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Fondsauswahl wird zunehmend schwieriger
22.04.14 13:07
GECAM
Wangen (www.fondscheck.de) - Die Zahl der Investmentfonds, die ihren Vergleichsindex zu mehr als 70 Prozent abbilden, ist nach wie vor hoch, so die Experten von GECAM.
Ganze 64 Prozent der in Europa zugelassenen Investmentfonds hätten zu über 0,7 mit ihrem Index korreliert. Während die durchschnittliche Indexnähe innerhalb der vergangenen fünf Jahre tendenziell rückläufig gewesen sei, habe sich dieser Trend im vergangenen Jahr umgekehrt. Hauptverursacher dieser Trendumkehr seien Geldmarktfonds sowie Dach- und Mischfonds gewesen. Bei den Aktienfondskategorien mit der höchsten Indexorientierung würden auf mittlere Sicht wieder die reinen Länderfonds dominieren. Insgesamt hätten 2013 nur noch 24 Prozent aller untersuchten Fonds einen Mehrwert zum jeweiligen Index geliefert. Dies habe die siebte Fondsstudie der GECAM AG zum Korrelationsverhalten von Investmentfonds ergeben.
Wie auch schon in der letztjährigen Studie sei eine Betrachtung des Fondsuniversums ohne börsengehandelte Indexfonds (ETF) vorgenommen worden. Die ETFs würden das Ergebnis der untersuchten Korrelation immer mehr verwässern, da sie an Anzahl und Volumen stetig wachsen würden und ohnehin nicht den Anspruch hätten, von den Indices abzuweichen.
Die Bandbreite der Korrelation reiche von minus 1 bis plus 1, wobei plus 1 für die 100-prozentige Indexabbildung stehe. Die Korrelation von Aktienfonds habe über sämtliche Kategorien auf einem hohen Niveau verharrt. Die durchschnittliche Indexorientierung habe bei 0,87 gelegen und damit wieder etwas höher als im vergangenen Jahr. Insgesamt 55 Prozent aller in Europa zugelassenen Aktienfonds hätten auf Sicht der vergangenen drei Jahre zu über 90 Prozent mit ihrem Vergleichsindex korreliert. Bei den Rentenfonds sei die Korrelation 2013 von 0,67 auf 0,73 gestiegen. Im Vergleich dazu habe die Benchmarkorientierung 2007 noch bei 0,84 gelegen.
Bei den Dach- und Mischfonds sei die Korrelation bis 2011 nahezu kongruent mit derjenigen der Rentenfonds verlaufen. Seitdem gehe jedoch die Schere zwischen den beiden Kategorien auseinander. Im vergangenen Jahr hätten Dach- und Mischfonds ihren Vergleichsindex lediglich zu 50 Prozent abgebildet. 2007 habe die durchschnittliche Korrelation noch bei 0,78 gelegen. Nur noch 3 Prozent aller Dach- und Mischfonds hätten sich auf Sicht der vergangenen drei Jahre zu über 90 Prozent an ihre jeweilige Benchmark orientiert.
"Grundsätzlich war der Grad an aktivem Managementverhalten bei Rentenfonds im Vergleich zu anderen Fondsgattungen mit am höchsten", sage Uwe Leonhardt, Vorstand der GECAM AG. Die abnehmende Korrelation bei Dach- und Mischfonds lasse insbesondere auf benchmarkunabhängiges Management, flexiblere Anlagerichtlinien, aktiveres Währungsmanagement bzw. gestiegene Währungseinflüsse und stärkeren Einsatz von Derivaten seit Einführung von UCITS III schließen.
Bei den Aktienfonds schlage sich die ausgeprägte Nähe zum Vergleichsindex zwangsläufig auf die langfristige Performance nieder - zumindest was den Mehrwert angehe. Nur noch 22 Prozent der in Europa zugelassenen Aktienfonds hätten es in den vergangenen drei Jahren geschafft, ihre Benchmark zu übertreffen. Eine nennenswerte Outperformance, also mehr als 3 Prozent pro Jahr, hätten nur rund 6 Prozent aller Aktienfonds geschafft.
Nach wie vor finde man aber Aktienfondskategorien, die eine vergleichsweise hohe Anzahl an Outperformern vorweisen könnten, insbesondere bei Nebenwertefonds. Mit einer Quote von 94 Prozent Outperformern sei die Peergroup Aktien Japan Mid/Small Caps an der Tabellenspitze zu finden, gefolgt von italienischen Standardwertefonds sowie deutschen Nebenwertefonds mit 90 Prozent bzw. 81 Prozent Outperformern.
Bei der Fondskategorie Aktien Deutschland (Standardwerte) hätten nur 22 Prozent der Fonds ein besseres Ergebnis als der MSCI Germany TR geschafft. Die fünf besten Deutschlandfonds hätten eine durchschnittliche Outperformance von 2,4 Prozent im Jahr bei einer durchschnittlichen Korrelation von 0,93 geschafft. Das seien 1,6 Prozent weniger als in der Vorjahresstudie.
