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ETFs: Der September als Wonnemonat
22.10.13 15:01
Deka Investment
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Statistiken sind an der Börse beliebt, vor allem, wenn sie einen Hinweis auf künftige Kursentwicklungen geben, so die Experten von Deka Investment.
So hätten viele Anleger einen äußerst schwierigen September erwartet, denn statistisch würden die Kurse im Durchschnitt um drei Prozent sinken. Und so mancher technische Analyst habe einen heißen Herbst vorausgesagt. Doch was sei geschehen? Das Gegenteil, das bekanntermaßen jederzeit an der Börse möglich sei.
Die Kurse der großen Indices hätten mit kräftigen Kursgewinnen reagiert. Die Erklärungen dafür seien wenig überraschend: Die Notenbanken, allen voran die FED, würden mit ihrer ultralockeren Geldpolitik für ein Umfeld sorgen, in dem die alten Regeln nicht gelten würden. So habe die Entscheidung der FED, die Anleihekäufe vorerst nicht zu reduzieren, ein wahres Kursfeuerwerk ausgelöst. Die Bundestagswahl mit dem Sieg von Angela Merkel habe die Börsen dagegen kalt gelassen.
Am stärksten hätten die japanischen Märkte profitiert: Gewinne um die acht Prozent. Ihnen seien zudem Konjunkturdaten zur Hilfe gekommen, die positive Wirkungen der Abenomics signalisiert hätten. Darunter werde die Kombination einer lockeren Geldpolitik mit einer energischen fiskalischen Stimulierung verstanden. Aber auch die Europäer hätten gut mitgezogen.
DAX und EURO STOXX 50 hätten rund sechs Prozent zugelegt. Das habe auch der MSCI Emerging Markets geschafft, der durch die Andeutung einer restriktiveren Geldpolitik besonders gelitten habe. Amerika mit zwei Prozent beim Dow, drei beim S&P 500 und fünf bei der NASDAQ hätten es ruhiger angehen lassen. Gold und Silber hätten kräftig verloren. Die Preise seien um fünf bzw. sieben Prozent gesunken.
Die Gewinner bei den ETFs seien denn auch einzelne arg gebeutelte Emerging Markets gewesen: Türkei, Brasilien, Indien, Thailand, deren Kurse zwischen zehn und 20 Prozent nach oben geschossen seien. Auch Spanien-ETFs - der IBEX habe seinen langen Abwärtstrend verlassen - hätten mit zehn Prozent gut mitgehalten. Bei den europäischen Branchen seien Technologie und Telekommunikation mit rund acht Prozent herausgeragt. Alles, was mit Gold und Silber zu tun habe, sei es direkt oder über Minen, habe bis zu zehn Prozent verloren. Auch breite Rohstoff-ETFs hätten gelitten, rund fünf Prozent sei es abwärts gegangen.
In diesem Umfeld sei für die Asset under Management (AuM) wieder Aufschwung angesagt gewesen. Um 3,1 Prozent sei das Volumen der in Europa gehandelten Produkte auf 265 Milliarden Euro gestiegen. Für einen neuen Rekord, der im Mai mit mehr als 290 Milliarden Euro markiert worden sei, habe es jedoch nicht gereicht. Bei neuen Produkten herrsche weiterhin Zurückhaltung. Die Zahl für Europa habe unverändert 1315 betragen.
Der Kursaufschwung sei naturgemäß den Aktien zugute gekommen. Diese Anlageklasse habe das Volumen um 3,9 Prozent auf 188,6 Milliarden Euro erhöht. Aber die Renten-ETFs hätten den Aktien kaum nachgestanden. Ihr Volumen habe um 3,2 Prozent auf 49,2 Milliarden Euro zugelegt.
Rohstoffe hätten verloren, bedingt durch den Edelmetall-Rückschlag, aber auch durch sinkende Ölpreise. Ihr Volumen sei um 2,2 Prozent auf 16,7 Milliarden Euro gesunken. Im Geldmarkt habe sich der Aktienaufschwung bemerkbar gemacht. Mittel seien abgezogen worden, sodass das Volumen um 3,4 Prozent wieder knapp unter fünf Milliarden Euro gesunken sei.
Wer nun annehme, dass der kräftige Zuwachs der Aktien auch frisches Geld für diese Anlageklasse bedeutet habe, sehe sich getäuscht. Das Nettomittelaufkommen sei im September um 111 Millionen Euro gesunken. Dem AuM hätten vor allem die guten Kurse geholfen. Ganz anders bei den Anleihen. Ihnen seien 1,1 Milliarden Euro neu zugeflossen. Gefragt seien Unternehmensanleihen und europäische Bonds, besonders aus den Südländern, gewesen, denn deutsche und französische Staatspapiere hätten Gelder verloren. Bei den Rohstoffen sei der Saldo abfließender und neuer Mittel ausgeglichen gewesen.
Trotz kräftiger Kursavancen hätten die nochmals gesunkenen Nettomittel für die Schwellenländer ebenfalls überrascht. Aus ETFs auf den MSCI Emerging Markets seien netto 111 Millionen Euro abgeflossen. Europa habe dagegen gewonnen, EURO STOXX 50-Produkte hätten das Aufkommen um 131 Millionen Euro erhöht. Der DAX habe nur geringfügig profitiert. Ihm seien 22 Millionen Euro neue Gelder zugeflossen.
