die lange unbeliebten Rentenfonds würden laut Duisberg wegen der steigenden Zinsen wieder mehr Aufmerksamkeit finden. Als Beispiel nenne er den Degussa BankUniversalRenten (ISIN DE0008490673 / WKN 849067). "Im Vergleich zu Aktienfond sind die Umsätze aber immer noch niedrig."
Was Aktienfonds mit deutschen, europäischen und internationalen Titeln angehe, melde Deisenroth-Boström überwiegend Verkäufe, zum Beispiel für den AS German Equity von Aberdeen Standard, den M&G Global Basics und den Morgan Stanley INVF Global Opportunity. Gefragt seien hingegen der Nebenwerte-Fonds DWS Concept Platow und der DWS Top Dividende.
Beliebt würden bei ICF-Kunden zudem Aktienfonds mit Nachhaltigkeitsfokus, etwa der ERSTE WWF Stock Environment und der Schroder ISF Global Climate Change bleiben.
Fast nur Abflüsse beobachte Deisenroth-Boström unterdessen aus chinesischen Aktien. "Angesichts der Lockdown in China mit den Auswirkungen auf die Wirtschaft ziehen sich viele zurück." Aus den Portfolios würden zum Beispiel der Baring Hong Kong China, der INVESCO Greater China Equity und der Robeco Chinese Equities fliegen. Alle drei Fonds hätten in diesem Jahr deutlich verloren.
Zwar habe die US-Technologiebörse seit ihrem Hoch Ende 2021 rund 22 Prozent an Wert verloren. Einige Technologiefonds seien aber weiter gefragt. "Fonds wie der BlackRock Global World Technology sind ein Dauerbrenner, bei Preisrücksetzern wird gleich wieder gekauft", stelle Duisberg fest. Biotech-Fonds seien mit Abklingen der Pandemie derzeit hingegen "out".
Interesse beobachte Duisberg außerdem für den BIT Global Crypto Leaders von HansaInvest. Der Aktienfonds investiere in Unternehmen, die im Krypto-Segment tätig seien - und zwar weltweit. Beispiele seien Plattformen, die einen direkten Marktzugang zu Krypto-Assets anbieten würden, Zahlungsdienstleister und Infrastrukturanbieter oder auch Miner von Kryptowährungen. "Das ist natürlich sehr spekulativ." Der Fonds sei im September vergangenen Jahres aufgelegt worden. Nach einem guten Start sei er seit Anfang des Jahres mit einem Minus von 41 Prozent allerdings tief in der Verlustzone.
Einen klaren Trend zu Abgaben gebe es bei der ICF Bank bei Immobilienfonds. "Bis auf Ausnahmen werden die verkauft", erkläre Duisberg. Betroffen seien vor allem der Grundbesitz Europa, der Grundbesitz Global, der Deka-ImmobilienEuropa und selbst der lange sehr beliebte HausInvest. Mindestens stabil hätten sich dagegen der Fokus Wohnen Deutschland, der Wertgrund WohnSelect bei verbesserter Liquidität und der Swiss Life European Real Estate Living and Working gehalten. "Der Fokus Wohnen weist eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung auf."
Wenig Interesse bestehe derzeit an Minenfonds, wie Deisenroth-Boström berichte. Allenfalls der Structured Solutions Next Generation Resources bleibe gesucht. Der Fonds setze auf Unternehmen mit Schwerpunkt "Next Generation Rohstoffe". Gemeint seien Rohstoffe wie etwa Lithium, Kobalt oder Grafit, die aufgrund neuer Technologien in Zukunft verstärkt benötigt werden dürften - etwa für Elektrofahrzeuge. (Ausgabe vom 28.04.2022) (29.04.2022/fc/a/f)
"Es ist eine gehörige Portion Angst im Markt", berichte Jan Duisberg von der ICF Bank. "Anleger*innen werden vorsichtiger." Risikoreicheres wie Biotech-Fonds werde nun eher gemieden.
Nach sehr hohen Umsätzen in den ersten Monaten des Jahres gehe es den Fonds-Händlern zufolge nun deutlich ruhiger zu. "Es ist nicht mehr so viel los", stelle Duisberg fest. Auch Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank sehe das so. "Die Vormonate waren von Sondersituationen wie dem Kriegsausbruch in der Ukraine geprägt, das ist jetzt nicht mehr der Fall." Jetzt zeige sich zudem eine Kaufzurückhaltung wegen der deutlich gestiegenen Verbraucherpreise. "Private halten ihr Geld zurück."
