ETFs: Jetzt "America first"


02.07.25 09:26
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Dass sich die Aufholjagd von US-Aktien gegenüber den europäischen fortgesetzt hat, macht sich auch am ETF-Markt bemerkbar, so die Deutsche Börse AG.

Wie Holger Heinrich von der Baader Bank berichte, würden US-Aktien jetzt wieder gekauft, World- und europäische Aktien hingegen ge- und verkauft. Insgesamt gehe es im ETF-Geschäft derzeit allerdings ruhig zu - auch durch die geopolitische Entspannung aufgrund der Waffenruhe im Israel/Iran-Konflikt. Insgesamt würden die Käufe überwiegen, wie Heinrich außerdem melde. "Rüstungsaktien sind weiter stark nachgefragt", bemerke Ivo Orlemann von der ICF Bank. Auch Moritz Kretschmann von Lang & Schwarz sehe viel Interesse an Rüstungs-ETFs. "Gold- und Silber-ETCs kommen ebenfalls gut an."

S&P 500 und Nasdaq 100 hätten am gestrigen Montag abermals neue Rekordstände erreicht. Damit gehe die Aufholjagd gegenüber den lange favorisierten europäischen Aktien weiter. Mit Zuwächsen von knapp 6 und 8 Prozent seit Jahresanfang lägen S&P 500 und Nasdaq 100 damit jetzt mit dem Europa-Index Stoxx Europe 600 in etwa gleichauf (plus 6 Prozent). Der DAX habe allerdings mit einem Plus von 19 Prozent immer noch die Nase weit vorn.

In den Portfolios würden Heinrich zufolge MSCI USA- (IE00B77D4428) und Nasdaq-Tracker (IE00BYVQ9F29), aber auch ETFs auf den Nebenwerteindex Russell 2000 (IE00B60SX402) landen. "Bei den World-ETFs halten sich Käufe und Verkäufe ungefähr die Waage", erkläre er. Gekauft werde etwa der iShares Core MSCI World (IE00BKBF6H24), verkauft der UBS MSCI World Selection (IE000TG1LGI4).

Auch bezüglich europäischer Aktien würden beide Seiten gespielt. Zuflüsse sehe Heinrich etwa für den iShares MSCI EMU Large Cap (IE00BCLWRF22), Abflüsse aus dem iShares Euro Stoxx Small (IE00B02KXM00). "Auf Einzelländerebene stand Frankreich auf der Kaufliste, Deutschland und Italien wurden eher verkauft", ergänze der Händler.

Vier von zehn Privatinvestorinnen und -investoren würden bereits auf aktive ETFs setzen, wie eine aktuelle Studie von JP Morgan Asset Management und der ETF-Plattform extraETF zeige. Lange seien die aktiven ETFs Domäne von institutionellen gewesen, jetzt kämen sie aber auch bei viele privaten ETF-Anlegerinnen und -Anlegern gut an, heiße es. Hauptmotiv: der Wunsch nach aktivem Management zu günstigen Konditionen, wie 55 Prozent der bereits in aktiven ETFs Investierenden angegeben hätten. Die Möglichkeit zur Maximierung der Rendite folge mit 45 Prozent. Überraschend sei, dass ein Fünftel der Befragten mit relativ hohen Sparplanraten von 500 Euro oder höher in aktive ETFs investiere. Die durchschnittliche ETF-Sparplanrate in Deutschland liege bei nur 136 Euro. Befragt worden seien über 1.000 Privatinvestorinnen und Privatinvestoren im Frühsommer 2025 über die Plattform von extraETF.

Im Handel mit Branchen-ETFs seien Orlemann zufolge die drei Rüstungs-Tracker VanEck Defense (IE000YYE6WK5), WisdomTree Europe Defence (IE0002Y8CX98) und Global X Defence Tech (IE000JCW3DZ3) weiter gesucht. Kretschmann zufolge sei der WisdomTree-ETF Favorit. Nach einem kurzen Rücksetzer hätten die Kurse aller drei Indexfonds zuletzt wieder zugelegt – angeschoben wohl auch durch die von der Nato beschlossene Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 5 Prozent des BIP.

Einiges um gehe zudem in Gold- und Silber-ETCs, wie Kretschmann beobachte. Der Goldpreis liege mit aktuell 3.340 US-Dollar zwar unter dem Rekord von knapp 3.500 US-Dollar. Er sei auf Sicht von zwölf Monaten aber um 43 Prozent und auf Sicht von zwei Jahren um 74 Prozent gestiegen, der Silberpreis um 24 und 59 Prozent. (Ausgabe vom 01.07.2025) (02.07.2025/fc/a/e)





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