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Fidelity Thailand Fund untergewichten
11.01.07 07:58
FC Research
Westerburg (aktiencheck.de AG) - Die Analysten von FC Research, der Analystenabteilung von fondscheck.de, stufen den Fidelity Thailand Fund mit "untergewichten" ein.
Der thailändische Aktienmarkt entwickle sich momentan zum Gegenteil dessen, was ein Börsianer als Lieblingsmarkt bezeichnen würde. Radikale Gesetzesänderungen der amtierenden Militärregierung würden die Investoren geradezu in eine Kapitalflucht treiben.
Angefangen habe alles im April letzten Jahres, als nach monatelangen Protesten gegen die Amtsführung des Premierministers Thaksin Shinawatra Neuwahlen stattgefunden hätten. Als Sieger sei Thai Rak Thai hervorgegangen, wobei allerdings alle größeren Oppositionsparteien die Wahl boykottiert hätten. Der oberste Gerichtshof des Landes habe schließlich am 8 Mai. 2006 die Wahl vom April für ungültig erklärt. Ein neuer Wahltermin sei für den Oktober 2006 vorgesehen worden. Hierzu sei es allerdings nicht mehr gekommen. Im September vergangenen Jahres sei es nämlich zu einem Putsch gekommen und Militärkräfte hätten, mit der Unterstützung von König Bhumibol, die Macht an sich gerissen. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich am Aktienmarkt in Thailand schon einige Anleger nervös gezeigt. Abgesehen von dem gewohnt volatilen Kursverlauf des SET-Index seien aber größere Kursverluste ausgeblieben. Anfang Oktober 2006 sei Suravud Chulanont zum neuen Premierminister ernannt worden und der König habe die Übergangsverfassung der Militärregierung bestätigt.
Nachdem über einen Monat kaum Neuigkeiten aus Thailand gekommen seien, habe sich die thailändische Zentralbank kurz vor Weihnachten zu Wort gemeldet und neue Regelungen bekannt gegeben, die einen kräftigen Kurseinbruch am thailändischen Aktienmarkt ausgelöst hätten. Um den Kursanstieg der Inlandswährung Baht aufzuhalten, sollte der Zufluss spekulativen Kapitals von ausländischer Investoren begrenzt werden. Dabei hätten die Investoren 30 Prozent der geplanten Thailand-Investitionen bei der Zentralbank zinslos hinterlegen müssen und wären mit einer Strafsteuer in Höhe von 10 Prozent belastet worden, wenn das Kapital vor Ablauf einer Frist von einem Jahr wieder abgezogen worden wäre. Nachdem der Regierung aber das Ausmaß der Katastrophe bewusst geworden sei - der SET sei innerhalb kürzester Zeit um rund 16 Prozent eingebrochen - habe sie sofort zurückgerudert und die Regelung entschärft.
Damit sei die Sache allerdings noch nicht vom Tisch. Die neue Idee der thailändischen Regierung, um die Aufwertung des Baht in den Griff zu bekommen, sei nun, das Mitbestimmungsrecht für ausländische Firmen einzuschränken. So müssten die Unternehmen innerhalb von zwei Jahren ihre Stimmrechte auf weniger als 50 Prozent nach unten schrauben. Die Befürchtung sei nun, dass durch grundlegende Änderungen der Gesetze viele Unternehmen dazu gezwungen würden das Land zu verlassen. Der thailändische Aktienmarkt könnte also mit der Zeit immer unattraktiver werden.
Ein absolut hartes Umfeld für die Fondsmanagerin Kwek Gillian und ihrem Fidelity Thailand Fund. Gillian habe sich bereits nach dem Kurssturz im Dezember zu Wort gemeldet und die Maßnahmen der thailändischen Regierung als unglücklich bezeichnet. Dennoch wolle die Managerin mit ihrem Engagement am thailändischen Markt fest halten, da die makroökonomischen Fundamentaldaten, ihrer Meinung nach, unverändert seien. Allerdings wolle sie die aktuelle Lage sowie die Reaktion der neuen thailändischen Regierung auf die Bewegungen an den Kapitalmärkten genauestens verfolgen.