Richtig gut würden laut Deisenroth-Boström derzeit Mischfonds wie der ARERO - Der Weltfonds, und zwar in der klassischen (ISIN LU0360863863 / WKN DWS0R4) und der Nachhaltigkeitsvariante (ISIN LU2114851830 / WKN DWS26Y) weggehen. Der ARERO verfolge eine wissenschaftlich begründete, konsequent passive Anlagephilosophie: Konsequenter Verzicht auf "Stock Picking" und "Market Timing" seien die entscheidenden Bausteine. Investor*innen würden über die Abbildung repräsentativer, breit gestreuter Indices an den drei Anlageklassen Aktien, Renten und Rohstoffe partizipieren. Auf Zehnjahresssicht komme der ARERO auf ein jährliches Plus von 6,8 Prozent.
Auch die lange unbeliebten Rentenfonds würden laut Duisberg wegen der steigenden Zinsen wieder mehr Aufmerksamkeit finden. Als Beispiel nenne er den Degussa BankUniversalRenten (ISIN DE0008490673 / WKN 849067). "Im Vergleich zu Aktienfond sind die Umsätze aber immer noch niedrig."
Beliebt würden bei ICF-Kunden zudem Aktienfonds mit Nachhaltigkeitsfokus, etwa der ERSTE WWF Stock Environment und der Schroder ISF Global Climate Change bleiben.
Fast nur Abflüsse beobachte Deisenroth-Boström unterdessen aus chinesischen Aktien. "Angesichts der Lockdown in China mit den Auswirkungen auf die Wirtschaft ziehen sich viele zurück." Aus den Portfolios würden zum Beispiel der Baring Hong Kong China, der INVESCO Greater China Equity und der Robeco Chinese Equities fliegen. Alle drei Fonds hätten in diesem Jahr deutlich verloren.
Zwar habe die US-Technologiebörse seit ihrem Hoch Ende 2021 rund 22 Prozent an Wert verloren. Einige Technologiefonds seien aber weiter gefragt. "Fonds wie der BlackRock Global World Technology sind ein Dauerbrenner, bei Preisrücksetzern wird gleich wieder gekauft", stelle Duisberg fest. Biotech-Fonds seien mit Abklingen der Pandemie derzeit hingegen "out".
Interesse beobachte Duisberg außerdem für den BIT Global Crypto Leaders von HansaInvest. Der Aktienfonds investiere in Unternehmen, die im Krypto-Segment tätig seien - und zwar weltweit. Beispiele seien Plattformen, die einen direkten Marktzugang zu Krypto-Assets anbieten würden, Zahlungsdienstleister und Infrastrukturanbieter oder auch Miner von Kryptowährungen. "Das ist natürlich sehr spekulativ." Der Fonds sei im September vergangenen Jahres aufgelegt worden. Nach einem guten Start sei er seit Anfang des Jahres mit einem Minus von 41 Prozent allerdings tief in der Verlustzone.
Einen klaren Trend zu Abgaben gebe es bei der ICF Bank bei Immobilienfonds. "Bis auf Ausnahmen werden die verkauft", erkläre Duisberg. Betroffen seien vor allem der Grundbesitz Europa, der Grundbesitz Global, der Deka-ImmobilienEuropa und selbst der lange sehr beliebte HausInvest. Mindestens stabil hätten sich dagegen der Fokus Wohnen Deutschland, der Wertgrund WohnSelect bei verbesserter Liquidität und der Swiss Life European Real Estate Living and Working gehalten. "Der Fokus Wohnen weist eine kontinuierliche Aufwärtsbewegung auf."
Wenig Interesse bestehe derzeit an Minenfonds, wie Deisenroth-Boström berichte. Allenfalls der Structured Solutions Next Generation Resources bleibe gesucht. Der Fonds setze auf Unternehmen mit Schwerpunkt "Next Generation Rohstoffe". Gemeint seien Rohstoffe wie etwa Lithium, Kobalt oder Grafit, die aufgrund neuer Technologien in Zukunft verstärkt benötigt werden dürften - etwa für Elektrofahrzeuge. (Ausgabe vom 28.04.2022) (29.04.2022/fc/a/f)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 330,00 € | 330,00 € | - € | 0,00% | 17.04./09:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| LU0360863863 | DWS0R4 | 333,42 € | 263,71 € | |
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