ETFs: Beste Sommerlaune


07.08.12 09:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Kauffreude überall: Laut Alexander Kuppler von der Deutschen Bank sind die Umsätze gut, vor allem im Aktienbereich gibt es viele Zuflüsse, so die Deutsche Börse AG.

"Das Sommerloch ist vorbei, der Risikoappetit wieder da", kommentiere Andreas Bartels von der Commerzbank und melde ein sehr gutes Handelsaufkommen. "Vor und nach der EZB-Sitzung am vergangenen Donnerstag haben sich viele Investoren positioniert." Mark Schönbrodt von der DekaBank berichte von einem sehr lebhaften Geschäft mit klarem Käuferüberhang. "Wir hatten in der vergangenen Woche zwei Drittel Käufe zu einem Drittel Verkäufe."

Nach den Äußerungen von EZB-Chef Mario Draghi vor knapp zwei Wochen, alles zur Euro-Rettung Erforderliche tun zu wollen, hätten die Märkte das Stillhalten der EZB und der US-amerikanischen Federal Reserve Bank in der vergangenen Woche zuerst verschnupft aufgenommen. Am Freitag habe sich, unter anderem aufgrund besserer US-Arbeitsmarktdaten, aber wieder die Zuversicht durchgesetzt. "Auch die Hoffnung auf Unterstützung der Zentralbanken ist zurück", erkläre Bernardus Roelofs von Flow Traders. Am heutigen Dienstag nähere sich der DAX sogar der wichtigen 7.000 Punkte-Marke.

Aktien-ETFs seien wieder in, das sei keine Frage. Ob man dabei lieber auf Nummer sicher gehen und das krisengeschüttelte Europa meiden oder gerade hier wieder einsteigen sollte - darüber würden die Meinungen aber auseinander gehen: Die Commerzbank meine, einen Trend heraus aus Europa- und hinein in US-Tracker ausmachen zu können. Andere Händler würden auch reges Interesse an US-Aktien sehen, es gebe aber ebenso zahlreiche Anhänger von Old Europe.

"Besonders MSCI USA und S&P 500-Indexfonds (ISIN LU0136234654 / WKN 794358, ISIN DE0002643889 / WKN 264388) waren gefragt", meine Bartels, abgestoßen worden sei etwa der MSCI EMU, der die Entwicklung der Aktienmärkte von Währungsunionsländern nachzeichne. "Bei DAX-ETFs (ISIN LU0378438732 / WKN ETF001, ISIN DE0005933931 / WKN 593393) war das Verhältnis noch ausgeglichen." Sehr rege umgesetzt worden seien auch Short-DAX-Produkte (ISIN LU0603940916 / WKN ETF004, ISIN LU0292106241 / WKN DBX1DS), wobei auch hier beide Richtungen gespielt worden seien.

Die Deutsche Bank habe Zuflüsse in MSCI World-, S&P 500- und Emerging Markets-ETFs (ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW, ISIN LU0490618542 / WKN DBX0F2, ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM) sowie Abflüsse aus DAX- und MSCI Europe-Indexfonds registriert. Allerdings hätten Anleger auch bei EURO STOXX 50-Trackern zugegriffen, die im Gegensatz zu MSCI Europe-Indexfonds nur die Entwicklung von Aktien aus Euro-Ländern abbilden würden.

Dass Europa trotz Krise nicht bei allen Anlegern verbrannte Erde sei, würden auch die Zahlen von Flow Traders bestätigen: Roelofs melde Käufe im iShares STOXX Europe 600, daneben aber auch im US-ETF iShares S&P 500 Monthly Euro Hedged. Laut DekaBank würden vor allem DAX- und EURO STOXX 50-ETFs (ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) viele Fans finden.

Im Bereich der Branchen-ETFs stünden weiterhin besonders Banken-Indexfonds im Mittelpunkt des Interesses. "Ansonsten ist hier wenig los", finde Bartels. Flow Traders beobachte in Banken-Trackern (ISIN DE0006289309 / WKN 628930) vor allem Abflüsse, die DekaBank sehe hingegen überwiegend Zuflüsse. Kuppler zufolge würden sich Anleger Versorger- und Industriegüter-ETFs (ISIN LU0292106084 / WKN DBX1F0, ISIN FR0010344887 / WKN LYX0AT) ins Portfolio legen, während sie sich von Indexfonds mit Telekommunikations- und Chemiewerten (ISIN DE000A0H08E0 / WKN A0H08E) verabschiedet hätten.

Aufgrund der Optimismuswelle seien Produkte mit deutschen Staatsanleihen in der Gunst der Anleger nach unten gerutscht, die DekaBank melde jedenfalls Abflüsse über alle Laufzeiten hinweg (ISIN DE000ETFL201 / WKN ETFL20, ISIN DE000ETFL185 / WKN ETFL18, ISIN DE0006289465 / WKN 628946, ISIN DE0006289473 / WKN 628947).

Auch der Deutschen Bank zufolge würden Produkte mit deutschen Kurzläufern verkauft, gesucht seien hingegen weiter Unternehmensanleihen-Indexfonds. Das bestätige auch Flow Traders: Anleger hätten sich in Corporate Bond-Produkten wie etwa dem iShares Markit iBoxx Euro Corporate Bond positioniert. ETFs mit Staatsanleihen der Eurozone seien aber ebenfalls gefragt, ebenso Indexfonds mit US-Staatsanleihen (ISIN DE000A0LGQB6 / WKN A0LGQB).

Stark beachtet werde unterdessen weiterhin die Entwicklung des Euro-Bund-Future, der als richtungsweisend für Bundesanleihen gelte. Der habe zuletzt nachgegeben und notiere aktuell mit weniger als 143 Prozent deutlich unter den vor zweieinhalb Wochen erreichten 146,26 Punkten. Das werde einerseits als Zeichen für Entspannung am Markt angesehen, andererseits aber auch als Signal für nachlassenden Glauben an Deutschland. "Hier standen Short-Produkte (ISIN LU0530119774 / WKN ETF562) auf den Bund-Future auf den Einkaufslisten, Anleger setzten also auf fallende Kurse und steigende Zinsen", erkläre Bartels. (07.08.2012/fc/a/e)






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