Fondshandel: Anleger bleiben vorsichtig


11.03.14 15:14
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Verkäufe, aber kein Ausverkauf - so beschreiben Händler die aktuelle Situation im Fondshandel, so die Deutsche Börse AG.

Zwar sei der Kursrutsch im DAX Anfang vergangener Woche, ausgelöst durch das Säbelrasseln auf der Krim, schnell wieder ausgebügelt gewesen, Ende der Woche und auch am gestrigen Montag sei es aber wieder deutlich nach unten gegangen. Unter dem Strich habe das deutsche Börsenbarometer im März bereits über 400 Punkte abgegeben.

"Es gibt keine Spirale nach unten", berichte Anja Deisenroth-Boström von der Baader Bank vom Fonds-Handel. Allerdings hätten Abflüsse überwogen, zumindest in deutschen und europäischen Aktien. "Von großem Verkaufsdruck kann nicht die Rede sein, auch wenn Abgaben dominieren", meine auch Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. "Die Krim-Krise schwelt zwar noch und die Nervosität bleibt, bei uns im Fondshandel kommt das aber nicht an."

Deisenroth-Boström zufolge würden sich Anleger vom DWS Aktien Strategie Deutschland und vom BSF European Opportunities Extension, der auf mittelgroße europäische Werte setze, trennen. Zuflüsse, wenn auch kleinere, gebe es im Allianz Europe Equity Growth.

Nicht mehr viel passiere im DWS Russia, wie Orlemann berichte. "Wer verkaufen will, hat längst verkauft." Der Fonds habe in den vergangenen vier Wochen über 16 Prozent an Wert verloren. Auch längerfristig engagierte Anleger würden auf Verlusten sitzen: Auf Sicht von einem Jahr habe der Fonds gut ein Viertel eingebüßt, auf Sicht von zwei Jahren sei fast ein Drittel.

Dagegen würden sich Investoren vor der EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag in US-Dollar-lastigen Fonds positionieren, wie Deisenroth-Boström feststelle. Der Euro habe vor der EZB-Entscheidung geschwächelt, da viele Marktteilnehmer mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik gerechnet hätten. Als diese ausgeblieben sei, sei die Gemeinschaftswährung in die Höhe geklettert und notiere gegenüber dem US-Dollar mittlerweile auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren.

Gut nachgefragt worden seien vorab der Threadneedle Global Equity, der LO Funds - Generation Global und der Pictet-Global Megatrend Selection (ISIN LU0386882277 / WKN A0RLJD). Abgegeben worden sei hingegen der Siemens Global Growth von Siemens Fonds Invest. Der investiere weltweit in junge, innovative Zukunftsunternehmen, etwa aus den Branchen Internet, Technologie, Medien und Unterhaltung, habe Anlegern im laufenden Jahr aber Verluste beschert.

Nicht viel los sei derzeit im Geschäft mit asiatischen Aktien. "Wenn gehandelt wird, dann in beide Richtungen", bemerke Deisenroth-Boström. Auch die zuletzt aufgrund des Goldpreisanstieges in diesem Jahr wieder beliebten Minenfonds fänden kaum Beachtung. "Hier halten sich Käufe und Verkäufe die Waage."

Hohe Umsätze gebe es unterdessen weiterhin in Biotech-Fonds, wie Orlemann berichte, konkret im DWS Biotech und im Franklin Biotechnology Discovery. Der DWS Biotech liege im März zwar im Minus, komme seit Jahresanfang aber immer noch auf Plus von 13,3 Prozent. In den vergangenen drei Jahren seien es jeweils 36,4 Prozent gewesen.

Was Mischfonds angehe, werde weiter differenziert: Aus den Portfolios fliege laut Orlemann der Carmignac Patrimoine. "Das geht schon seit Wochen so." Einen leichten Verkaufsüberhang mache der Händler für den lange extrem gesuchten Flossbach von Storch Multiple Opportunities aus.

Nur Käufe sehe Orlemann hingegen im M&G Optimal Income. Außerdem hätten sich Anleger - wie bereits in den Vorwochen - häufig für den Kapital Plus entschieden. Der Letztere habe in den vergangenen drei Jahren eine Rendite von jeweils 9,7 Prozent eingefahren, der Carmignac-Fonds hingegen nur 3,6 Prozent.

Eher Käufe, allerdings auf niedrigem Niveau, melde der Spezialist im Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen, der, anders als der Name vermuten lasse, auch auf Anleihen setze. Der Baader Bank zufolge stehe auch der FMM-Fonds von Frankfurt-Trust (ISIN DE0008478116 / WKN 847811) auf den Abgabelisten.

Immobilienfonds würden mal gekauft, mal verkauft, und das bei ordentlichen Umsätzen. Anleger hätten sich etwa vom CS Euroreal, von Hausinvest und vom Axa Immoselect verabschiedet, wie Orlemann erkläre, im Grundbesitz Europa lägen Zu- und Abflüsse gleichauf. (11.03.2014/fc/a/f)





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