Fonds: Run auf Immobilienfonds vor Gesetzesänderung


23.07.13 16:30
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die jüngste Kauflaune der Fondsanleger hat sich in den zurückliegenden Tagen nur noch begrenzt gehalten, so die Deutsche Börse AG.

"Mit der Beruhigung an den Aktienmärkten hat der Fondshandel auf Sommermodus geschaltet", kommentiere Ivo Orlemann von ICF Kursmakler. Und auch Anja Deisenroth-Boström spreche von einem insgesamt sehr ruhigen Geschäft, ergänze jedoch: "Die Aussagen von US-Notenbank-Gouverneur Ben Bernanke in der vergangenen Woche, wonach ein baldiger Ausstieg aus den Anleihekäufen noch lange nicht beschlossene Sache ist, hat den US-Dollar erneut belastet. Das hat wie schon in der Vorwoche für Umschichtungen aus dem Dollarraum in heimische Aktienfonds gesorgt."

Demnach seien unter anderem der Allianz Europe Equity Growth und dessen thesaurierende Variante (ISIN LU0256839274 / WKN A0KDMU) gekauft worden, während die beiden stark im nordamerikanischen Raum investierten Portfolios DWS Top Dividende und M&W Capital aus den Depots geflogen seien. Der US-Dollar habe in den vergangenen beiden Wochen gegenüber dem Euro stark an Wert eingebüßt: Vom Tief bei rund 1,28 am 9. Juli sei der Euro mittlerweile auf knapp 1,32 US-Dollar geklettert.

Als unverändert ruhig bezeichne Deisenroth-Boström den Handel mit Fonds, die asiatische Aktien enthalten würden. "Obwohl es hier in den zurückliegenden Wochen eigentlich nur raus ging, scheint noch immer kein Boden gefunden zu sein. Wenn wir Umsätze sehen, dann immer noch überwiegend Abgaben", melde die Spezialistin. Verkauft würden etwa der FF - China Focus und der DNB Asian Small Cap (ISIN LU0067059799 / WKN 986071).

Die große Ausnahme der Woche hätten, wie Orlemann berichte, die Immobilienfonds gebildet. "Im Vorfeld einer Gesetzesänderung an diesem Montag haben wir einen regelrechten Run auf dieses Segment gesehen: Sogar der bei Anlegern äußerst beliebte Mischfonds Flossbach von Storch Strategie Multiple Opportunities wurde zum ersten Mal seit Monaten von Platz eins der Handelsstatistik auf den zweiten verdrängt - und das vom hausInvest", melde der Händler überrascht, nachdem in den Vorwochen kaum Aktivität im Handel mit Immobilienfonds zu beobachten gewesen sei.

Auch die folgenden Ränge in der Statistik der meisten Kursfeststellungen seien ausschließlich von Immobilienfonds belegt worden: Platz drei bis fünf seien an den Grundbesitz Europa, den Deka-ImmobilienEuropa und den Deka-ImmobilenGlobal gegangen. "Auf Platz sechs landete mit dem CS Euroreal sogar einer der geschlossenen Fonds, der ja abgewickelt wird und von den neuen Regelungen gar nicht betroffen ist. Im Gegensatz zu den anderen Immobilienfonds, die alle stark gekauft wurden, zeigte sich hier aber keine einheitliche Richtung", ergänze Orlemann.

Zum 22. Juli hätten sich die Regelungen für die Rückgabe von Anteilen an offenen Immobilienfonds schon zum zweiten Mal in diesem Jahr geändert. "Bisher konnten Sparer jedes Halbjahr noch Anteile im Wert von 30.000 Euro zurückgeben. Dieser Freibetrag entfällt nun bei Anteilen, die seit diesem Montag gekauft worden sind", wisse Orlemann. Bereits seit Jahresbeginn müssten Neuanleger ihre Anteile 24 Monate halten und unterlägen einer Kündigungsfrist von 12 Monaten.

Dass der Goldpreis wieder den Sprung über die Marke von 1.300 Dollar je Feinunze gestiegen sei, lasse Minenfonds-Investoren bisher eher unbeeindruckt. "In den beiden BlackRock-Portfolios (ISIN LU0075056555 / WKN 986932; ISIN LU0055631609 / WKN 974119) war wie immer etwas Bewegung drin, wobei beiden Seiten gespielt wurden. Ansonsten bleibt es um Minenaktien weiterhin äußerst ruhig." (23.07.2013/fc/a/f)





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