Fondshandel Anleger halten sich zurück


27.09.11 09:44
Deutsche Börse AG

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Wie die Spezialisten im Handel einhellig berichten, sorgt die unverändert krisenbetonte Nachrichtenlage weiterhin für hohe Kursschwankungen an den Börsen und macht Fondsanleger passiv, so die Deutsche Börse AG.

"Investoren halten lieber die Füße still, solange keine nachhaltigen politischen Lösungen auf dem Tisch liegen", glaube Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. Auch biete der ifo-Geschäftsklimaindex keinen Grund zur Freude. Der Konjunkturindikator sei zwar besser ausgefallen als zuvor angenommen, dennoch führe an einem weiteren Stimmungsdämpfer kein Weg vorbei. "Zum dritten Mal in Folge senken die 7.000 befragten Manager ihre Erwartungen für die Wirtschaftsaussichten in Deutschland", stelle Orlemann fest. Das verzögere ebenfalls die Rückkehr der Fondsanleger.

"Der Handel mit Publikumsfonds läuft in ruhigen Bahnen und ohne klare Tendenz", beobachte auch Andreas Kehnen. Das Potenzial nach oben wie nach unten scheine erst einmal ausgereizt. "Viele Stopp-Loss-Marken haben einen unfreiwilligen Ausstieg aus Fonds ausgelöst, und nun heißt es vielerorts, erst einmal abwarten", glaube der Händler der Baader Bank.

Die heftigen Korrekturen der Gold- und Silberpreise in der vergangenen Woche würden auch am Handel mit Minen-Fonds nicht spurlos vorüberziehen. "Anleger trennten sich vielfach von ihren Edelmetall-Fonds", bemerke Kehnen. Abgestoßen würden etwa der in US-Dollar notierte BGF World Gold Fund und der Falcon Gold Equity Fund. Der Preisverfall sei allerdings nach Einschätzung der Commerzbank von Schnäppchenjägern gestoppt worden, die mit Käufen für eine Stabilisierung der Notierungen bei 1.650 US-Dollar und 31 US-Dollar pro Feinunze am heutigen Dienstag gesorgt hätten. Nutznießer im Fondshandel sei beispielsweise der Earth Gold Fund (ISIN DE000A0Q2SD8 / WKN A0Q2SD), für den Kehnen unterm Strich einen Nachfrageüberhang registriere.

Von viel Bewegung auf beiden Seiten spreche Orlemann bei breiter aufgestellten Rohstoff-Fonds wie dem Allianz RCM Rohstofffonds. Mit dem Fokus auf Bodenschätzen investiere das Fondsmanagement weltweit in Aktien von Unternehmen aus dem Rohstoffsektor.

Wenig Gegenliebe verbuche Kehnen für Portfolios mit deutschen und europäischen Aktien. "Reine Aktieninvestment leiden unter der ungelösten Schuldenproblematik und der damit einhergehenden Kurssprünge an den Börsen", vermute der Spezialist der Baader Bank. Portfolios wie der DWS Deutschland und der Ing Invest Euro High Dividend (ISIN LU0127786431 / WKN 666311) würden unterm Strich zurückgegeben. Mehr Potenzial würden Anleger scheinbar im UBS (D) Aktienfonds - Special I Deutschland erkennen, bei dem Anleger tendenziell zugreifen würden. "Einige Investoren nutzen die niedrigeren Kurse zum Einstieg", glaube Kehnen.

Wie in den Wochen zuvor hätten sich Anleger bei Mischfonds weiterhin in Kauflaune gezeigt. Einen Nachfrageüberhang erkenne Orlemann etwa für den Pioneer Investments Substanzwerte mit Fokus auf europäische Großunternehmen. Investoren hätten sich zudem für den M & W Privat interessiert. Dieser investiere flexibel in Aktien, Anleihen, Rohstoffe ebenso wie Edelmetalle und präsentiere sich mit einer Performance von knapp 3 Prozent seit Jahresbeginn vergleichbar gut.

Die Flucht aus Schweizer Franken-Geldmarktfonds sei auch in dieser Woche ein Thema im Handel mit Publikumsfonds. Die Schweizer Nationalbank habe vor kurzem die Koppelung des Schweizer Franken an den Euro angekündigt. Mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln wolle sie den Euro nicht unter 1,20 Schweizer Franken dulden. Anders als etwa beim Vontobel Swiss Money, bei dem Kehnen derzeit einem ausgeglichenen Handel registriere, setze sich die Verkaufswelle etwa beim Parvest Short Term CHF fort.

Seit das Thema der europäischen Staatsschulden die hiesigen Medien dominiert hätten, sei das Interesse an Portfolios mit fernöstlichen Aktien nahezu verpufft. "Anleger orientieren sich in der Regel an der jeweiligen Nachrichtenlage, und die Presse kümmert sich derzeit stärker um Europa", meine Kehnen. Auch deshalb sei es um Fonds mit asiatischem Engagement eher ruhig. Auf niedrigem Niveau hätten sich Investoren dennoch etwa über den BNP Paribas Equity China mit chinesischen Aktien eingedeckt. Tendenziell gekauft werde auch der AXA Rosenberg Pacific Ex-Japan Equity Alpha Fund, der auf Unternehmen aus dem Pazifik ohne Japan spezialisiert sei. Von Abgaben spreche Kehnen dagegen beim Baring Hong Kong China Fund und beim ISI Far East Equities.

Ähnlich betroffen seien international ausgerichtete Publikumsfonds, die durch eine verstärkte Anleger-Fokussierung auf heimische Themen weniger beachtet würden. Rückflüsse beispielsweise beim M&G Global Basics Fund (ISIN GB0030932676 / WKN 797735) seien Kehnen zufolge zudem von Preisrückgängen im Edelmetallsektor mitgezogen worden. Der Fonds investiere weltweit überwiegend in Aktien von Unternehmen, die in der Grundstoffindustrie aktiv seien. Mehr Verkäufe als Käufe verbuche der Händler in dieser Woche auch für den DWS Top Dividende. (27.09.2011/fc/a/f)






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