FI ALPHA Renten Global im Fokus


11.02.08 13:44
Morningstar

München (aktiencheck.de AG) - Der Fondsname FI ALPHA Renten Global zeigt unglücklicherweise nicht an, was im Fonds steckt, so die Experten von "Morningstar".

Neben internationalen Anleihen kaufe Fondsmanager Michael Pauli auch Aktien. Das sei an sich nicht weiter schlimm. Die Fondsbezeichnung diene aber nicht der Produktklarheit und -wahrheit. "Morningstar" analysiere Investmentfonds anhand der Portfoliopositionen. Der Fonds gehöre somit der Kategorie Mischfonds defensiv an, in der Fonds eine Aktienquote von 35% nicht überschreiten sollten.

Der Fonds sei ein so genannter White Label Fonds, d. h., der Fonds werde zwar von der DWS vertrieben und administriert, die Investmententscheidungen aber würden bei Dr. Jens Erhardt Kapital AG fallen.

Grundsätzlich würden die Experten aus Diversifikations- und Performancegründen eine defensive Aktienquote für konservative Investoren mit langfristigem Horizont für sinnvoll und wünschenswert erachten.

Der FI ALPHA Renten Global gebe sich eine maximale Aktienquote von 20% vor. Dieses Gewicht an Dividendentiteln sei in den letzten drei Jahren auch genutzt worden. Ende 2007 habe der Fonds eine Aktienquote von 13% gehabt. Die meisten Aktien seien deutscher Herkunft, was zu Überschneidungen in einem deutschen Portfolio führen könnte, weil Deutsche vorwiegend deutsche Aktien halten würden (home bias).

Neben Aktien lege Pauli in Genussscheinen und internationalen Anleihen an. Opportunistisch sei in den letzten Jahren auch in Unternehmensanleihen mit und ohne Investmentgrade angelegt worden. Kurzum: Auf der Zinsseite würden Währungen, Zinssensitivität (Duration) und Bonität (Unternehmensanleihen) und damit alle möglichen Performancequellen genutzt.

Der Fonds gehöre über 3 und 5 Jahren zu den besten seiner Kategorie. Hervorzuheben sei, dass Fonds dieser Kategorie teilweise höhere Aktienquoten fahren würden. Gleichzeitig gehöre der Fonds zu den volatileren seiner Kategorie. Annualisiert habe der Fonds über drei Jahre mit 6,3% (Durchschnitt Vergleichsgruppe: 3,8%) rentiert.

Der Fonds habe eine Verwaltungsvergütung von 1,3% (TER 1,38%), was für einen defensiven Mischfonds recht hoch sei. Diese Gebühren würden in einem positiven Aktienmarktumfeld nicht auffallen. Die Gebühren würden zu riskanteren Manövern an den globalen Zinsmärkten ermutigen.

Abgesehen vom Namen und den für den Geschmack der Experten von "Morningstar" zu hohen Gebühren mache der Fonds eine gute Figur. Die sehr gute Performance relativ zur Vergleichsgruppe werde freilich mit höheren Schwankungen erkauft. Dieser Fonds sei ein Wolf im Schafspelz. (Ausgabe vom 08.02.2008) (11.02.2008/fc/a/f)