Fondshandel: Anleger wieder in chinesische Aktien gelockt


07.07.22 16:49
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Angesichts der Abwärtstendenz am Aktienmarkt ziehen viele Fondsanleger*innen offenbar lieber die Reißleine, so die Deutsche Börse AG.

"Ukraine-Krieg und Rezessionsängste und nun auch noch wieder steigenden Corona-Zahlen, das sorgt für viel Unsicherheit. Niemand weiß, wie es weitergeht", erkläre Matthias Präger von der Baader Bank. Der Verkaufsdruck sei daher groß - allerdings bei deutlich niedrigeren Umsätzen als im ersten Quartal. Jan Duisberg von der ICF Bank spreche von einer kompletten Neubewertung. "Das ist schon ein Superlativ an Negativem, was am Markt zu verdauen ist."

Nichts scheine verschont zu bleiben. Den hierzulande so beliebten offenen Immobilienfonds machen Zinsanstieg und Energiekrise gleichzeitig zu schaffen, so die Deutsche Börse AG. "Bestandsimmobilien werden neu bewertet, etwa solche mit Gasheizungen", stelle Duisberg fest. Stark betroffen vom Abgabedruck seien vor allem der Grundbesitz Europa und der grundbesitz global.

Hohe Umsätze auf beiden Seiten melde der Händler für den HausInvest (ISIN DE0009807016/ WKN980701) und den Deka-ImmobilienGlobal. Die würden allerdings ebenfalls Kursverluste verzeichnen. Gut behaupten könnten sich hingegen der Fokus Wohnen Deutschland und der Wertgrund WohnSelect. "Beim Wertgrund sehen wir mehr und mehr Liquididät."

Die Ratingagentur Scope habe im Juni ihre Bewertungen für 17 offene Immobilienpublikumsfonds aktualisiert und sechs Fonds herunter- und nur zwei hochgestuft. "Anleger müssen aktuell mit niedrigeren risikoadjustierten Renditen leben als noch vor einigen Jahren", habe Sonja Knorr erklärt, die bei Scope die Analyse alternativer Investments leite. Die Fonds hätten unter steigenden Zinsen und den Folgen des Ukraine-Kriegs gelitten, allerdings mehr unter den Zinsen. Denn damit wachse die Belastung der offenen Immobilienfonds, die Attraktivität im Vergleich zu anderen Zinsanlagen falle. Knorr halte das Rendite-Risiko-Profil der offenen Immobilienfonds aber weiter insgesamt für gut.

Klassische Aktienfonds mit deutschen, europäischen oder internationalen Aktien stünden laut Präger klar auf den Verkaufslisten. So trennten sich Anleger*innen vom FF European Growth mit europäischen Wachstumstiteln, vom UBS Small Caps Germany (ISIN DE0009751651 / WKN 975165) mit deutschen Small Caps, vom Siemens Global Growth (ISIN DE0009772657/ WKN977265) mit globalen Wachstumsunternehmen und vom DWS Top Dividende mit dividendenstarken Blue Chips aus der ganzen Welt.

Zugegriffen werde hingegen noch beim DWS Aktien Strategie Deutschland (ISIN DE0009769869/ WKN976986) mit Aktien großer, mittlerer und kleiner Unternehmen und beim Fidelity World mit internationalen Werten.

Nicht fortgesetzt habe sich dem Baader Bank-Händler zufolge der Ausverkauf von Fonds mit chinesischen Aktien. China profitiere von den Lockdown-Lockerungen. Außerdem setze Peking - anders als die westlichen Notenbanken - die lockere Geldpolitik fort.

"Die Zahl der Käufe steigt", erkläre Präger. So setzten Anleger auf den Vitruvius Greater China Equity und den UBS Greater China. Nur beim Robeco Chinese Equities überwögen weiter Abflüsse. Der chinesische Aktienmarkt habe sich in den vergangenen Wochen deutlich erholt, einzelne Fonds wie der von Vitruvius hätten die kräftigen Verluste aus den Vormonaten sogar wieder wettmachen können. Seit Jahresanfang komme der Fonds auf ein kleines Plus.

Die Themen Technologie, Biotechnologie und Nachhaltigkeit seien lange blendend gelaufen. Das sei nun anders. "Jetzt sind es keine bestimmten Branchen mehr, sondern einzelne Fonds, die gut ankommen", erkläre Duisberg. Dazu gehörten zum Beispiel der Robeco Global Consumer Trends Equities (ISIN LU0187079347 / WKN A0CA0W) und der Apus Capital ReValue. Der Robeco-Fonds investiere in strukturelle Wachstumstrends im Konsumbereich, etwa dem Trend zum Online-Shopping. Seit Jahresanfang verzeichne der Fonds allerdings auch ein Minus von 28 Prozent. Beim Apus Capital seien es sogar fast 30 Prozent. Anlageschwerpunkt des Apus-Fonds seien Aktien mit attraktivem Rendite-Risiko-Profil. Die Titelauswahl erfolge über einen substanzorientierten Ansatz.

Nichts mehr viel wissen möchten Anleger*innen offenbar von Minenaktien. Wie Präger melde, fliege der BGF World Mining Fund in US-Dollar (ISIN LU0075056555 / WKN 986932) und Euro (ISIN LU0172157280 / WKN A0BMAR) aus den Portfolios.

Wegen der hohen Unsicherheiten seien Mischfonds außerdem wieder beliebter. Als Beispiele nenne Duisberg den Deka-Privatvorsorge AS (ISIN DE0009786202/ WKN978620). Selbst klassische Rentenfonds würden jetzt wieder gekauft, vor allem der Flossbach von Storch Bond Opportunities und der FF Euro Bond. (07.07.2022/fc/a/f)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
31,03 € 30,83 € 0,20 € +0,65% 16.04./12:37
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009807008 980700 34,28 € 29,80 €
Werte im Artikel
450,24 plus
+1,71%
178,05 plus
+1,69%
19,98 plus
+0,85%
426,61 plus
+0,85%
31,03 plus
+0,65%
40,41 plus
+0,42%
48,39 plus
+0,35%
30,80 plus
+0,16%
50,13 plus
+0,14%
97,30 plus
+0,14%
134,59 plus
+0,09%
111,44 plus
+0,05%
627,75 plus
+0,01%
39,33 minus
-0,04%
631,15 minus
-0,06%
166,39 minus
-0,26%
97,39 minus
-0,39%
368,27 minus
-0,71%
69,11 minus
-0,86%
103,14 minus
-5,46%
11,54 minus
-6,56%