ETF-Handel zyklische Branchen bevorzugt


24.01.12 08:57
Deutsche Börse AG

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Solide Umsätze auf für diese Jahreszeit üblichem Niveau verbuchen die Spezialisten im Handel mit ETFs, so die Deutsche Börse AG.

"Wir hatten einen leichten Käuferüberhang", berichte Frank Mohr von der Commerzbank. Ein etwas geringeres Handelsvolumen verbunden mit einer höheren Anzahl an Trades deute auf zunehmend aktive Privatanleger. "Je mehr sich politische Lösungen im Euroraum abzeichnen, desto positiver ist die Grundhaltung und damit die Risikofreude der Anleger", bemerke Mohr.

Von einem Kaufüberhang im Verhältnis zwei Drittel zu einem Drittel spreche Mark Schönbrodt. "ETF-Investoren interessierten sich in der vergangenen Woche stark für deutsche und europäische Staatsanleihen", registriere der Händler der DekaBank.

Dagegen erlebe Bernardus Roelofs deutlich mehr Abflüsse als Zuflüsse und vermute dahinter die Sicherung von Gewinnen. "Die Aktienmärkte sind seit Jahresbeginn gut gelaufen, die Emissionen von Euroländer-Staatsanleihen ging zuletzt reibungslos über die Bühne und die jüngsten Wirtschaftsdaten scheinen viel versprechend", meine der Händler von Flow Traders. "Das macht Anleger auch vorsichtig."

Überraschend erfreuliche Ergebnisse einiger US-Banken habe indes Appetit auf den gesamten Sektor gemacht. Der Branchenriese Bank of America schreibe wieder schwarze Zahlen und eine besser als erwartete Goldman Sachs-Bilanz habe die Hoffnung auf weitere Gewinne bei den Geldhäusern geweckt.

Anders als in der Vorwoche sei der Handel mit DAX-Trackern (ISIN DE0005933931 / WKN 593393, ISIN LU0378438732 / WKN ETF001, ISIN DE000ETFL011 / WKN ETFL01) gefolgt von Indexfonds auf den EURO STOXX 50 wieder in den Vordergrund gerückt. Hier überwögen Mohr und Schönbrodt zufolge gegenwärtig die Zuflüsse, wenn auch nur leicht. "ETFs auf US-Indices müssen sich in dieser Woche mit einem hinteren Platz zufrieden geben", bemerke Mohr. Gekauft würden zudem weniger umsatzstarke Indexfonds etwa mit Aktien des MSCI Europe und des MSCI World.

Für letzteren (ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW) wie auch den MSCI USA (ISIN LU0392496005 / WKN ETF123) verbuche Roelofs tendenziell mehr Verkäufe als Käufe. Bei EURO STOXX 50-Trackern (ISIN IE0008471009 / WKN 935927, ISIN FR0007054358 / WKN 798328) gehe es in seinem Orderbuch eher ausgeglichen zu. Anleger hätten sich für den Lyxor ETF Leveraged DJ EURO STOXX 50 interessiert.

Eine momentane Vorliebe zugunsten des Chemiesektors (ISIN FR0010345470 / WKN LYX0AY, ISIN DE000A0H08E0 / WKN A0H08E), der Technologiebranche und der Fahrzeugindustrie stufe Mohr als offensivere Einstellung der Anleger Richtung zyklische Werte ein. Anleger hätten sich tendenziell hingegen von ETFs mit Aktien aus der Telekommunikationswelt (ISIN FR0010344812 / WKN LYX0A1), der Technologie-Branche (ISIN LU0378437098 / WKN ETF076) getrennt und zudem Konsumgütern den Rücken gekehrt.

Von Abgaben geprägt sehe Schönbrodt auch den europäischen Gesundheitssektor (ISIN FR0000001737 / WKN 550884, ISIN DE0006289333 / WKN 628933). Deutliche Zuflüsse melde Roelofs für Banken-ETFs (ISIN FR0010345371 / WKN LYX0AP, ISIN LU0292103651 / WKN DBX1SF). "Hier beflügelt die zuletzt positive Berichterstattung", erkläre der Händler.

Im Handel mit Schwellenländer-Trackern sei es zuletzt deutlich lebendiger zugegangen, wie die DekaBank und die Commerzbank melden würden. Anleger hätten sich beispielsweise den marktbreiten MSCI Emerging Markets (ISIN LU0147308422 / WKN 633611, ISIN FR0007085501 / WKN A0BK6R, ISIN LU0292107645 / WKN DBX1EM) verstärkt ins Depot gelegt. "Auch für Aktien einzelner Länder gibt es Zuspruch", berichte Mohr und nenne insbesondere Indonesien (ISIN LU0476289623 / WKN DBX0EU), Korea und Malaysia. Vom iShares MSCI Latin America würden Anleger laut Schönbrodt derzeit lieber die Finger lassen.

Renten-ETFs ja, Geldmarkt-Fonds nein, so beschreibe Schönbrodt das Anlegersentiment für Indexfonds mit festverzinslichen Wertpapieren. "Die Umsätze in diesem Bereich haben deutlich angezogen", bemerke der Händler, der über Käufe etwa von Indexfonds mit deutschen fünf- bis zehnjährigen Bonds (ISIN DE000ETFL201 / WKN ETFL20) sowie von Trackern mit Staatsanleihen aus Schwellenländern (ISIN DE000A1JB4Q0 / WKN A1JB4Q) spreche. Gesucht sei zudem der ETFlab iBoxx € Liquid Non-Financials Diversified.

Laut Commerzbank würden sich Anleger derzeit gern von Geldmarktfonds wie dem ETFlab Deutsche Börse EuroGOV® Germany Money Market und dem db x-trackers II EONIA TR Index (ISIN LU0290358497 / WKN DBX0AN) trennen. "Die liquiden Mittel wandern eher in risikoreichere Aktienanlagen", vermute Mohr. (24.01.2012/fc/a/e)






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