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Eurozone Gegenwind von Öl und Nahrungsmitteln


08.07.08 09:19
Swiss Life

Zürich (aktiencheck.de AG) - Der Konjunkturzyklus wird durch Stärke in der Kernregion der Eurozone und eine deutlichere Abschwächung in der Peripherie charakterisiert, so die Experten von Swiss Life.

Allerdings habe der Inflationsanstieg auch die Kaufkraft in Deutschland und Frankreich beschnitten. Das BIP-Wachstum im ersten Quartal in Deutschland habe eine ungewöhnlich starke Stütze durch den Bausektor gehabt, was sich im laufenden Quartal rächen dürfte. Der Gegenwind hoher Öl- und Nahrungsmittelpreise und des starken Euro würde in schleppendes Wachstum im laufenden Quartal münden. Auch die Eintrübung der Unternehmensstimmung deute auf abnehmende Dynamik hin. Allerdings gebe es keine Anzeichen für eine Kreditklemme. Solides Exportwachstum, wenn auch auf tieferem Niveau, und leichte Fiskalimpulse sollten die Wirtschaft stützen.

Die Europäische Kommission schätze, dass sich das Fiskaldefizit um 0,3% des BIP erhöhen werde. Die Prognose der Experten impliziere Wachstum unter Potenzial für den Rest des Jahres und eine leichte Beschleunigung im ersten Quartal 2009. Die Inflationsrate werde dann unter die 3%-Marke fallen. Mögliche Leitzinserhöhungen der EZB würden die Prognose der Experten gefährden und vor allem Mitgliedsländer wie Spanien und Irland schwächen.

Die Experten müssten ihre Inflationsprognose wieder anheben. Die Teuerung werde sich vor Oktober nicht deutlich abschwächen und erst im November unter 3% zu liegen kommen. Im Gesamtjahresdurchschnitt erwarte man eine Inflationsrate von 3,4%, welche von einem künftigen Ölpreis auf dem derzeitigen Niveau ausgehe. Es gebe neuerdings Anzeichen, dass bei den Nahrungsmittelpreisen eine graduelle Normalisierung eingesetzt habe. Die Kerninflation sei verhalten und sollte unter der 2%-Marke bleiben. (Ausgabe Juli 2008) (08.07.2008/fc/a/m)