ETFs: Mit Vorsicht genießen


12.02.13 16:35
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Unentschlossenheit verbinden ETF-Händler mit den jüngsten Bewegungen der meisten europäischen Aktienmärkte, so die Deutsche Börse AG.

Die höhere Volatilität der vergangenen Woche habe zwar Aktivitäten im ETF-Handel ausgelöst. "Umsätze und Anzahl der ETF-Trades bewegen sich auf hohem Niveau", melde Frank Mohr von der Commerzbank. Von einer klaren Richtung könne aber keine Rede sein. "Käufe und Verkäufe halten sich mit 51 zu 49 Prozent in etwa die Waage."

Das erneute Aufflackern der Schuldenkrise im Euroraum mit der steigenden Volatilität an den Aktienmärkten als eine Folge würden auch auf die Orderbücher von Florian Perini wirken. "Der Hilferuf Zyperns, der Schmiergeldskandal in Spanien und die anstehenden italienischen Wahlen nahmen Investoren zum Anlass Gewinne einzustreichen", meine der Händler von Flow Traders und spreche von einer stärkeren Gewichtung hin zu Anleihen. Zudem wirke eine Erns -& Young-Studie, die vor einem wachsenden Berg an faulen Krediten in den Büchern europäischer Banken warne. Bedingt durch hohe Arbeitslosigkeit in den Euro-Peripheriestaaten könnten viele Bürger ihre Verbindlichkeiten nicht mehr fristgerecht bedienen.

"Immer wieder macht sich etwas Nervosität breit", ergänze Mohr. Bedingt durch die hohe vorhandene Liquidität stünden aber jedem Verkäufer gleich wieder Käufer gegenüber. Ausgeglichen gehe es etwa in DAX-ETFs zu, während EURO STOXX 50-Tracker bei der Commerzbank in Summe in den Anlegerdepots gelandet seien. Perini berichte von gleichermaßen Käufen und Verkäufen in hiesigen Blue Chip- und EURO STOXX 50-Trackern. "Auch MDAX-ETFs wurden in beide Richtungen gehandelt."

Stefano Valenti von der UniCredit sehe an japanische und US-amerikanische Aktien gekoppelte ETFs auf Wochensicht vorn, gefolgt von Emerging Market-ETFs. "Indexfonds auf europäische Indices stehen bei uns erst dritter Stelle."

Marktbreite MSCI World-ETFs (ISIN DE000A0HGZR1 / WKN A0HGZR, ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW) seien bei Flow Traders überwiegend gekauft worden. In ETFs (ISIN DE0002643889 / WKN 264388, ISIN DE000A0J2060 / WKN A0J206) mit Aktien des S&P 500 und des MSCI North America gehe es laut Perini eher ausgeglichen zu. "Auch die US-Märkte scheinen nach der Kursrally im Januar zu pausieren."

Gut an kämen Valenti zufolge weiterhin Schwellenländer-Aktien. "Bei der UniCredit haben diese Produkte den Markt in der vergangenen Woche getrieben." Bewegung in beide Richtungen mache der Händler beispielsweise in Tracker (ISIN DE000A0LGQN1 / WKN A0LGQN) des MSCI Turkey aus und begründe den Zuspruch mit der hohen Volatilität des Index in der vergangenen Woche, die auch Anleger mit kurzfristigerem Horizont angelockt hätte. "Teilweise schwankten die Kurse an einem Tag bis zu 4 Prozent." Auf Jahresbasis habe der Index aber eine beeindruckende Performance hingelegt.

Abgesehen von Trackern (ISIN LU0322252171 / WKN DBX1AE) des MSCI Asia, die Perini ebenfalls auf der Käuferseite führe, seien Schwellenländer-ETFs wie der db x-trackers MSCI Emerging Markets und der db x-trackers CSI300 Index UCITS ETF bei Flow Traders rege aber ausgeglichen gehandelt worden. Raus aus Südafrika (ISIN FR0010464446 / WKN LYX0BY) und rein in die Türkei (ISIN FR0010326256 / WKN LYX0AK), heiße es bei Marco Salaorno von der Société Générale.

Im Bereich der Sektoren würden einmal mehr Banken-ETFS (ISIN DE000A0F5UJ7 / WKN A0F5UJ, ISIN LU0378435399 / WKN ETF062, ISIN LU0378435712 / WKN ETF066) das Geschehen dominieren, die Mohr überwiegend auf den Abgabelisten führe. Die jüngsten Bankenskandale hätten auf Investoren abschreckend gewirkt. "Bei den Branchen haben die Banken-Produkte bei uns auf Wochensicht einen Anteil von 34 Prozent."

Hingegen führe Salaorno den Finanzsektor (ISIN: FR0010345363/ WKN LYX0A4) auf der Kaufseite. Gefragt seien zudem Indexfonds, die die Medien- sowie die Reise- und Freizeitbranche (ISIN FR0010344838 / WKN LYX0A2) abbilden würden.

ETFs mit deutschen Staatsanleihen fänden bei Flow Traders wieder mehr Aufmerksamkeit. "Käufe standen hier deutlich im Vordergrund." Besonders beliebt seien hiesige Staatsanleihen mit kurzen (ISIN DE0006289473 / WKN 628947, ISIN DE0006289481 / WKN 628948) und mittleren (ISIN DE0006289499 / WKN 628949) Laufzeiten. Ebenfalls überwiegend gefragt würden Unternehmensanleihen, wie sie etwa im IShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond und im IShares Markit iBoxx US-Dollar Corporate Bond enthalten seien. Sowohl Zu- als auch Abflüsse verbuche Perini im IShares Markit iBoxx High-Yield Corporate Bond (ISIN DE000A1C8QT0 / WKN A1C8QT). (12.02.2013/fc/a/e)





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