Die Analysten von FC Research seien bezüglich der Einstellung der Managerin, am Engagement in Thailand festzuhalten, jedenfalls nicht sonderlich verwundert. Schließlich habe der Fidelity Thailand Fund durch seine Konzentration auf die thailändische Börse kaum Ausweichmöglichkeiten. Um den Fonds in seiner momentanen Struktur aufrecht zu halten, müssten schließlich Engagements in Thailand getätigt werden. Denkbar wäre daher, dass Fidelity eventuell das Konzept, bezüglich des Anlageziels überdenke und weitere Länder in das Portfolio ergänze.
Aktuell sei der 679 Mio. USD schwere Fonds aus dem Hause Fidelity vor allem im Sektor Finanzdiensleistungen und Energieversorgung investiert. Diese zwei Bereiche würden auf einen Portfolioanteil von 29,7 bzw. 23,3 Prozent kommen. Die größten Einzelpositionen würden dabei der Versorger Timah TBK (Anteil am Fondsvolumen von 7,7 Prozent) und der Mobilfunkkonzern Advanced Info Services (ebenfalls 7,7 Prozent) darstellen. Die zehn Top-Positionen würden insgesamt auf einen Anteil am Fondsvolumen von 51,8 Prozent kommen.
Auf Sicht von einem Jahr müsse der Fidelity Fonds einen Kursverlust von 11,5 Prozent hinnehmen. Immerhin habe der Fonds besser abschneiden können als der SET, der im selben Zeitraum um fast 18 Prozent nachgegeben habe. Im Durchschnitt hätten vier - von FC Research zum Vergleich herangezogene - Konkurrenzfonds eine Performance von -11,3 Prozent verbucht. Von der Masse abheben könne sich der Fonds aus dem Hause Fidelity also nicht. Besser sehe es da auf Sicht von drei Jahren aus. So habe der Thailand-Fonds im Drei-Jahres-Vergleich ein kleines Plus von 2,1 Prozent erzielt, während der Konkurrenzdurchschnitt bei -14,2 Prozent gelegen habe (SET -19 Prozent). Der Kursgewinn von rund 100 Prozent (Konkurrenzdurchschnitt: 107 Prozent) auf Sicht von fünf Jahren verdeutliche übrigens, dass der thailändische Markt schon mal wesentlich bessere Zeiten gesehen habe.
Die magere Performance der letzten drei Jahre hätten Anleger unter hohen Schwankungen erkauft. In diesem Zeitraum weise der Fidelity Thailand Fund nämlich eine Standardabweichung von 18,2 Prozent auf. Allerdings sei die hohe Volatilität für einen derart spekulativen Aktienmarkt, wie Thailand, nicht unüblich. Da die Konkurrenzfonds im Schnitt auf eine Abweichung von 18 Prozent kämen, falle der Fidelity Thailand Fund nicht negativ auf. Anleger sollten sich jedoch im Klaren sein, dass dieser schwankungsfreudige Kursverlauf auch künftig an der Tagesordnung stehen sollte.
Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Morningstar hätten den Fidelity Thailand Fund ebenfalls schon mal unter die Lupe genommen. Hier falle das Urteil recht unterschiedlich aus. Während Morningstar den Aktienfonds lediglich mit zwei von fünf möglichen Sternen auszeichne, vergebe Standard & Poor's momentan vier von fünf möglichen Sternen. Eher neutral verhalte sich die Gebührenvorstellung der Fondsgesellschaft. Mit einem Ausgabeaufschlag von 5,25 Prozent sei der Fonds nicht zu teuer. 1,5 Prozent Managementgebühren p. a. würden dabei hoch klingen - günstiger sei die Verwaltung der Thailand-Fonds aber nicht zu kriegen.
Unter dem Strich mache der Fidelity Thailand Fund einen akzeptablen Eindruck. Der Fonds habe gezeigt, dass er in der Lage sei, gegenüber dem Aktienmarkt einen Mehrwert zu generieren. Allerdings nutze das wenig, wenn die thailändische Regierung nicht mit spiele und die Börse nicht richtig laufe. Die Perspektiven für diesen Markt würden sich momentan nämlich recht düster gestalten. Hinzu komme, dass die Fondswährung USD laute. Der Faktor Währungsrisiko sollte also auch mit berücksichtigt werden. Die Optimisten unter den risikofreudigen Anlegern sollten investiert bleiben und darauf setzen, dass sich die Lage am Aktienmarkt Thailand bessere.
