ETFs: "Gewinnmitnahmen bei Tech-Werten"


18.08.22 09:09
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Die Börsen sind im Sommerrally-Modus, so die Deutsche Börse AG.

Der DAX nehme Kurs auf 14.000 Punkte und stehe am Dienstagmittag bei knapp 13.900 Zählern. Der Dow Jones sei gestern sogar auf den höchsten Stand seit fast dreieinhalb Monaten geklettert. Auf das ETF-Geschäft wirke sich das bislang allerdings nicht aus. "Es wird gekauft, aber nicht im großen Stil", berichte Frank Mohr von der Société Générale. "Es ist ferienbedingt immer noch wenig los." Holger Heinrich von der Baader Bank melde unterdessen etwas anziehende Umsätze in den großen ETFs.

Was Aktien-Indexfonds angehe, setze sich der Trend hin zu US- und Welt-Aktien fort, wie Mohr feststelle. "Sie machen über 60 Prozent unserer Umsätze aus." ETFs, die europäische Aktien abbilden würden, kämen nur auf rund 10 Prozent - und würden tendenziell abgegeben. Mohr berichte von Käufen für den iShares Core MSCI World, den Lyxor MSCI USA ESG Leaders Extra und den BNP Paribas Easy S&P 500 sowie von Verkäufen für den Lyxor Stoxx Europe 600. Torben Bendt von Lang & Schwarz sehe durchaus Interesse an europäischen Aktien, etwa dem iShares MSCI Europe SRI und dem iShares STOXX Europe 600 (ISIN DE0002635307 / WKN 263530). "Da wird derzeit einiges gekauft." Auch laut Heinrich seien gerade MSCI World-ETFs gefragt. "Außerdem kommen Low Volatility- und Quality-ETFs gut an."

Wie die Beispiele zeigen würden, seien ESG- und SRI-ETFs mittlerweile ganz normal. Auch Holger Heinrich berichte von anhaltender Nachfragen nach solchen Angeboten. Gut an komme zum Beispiel der L&G US Equity Responsible Exclusions, ebenso europäische ESG-Produkte. Der L&G-ETF biete Zugang zu US-Unternehmen, die Umwelt-, Sozial- und Corporate-Governance-Faktoren berücksichtigen würden. Schwergewichte seien derzeit die Tech-Riesen Apple, Microsoft, Amazon, Tesla und Alphabet.

Außerdem würden sich Anleger*innen laut Bendt von chinesischen Aktien, etwa mit dem iShares MSCI China und dem Xtrackers MSCI China (ISIN LU0514695690 / WKN DBX0G2) verabschieden. "Das liegt wohl an den schlechten Nachrichten aus China", vermute Bendt. Wie am gestrigen Montag bekannt geworden sei, sei die chinesische Wirtschaft im Juli langsamer gewachsen als erwartet. Die Zentralbank habe daraufhin die Zinsen gesenkt. Die Null-Covid-Politik mit immer neuen Lockdowns und Reiseverboten belaste die Wirtschaft weiter.

Die am stärksten beachtete Branche sei wieder einmal die Technologiebranche. Mohr zufolge würden derzeit Abgaben überwiegen. "Das dürften Gewinnmitnahmen sein." Immerhin habe der NASDAQ 100 seit seinem Tief im Juni fast 24 Prozent zugelegt. Verkauft würden der Xtrackers Future Mobility und der iShares Digitalisation. Der iShares Digitalisation habe sich zuletzt zwar gut entwickelt, komme seit Jahresanfang aber immer noch auf Minus von 15 Prozent. Er bilde Unternehmen ab, die signifikante Erträge aus dem Bereich Digitalisierung erzielen würden, von Fintech-Leistungen und kontaktlosem Bezahlen über Onlineshopping bis hin zu Internetsicherheit.

Auf den Einkaufslisten würden sich laut Mohr Energie-Aktien finden, etwa der iShares S&P 500 Energy Sector und der SPDR S&P US Energy Select Sector. Die Branche gehöre zu den Top-Branchen in diesem Jahr. Der Kurs des iShares S&P 500 Energy Sector sei seit Jahresanfang um fast 56 Prozent gestiegen, der des Pendants von SPDR ebenso.

Die in der Vorwoche noch so stark beachtete Konsumbranche habe zuletzt im Übrigen keine große Rolle mehr gespielt.

Eine klare Richtung im Handel mit Anleihen-ETFs könne Mohr nicht ausmachen. Er melde Verkäufe für den Xtrackers II Eurozone Government Bond und Käufe für den Amundi Index Euro Corporate SRI (ISIN LU1437018168 / WKN A2ATY6) sowie den iShares EUR Inflation Linked Govt Bond. "Ein eindeutiger Trend ist das aber nicht." Wie in der Vorwoche registriere er mehr Aktivität in den lange uninteressanten Geldmarkt-ETFs, ein Beispiel sei der Lyxor Euro Overnight Return. Allerdings hätten zuletzt die Abgaben überwogen. (Ausgabe vom 16.08.2022) (18.08.2022/fc/a/e)





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