"Die weltweiten Aktienfonds zählen dieses Jahr bezogen auf die Fondsanzahl, die einen Mehrwert generieren konnten, zu den schlechteren Aktienfondskategorien. Lediglich 8 Prozent der weltweiten Aktienfonds konnten eine Outperformance gegenüber dem MSCI World TR USD erzielen", sagt Leonhardt
Ein aktives Management bleibe weiterhin eine Voraussetzung, um die Benchmark zu schlagen. Outperformance könne nur dann zustande kommen, wenn die Korrelation zum Index nicht zu hoch sei. "Der Mut, eigene Wege zu gehen, ist gefragt. Unsere Studie zeigt, dass bei den Aktienfonds dieser Mut im vergangenen Jahr zumindest leicht angestiegen ist, denn die Korrelation ist nicht mehr ganz so hoch wie im Jahr davor", sage Leonhardt.
Generell bleibe die Stimmung gegenüber Aktien trotz des Aufschwungs in den letzten Jahren weiterhin schlecht. Während also das Fondsuniversum weiter wachse, schwinde die Basis der Investoren. Die Statistik des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zeige über die vergangenen Jahre eine rückläufige Zahl der Aktienfondsanleger in Deutschland. Insbesondere junge Menschen unter 40 Jahren würden wenig Interesse an Aktieninvestments zeigen.
"Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits haben Anleger das Vertrauen in Aktien bzw. Aktienfonds mit Blick auf die langfristige Entwicklung verloren. Andererseits sorgt die Politik hierzulande dafür, dass Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren steuerlich benachteiligt werden und sich die Rahmenbedingungen für Wertpapierberatung mittels Regulierung kontinuierlich verschlechtern", sage Leonhardt. Dies sei umso bedauerlicher, da es aufgrund der demografischen Entwicklung und knapper Rentenkassen eine Notwenigkeit zur privaten Vorsorge gebe. Die Aktienanlage wäre gerade in Zeiten der Niedrigzinsen prädestiniert dafür, diese Versorgungslücke zu schließen. "Wer jedoch ohne entsprechende eigene Expertise oder qualitativ hohe Beratung investiert, lässt sich bei aktiv gemanagten Investmentfonds auf ein Glücksspiel mit unsicherem Ausgang ein", sage Leonhardt abschließend.
Zum siebten Mal habe die GECAM AG das Korrelationsverhalten von Investmentfonds untersucht. Insgesamt 9.426 in Europa zum Vertrieb zugelassene Aktien-, Renten-, Geldmarkt-, Dach- und Mischfonds aus 161 Anlagekategorien seien hinsichtlich ihrer Indexorientierung und Managementerfolge über den Zeitraum drei Jahre analysiert worden. Stichtag der Untersuchung sei der 31. Dezember 2013 gewesen. (22.04.2014/fc/a/f)
Ganze 64 Prozent der in Europa zugelassenen Investmentfonds hätten zu über 0,7 mit ihrem Index korreliert. Während die durchschnittliche Indexnähe innerhalb der vergangenen fünf Jahre tendenziell rückläufig gewesen sei, habe sich dieser Trend im vergangenen Jahr umgekehrt. Hauptverursacher dieser Trendumkehr seien Geldmarktfonds sowie Dach- und Mischfonds gewesen. Bei den Aktienfondskategorien mit der höchsten Indexorientierung würden auf mittlere Sicht wieder die reinen Länderfonds dominieren. Insgesamt hätten 2013 nur noch 24 Prozent aller untersuchten Fonds einen Mehrwert zum jeweiligen Index geliefert. Dies habe die siebte Fondsstudie der GECAM AG zum Korrelationsverhalten von Investmentfonds ergeben.
Wie auch schon in der letztjährigen Studie sei eine Betrachtung des Fondsuniversums ohne börsengehandelte Indexfonds (ETF) vorgenommen worden. Die ETFs würden das Ergebnis der untersuchten Korrelation immer mehr verwässern, da sie an Anzahl und Volumen stetig wachsen würden und ohnehin nicht den Anspruch hätten, von den Indices abzuweichen.
Die Bandbreite der Korrelation reiche von minus 1 bis plus 1, wobei plus 1 für die 100-prozentige Indexabbildung stehe. Die Korrelation von Aktienfonds habe über sämtliche Kategorien auf einem hohen Niveau verharrt. Die durchschnittliche Indexorientierung habe bei 0,87 gelegen und damit wieder etwas höher als im vergangenen Jahr. Insgesamt 55 Prozent aller in Europa zugelassenen Aktienfonds hätten auf Sicht der vergangenen drei Jahre zu über 90 Prozent mit ihrem Vergleichsindex korreliert. Bei den Rentenfonds sei die Korrelation 2013 von 0,67 auf 0,73 gestiegen. Im Vergleich dazu habe die Benchmarkorientierung 2007 noch bei 0,84 gelegen.