Alle anderen Anleger sollten den Fidelity Thailand Fonds momentan "untergewichten", so die Analysten von FC Research. (11.01.2007/fc/a/f)
Der thailändische Aktienmarkt entwickle sich momentan zum Gegenteil dessen, was ein Börsianer als Lieblingsmarkt bezeichnen würde. Radikale Gesetzesänderungen der amtierenden Militärregierung würden die Investoren geradezu in eine Kapitalflucht treiben.
Angefangen habe alles im April letzten Jahres, als nach monatelangen Protesten gegen die Amtsführung des Premierministers Thaksin Shinawatra Neuwahlen stattgefunden hätten. Als Sieger sei Thai Rak Thai hervorgegangen, wobei allerdings alle größeren Oppositionsparteien die Wahl boykottiert hätten. Der oberste Gerichtshof des Landes habe schließlich am 8 Mai. 2006 die Wahl vom April für ungültig erklärt. Ein neuer Wahltermin sei für den Oktober 2006 vorgesehen worden. Hierzu sei es allerdings nicht mehr gekommen. Im September vergangenen Jahres sei es nämlich zu einem Putsch gekommen und Militärkräfte hätten, mit der Unterstützung von König Bhumibol, die Macht an sich gerissen. Zu diesem Zeitpunkt hätten sich am Aktienmarkt in Thailand schon einige Anleger nervös gezeigt. Abgesehen von dem gewohnt volatilen Kursverlauf des SET-Index seien aber größere Kursverluste ausgeblieben. Anfang Oktober 2006 sei Suravud Chulanont zum neuen Premierminister ernannt worden und der König habe die Übergangsverfassung der Militärregierung bestätigt.
Nachdem über einen Monat kaum Neuigkeiten aus Thailand gekommen seien, habe sich die thailändische Zentralbank kurz vor Weihnachten zu Wort gemeldet und neue Regelungen bekannt gegeben, die einen kräftigen Kurseinbruch am thailändischen Aktienmarkt ausgelöst hätten. Um den Kursanstieg der Inlandswährung Baht aufzuhalten, sollte der Zufluss spekulativen Kapitals von ausländischer Investoren begrenzt werden. Dabei hätten die Investoren 30 Prozent der geplanten Thailand-Investitionen bei der Zentralbank zinslos hinterlegen müssen und wären mit einer Strafsteuer in Höhe von 10 Prozent belastet worden, wenn das Kapital vor Ablauf einer Frist von einem Jahr wieder abgezogen worden wäre. Nachdem der Regierung aber das Ausmaß der Katastrophe bewusst geworden sei - der SET sei innerhalb kürzester Zeit um rund 16 Prozent eingebrochen - habe sie sofort zurückgerudert und die Regelung entschärft.
Damit sei die Sache allerdings noch nicht vom Tisch. Die neue Idee der thailändischen Regierung, um die Aufwertung des Baht in den Griff zu bekommen, sei nun, das Mitbestimmungsrecht für ausländische Firmen einzuschränken. So müssten die Unternehmen innerhalb von zwei Jahren ihre Stimmrechte auf weniger als 50 Prozent nach unten schrauben. Die Befürchtung sei nun, dass durch grundlegende Änderungen der Gesetze viele Unternehmen dazu gezwungen würden das Land zu verlassen. Der thailändische Aktienmarkt könnte also mit der Zeit immer unattraktiver werden.
Ein absolut hartes Umfeld für die Fondsmanagerin Kwek Gillian und ihrem Fidelity Thailand Fund. Gillian habe sich bereits nach dem Kurssturz im Dezember zu Wort gemeldet und die Maßnahmen der thailändischen Regierung als unglücklich bezeichnet. Dennoch wolle die Managerin mit ihrem Engagement am thailändischen Markt fest halten, da die makroökonomischen Fundamentaldaten, ihrer Meinung nach, unverändert seien. Allerdings wolle sie die aktuelle Lage sowie die Reaktion der neuen thailändischen Regierung auf die Bewegungen an den Kapitalmärkten genauestens verfolgen.