Aufgeschoben sei bekanntermaßen nicht aufgehoben. Werde nun der Oktober heftige Korrekturen bringen? Gemäß der Statistik sei dieser Monat nicht so schlecht, gleichwohl sei er für die meisten Crashs bekannt. In Amerika stehe wieder das alte Spiel um Haushaltsdefizite und Schuldengrenze an. Demokraten und Republikaner würden sich unversöhnlich geben. Und auch der Offenmarkt-Ausschuss der FED werde wieder tagen. "Bei dem Zick-Zack-Kurs von Ben Bernanke würde ich mich nicht wundern, wenn er dann doch die Anleihekäufe reduziert", habe ein Händler gemeint. (Ausgabe Oktober 2013) (22.10.2013/fc/a/e)
So hätten viele Anleger einen äußerst schwierigen September erwartet, denn statistisch würden die Kurse im Durchschnitt um drei Prozent sinken. Und so mancher technische Analyst habe einen heißen Herbst vorausgesagt. Doch was sei geschehen? Das Gegenteil, das bekanntermaßen jederzeit an der Börse möglich sei.
Die Kurse der großen Indices hätten mit kräftigen Kursgewinnen reagiert. Die Erklärungen dafür seien wenig überraschend: Die Notenbanken, allen voran die FED, würden mit ihrer ultralockeren Geldpolitik für ein Umfeld sorgen, in dem die alten Regeln nicht gelten würden. So habe die Entscheidung der FED, die Anleihekäufe vorerst nicht zu reduzieren, ein wahres Kursfeuerwerk ausgelöst. Die Bundestagswahl mit dem Sieg von Angela Merkel habe die Börsen dagegen kalt gelassen.
Am stärksten hätten die japanischen Märkte profitiert: Gewinne um die acht Prozent. Ihnen seien zudem Konjunkturdaten zur Hilfe gekommen, die positive Wirkungen der Abenomics signalisiert hätten. Darunter werde die Kombination einer lockeren Geldpolitik mit einer energischen fiskalischen Stimulierung verstanden. Aber auch die Europäer hätten gut mitgezogen.
DAX und EURO STOXX 50 hätten rund sechs Prozent zugelegt. Das habe auch der MSCI Emerging Markets geschafft, der durch die Andeutung einer restriktiveren Geldpolitik besonders gelitten habe. Amerika mit zwei Prozent beim Dow, drei beim S&P 500 und fünf bei der NASDAQ hätten es ruhiger angehen lassen. Gold und Silber hätten kräftig verloren. Die Preise seien um fünf bzw. sieben Prozent gesunken.
In diesem Umfeld sei für die Asset under Management (AuM) wieder Aufschwung angesagt gewesen. Um 3,1 Prozent sei das Volumen der in Europa gehandelten Produkte auf 265 Milliarden Euro gestiegen. Für einen neuen Rekord, der im Mai mit mehr als 290 Milliarden Euro markiert worden sei, habe es jedoch nicht gereicht. Bei neuen Produkten herrsche weiterhin Zurückhaltung. Die Zahl für Europa habe unverändert 1315 betragen.
Der Kursaufschwung sei naturgemäß den Aktien zugute gekommen. Diese Anlageklasse habe das Volumen um 3,9 Prozent auf 188,6 Milliarden Euro erhöht. Aber die Renten-ETFs hätten den Aktien kaum nachgestanden. Ihr Volumen habe um 3,2 Prozent auf 49,2 Milliarden Euro zugelegt.
Rohstoffe hätten verloren, bedingt durch den Edelmetall-Rückschlag, aber auch durch sinkende Ölpreise. Ihr Volumen sei um 2,2 Prozent auf 16,7 Milliarden Euro gesunken. Im Geldmarkt habe sich der Aktienaufschwung bemerkbar gemacht. Mittel seien abgezogen worden, sodass das Volumen um 3,4 Prozent wieder knapp unter fünf Milliarden Euro gesunken sei.
Wer nun annehme, dass der kräftige Zuwachs der Aktien auch frisches Geld für diese Anlageklasse bedeutet habe, sehe sich getäuscht. Das Nettomittelaufkommen sei im September um 111 Millionen Euro gesunken. Dem AuM hätten vor allem die guten Kurse geholfen. Ganz anders bei den Anleihen. Ihnen seien 1,1 Milliarden Euro neu zugeflossen. Gefragt seien Unternehmensanleihen und europäische Bonds, besonders aus den Südländern, gewesen, denn deutsche und französische Staatspapiere hätten Gelder verloren. Bei den Rohstoffen sei der Saldo abfließender und neuer Mittel ausgeglichen gewesen.
Trotz kräftiger Kursavancen hätten die nochmals gesunkenen Nettomittel für die Schwellenländer ebenfalls überrascht. Aus ETFs auf den MSCI Emerging Markets seien netto 111 Millionen Euro abgeflossen. Europa habe dagegen gewonnen, EURO STOXX 50-Produkte hätten das Aufkommen um 131 Millionen Euro erhöht. Der DAX habe nur geringfügig profitiert. Ihm seien 22 Millionen Euro neue Gelder zugeflossen.
Aufgeschoben sei bekanntermaßen nicht aufgehoben. Werde nun der Oktober heftige Korrekturen bringen? Gemäß der Statistik sei dieser Monat nicht so schlecht, gleichwohl sei er für die meisten Crashs bekannt. In Amerika stehe wieder das alte Spiel um Haushaltsdefizite und Schuldengrenze an. Demokraten und Republikaner würden sich unversöhnlich geben. Und auch der Offenmarkt-Ausschuss der FED werde wieder tagen. "Bei dem Zick-Zack-Kurs von Ben Bernanke würde ich mich nicht wundern, wenn er dann doch die Anleihekäufe reduziert", habe ein Händler gemeint. (Ausgabe Oktober 2013) (22.10.2013/fc/a/e)