Bei den Dach- und Mischfonds sei die Korrelation bis 2011 nahezu kongruent mit derjenigen der Rentenfonds verlaufen. Seitdem gehe jedoch die Schere zwischen den beiden Kategorien auseinander. Im vergangenen Jahr hätten Dach- und Mischfonds ihren Vergleichsindex lediglich zu 50 Prozent abgebildet. 2007 habe die durchschnittliche Korrelation noch bei 0,78 gelegen. Nur noch 3 Prozent aller Dach- und Mischfonds hätten sich auf Sicht der vergangenen drei Jahre zu über 90 Prozent an ihre jeweilige Benchmark orientiert.
"Grundsätzlich war der Grad an aktivem Managementverhalten bei Rentenfonds im Vergleich zu anderen Fondsgattungen mit am höchsten", sage Uwe Leonhardt, Vorstand der GECAM AG. Die abnehmende Korrelation bei Dach- und Mischfonds lasse insbesondere auf benchmarkunabhängiges Management, flexiblere Anlagerichtlinien, aktiveres Währungsmanagement bzw. gestiegene Währungseinflüsse und stärkeren Einsatz von Derivaten seit Einführung von UCITS III schließen.
Nach wie vor finde man aber Aktienfondskategorien, die eine vergleichsweise hohe Anzahl an Outperformern vorweisen könnten, insbesondere bei Nebenwertefonds. Mit einer Quote von 94 Prozent Outperformern sei die Peergroup Aktien Japan Mid/Small Caps an der Tabellenspitze zu finden, gefolgt von italienischen Standardwertefonds sowie deutschen Nebenwertefonds mit 90 Prozent bzw. 81 Prozent Outperformern.
Bei der Fondskategorie Aktien Deutschland (Standardwerte) hätten nur 22 Prozent der Fonds ein besseres Ergebnis als der MSCI Germany TR geschafft. Die fünf besten Deutschlandfonds hätten eine durchschnittliche Outperformance von 2,4 Prozent im Jahr bei einer durchschnittlichen Korrelation von 0,93 geschafft. Das seien 1,6 Prozent weniger als in der Vorjahresstudie.
"Die weltweiten Aktienfonds zählen dieses Jahr bezogen auf die Fondsanzahl, die einen Mehrwert generieren konnten, zu den schlechteren Aktienfondskategorien. Lediglich 8 Prozent der weltweiten Aktienfonds konnten eine Outperformance gegenüber dem MSCI World TR USD erzielen", sagt Leonhardt
Ein aktives Management bleibe weiterhin eine Voraussetzung, um die Benchmark zu schlagen. Outperformance könne nur dann zustande kommen, wenn die Korrelation zum Index nicht zu hoch sei. "Der Mut, eigene Wege zu gehen, ist gefragt. Unsere Studie zeigt, dass bei den Aktienfonds dieser Mut im vergangenen Jahr zumindest leicht angestiegen ist, denn die Korrelation ist nicht mehr ganz so hoch wie im Jahr davor", sage Leonhardt.
Generell bleibe die Stimmung gegenüber Aktien trotz des Aufschwungs in den letzten Jahren weiterhin schlecht. Während also das Fondsuniversum weiter wachse, schwinde die Basis der Investoren. Die Statistik des Deutschen Aktieninstituts (DAI) zeige über die vergangenen Jahre eine rückläufige Zahl der Aktienfondsanleger in Deutschland. Insbesondere junge Menschen unter 40 Jahren würden wenig Interesse an Aktieninvestments zeigen.
"Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits haben Anleger das Vertrauen in Aktien bzw. Aktienfonds mit Blick auf die langfristige Entwicklung verloren. Andererseits sorgt die Politik hierzulande dafür, dass Aktien gegenüber festverzinslichen Wertpapieren steuerlich benachteiligt werden und sich die Rahmenbedingungen für Wertpapierberatung mittels Regulierung kontinuierlich verschlechtern", sage Leonhardt. Dies sei umso bedauerlicher, da es aufgrund der demografischen Entwicklung und knapper Rentenkassen eine Notwenigkeit zur privaten Vorsorge gebe. Die Aktienanlage wäre gerade in Zeiten der Niedrigzinsen prädestiniert dafür, diese Versorgungslücke zu schließen. "Wer jedoch ohne entsprechende eigene Expertise oder qualitativ hohe Beratung investiert, lässt sich bei aktiv gemanagten Investmentfonds auf ein Glücksspiel mit unsicherem Ausgang ein", sage Leonhardt abschließend.
Zum siebten Mal habe die GECAM AG das Korrelationsverhalten von Investmentfonds untersucht. Insgesamt 9.426 in Europa zum Vertrieb zugelassene Aktien-, Renten-, Geldmarkt-, Dach- und Mischfonds aus 161 Anlagekategorien seien hinsichtlich ihrer Indexorientierung und Managementerfolge über den Zeitraum drei Jahre analysiert worden. Stichtag der Untersuchung sei der 31. Dezember 2013 gewesen. (22.04.2014/fc/a/f)