Aktuell sei der 679 Mio. USD schwere Fonds aus dem Hause Fidelity vor allem im Sektor Finanzdiensleistungen und Energieversorgung investiert. Diese zwei Bereiche würden auf einen Portfolioanteil von 29,7 bzw. 23,3 Prozent kommen. Die größten Einzelpositionen würden dabei der Versorger Timah TBK (Anteil am Fondsvolumen von 7,7 Prozent) und der Mobilfunkkonzern Advanced Info Services (ebenfalls 7,7 Prozent) darstellen. Die zehn Top-Positionen würden insgesamt auf einen Anteil am Fondsvolumen von 51,8 Prozent kommen.
Auf Sicht von einem Jahr müsse der Fidelity Fonds einen Kursverlust von 11,5 Prozent hinnehmen. Immerhin habe der Fonds besser abschneiden können als der SET, der im selben Zeitraum um fast 18 Prozent nachgegeben habe. Im Durchschnitt hätten vier - von FC Research zum Vergleich herangezogene - Konkurrenzfonds eine Performance von -11,3 Prozent verbucht. Von der Masse abheben könne sich der Fonds aus dem Hause Fidelity also nicht. Besser sehe es da auf Sicht von drei Jahren aus. So habe der Thailand-Fonds im Drei-Jahres-Vergleich ein kleines Plus von 2,1 Prozent erzielt, während der Konkurrenzdurchschnitt bei -14,2 Prozent gelegen habe (SET -19 Prozent). Der Kursgewinn von rund 100 Prozent (Konkurrenzdurchschnitt: 107 Prozent) auf Sicht von fünf Jahren verdeutliche übrigens, dass der thailändische Markt schon mal wesentlich bessere Zeiten gesehen habe.
Die magere Performance der letzten drei Jahre hätten Anleger unter hohen Schwankungen erkauft. In diesem Zeitraum weise der Fidelity Thailand Fund nämlich eine Standardabweichung von 18,2 Prozent auf. Allerdings sei die hohe Volatilität für einen derart spekulativen Aktienmarkt, wie Thailand, nicht unüblich. Da die Konkurrenzfonds im Schnitt auf eine Abweichung von 18 Prozent kämen, falle der Fidelity Thailand Fund nicht negativ auf. Anleger sollten sich jedoch im Klaren sein, dass dieser schwankungsfreudige Kursverlauf auch künftig an der Tagesordnung stehen sollte.
Die Ratingagenturen Standard & Poor's und Morningstar hätten den Fidelity Thailand Fund ebenfalls schon mal unter die Lupe genommen. Hier falle das Urteil recht unterschiedlich aus. Während Morningstar den Aktienfonds lediglich mit zwei von fünf möglichen Sternen auszeichne, vergebe Standard & Poor's momentan vier von fünf möglichen Sternen. Eher neutral verhalte sich die Gebührenvorstellung der Fondsgesellschaft. Mit einem Ausgabeaufschlag von 5,25 Prozent sei der Fonds nicht zu teuer. 1,5 Prozent Managementgebühren p. a. würden dabei hoch klingen - günstiger sei die Verwaltung der Thailand-Fonds aber nicht zu kriegen.
Unter dem Strich mache der Fidelity Thailand Fund einen akzeptablen Eindruck. Der Fonds habe gezeigt, dass er in der Lage sei, gegenüber dem Aktienmarkt einen Mehrwert zu generieren. Allerdings nutze das wenig, wenn die thailändische Regierung nicht mit spiele und die Börse nicht richtig laufe. Die Perspektiven für diesen Markt würden sich momentan nämlich recht düster gestalten. Hinzu komme, dass die Fondswährung USD laute. Der Faktor Währungsrisiko sollte also auch mit berücksichtigt werden. Die Optimisten unter den risikofreudigen Anlegern sollten investiert bleiben und darauf setzen, dass sich die Lage am Aktienmarkt Thailand bessere.
Alle anderen Anleger sollten den Fidelity Thailand Fonds momentan "untergewichten", so die Analysten von FC Research. (11.01.2007/fc/a/f)


