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ETF-Handel: Zwischen Zuversicht und Skepsis
26.10.22 13:47
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.fondscheck.de) - Dem jüngsten Aufschwung der Aktienmärkte folgen Anleger*innen noch nicht, so die Deutsche Börse AG.
"Die Zinserwartungen sind weiterhin vorhanden und auch die konjunkturellen Sorgenfalten sind nicht kleiner geworden", würden Ralf Umlauf und Ulrich Wortberg von der Helaba begründen. Marktteilnehmer würden aber womöglich auf eine Verlangsamung des Zinszyklus in Richtung Jahresende und 2023 setzen, nicht nur in Europa, sondern auch in den USA.
Hoffnungsträger seien die Gaspreise und deren Auswirkungen auf die Inflation: Der tiefste Stand der Gaspreise seit Mitte Juni, der vor allem auf das milde Herbstwetter zurückgeführt werde, gebe nach Einschätzung von Martin Hartmann von der Commerzbank Hoffnung, dass der Verbraucherpreisanstieg bald sein Hoch erreicht habe.
Zwar gestalte sich auch die Berichtssaison besser als erwartet, ergänze Frank Mohr von der Société Générale. "Doch die Anleger gehen die klare Marktrichtung noch nicht mit. Sie schwanken zwischen Zuversicht und Skepsis." Entsprechend stünden ETF-Käufen auch Gewinnmitnahmen gegenüber. "Insgesamt sehen wir in dieser Woche einen deutlichen Kaufüberhang."
"Trotz der Erholung sind die Umsätze noch verhalten", fasse Jan Duisberg von der ICF Bank zusammen. "Am ehesten werden Aktien-ETFs gekauft."
Andreas Schröer von Lang & Schwarz berichte von Zurückhaltung an bestimmten Kursmarken: "Wir sehen, dass Richtung 13.000 Punkten im DAX Gewinne mitgenommen werden und auch bei den NASDAQ-Indices auf den aktuellen Niveaus."
Nach Einschätzung von Schröer werde auch weiterhin spekuliert. So werde in beide Richtungen gehebelt in US-Technologiewerte im NASDAQ 100 investiert. Entsprechend würden der WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged und das gegenläufige Short-Produkt zu den Umsatzspitzenreitern von Lang & Schwarz gehören. Letzteres zähle auch bei der ICF Bank zu den Titeln mit den höchsten Umsätzen. Außerdem werde laut Lang & Schwarz viel Geschäft mit dem iShares Nasdaq-100-ETF gemacht.
Im Tagesgeschäft der Société Générale würden US-Aktien-ETFs und globale Aktientracker als Favoriten herausragen. Zu den meistgekauften US-Aktientrackern gehöre der Vanguard S&P 500. Relativ neu auf der Liste der besonders beliebten Produkte sei die nachhaltige Variante des Index-Klassikers von der UBS, der UBS S&P 500 ESG (ISIN IE00BHXMHK04 / WKN A2PEZ8).
Aber auch weltweit streuende ETFs seien gefragt. Unter den am meisten gekauften Titeln finde sich der iShares Core MSCI World, einer der Klassiker.
Hingegen würden andere Regionen überwiegend abgegeben. Bei deutschen Aktien-ETFs berichte Mohr von Gewinnmitnahmen im iShares Core DAX, während bei der ICF Bank ein zweifach gehebelter DAX-Short-ETF (ISIN DE000A0X9AA8 / WKN A0X9AA) sehr beliebt sei.
Im Handel bei Lang & Schwarz seien auch asiatische Indexfonds im Fokus. Mit der Sorge vor einer noch ideologischeren Politik von Chinas Staatschef Xi Jinping und schwachen Konjunkturdaten würden vor allem chinesische Aktien nachgeben. "Wir haben am Freitagabend auch noch überwiegend Abgaben gesehen, seit Wochenbeginn werden chinesische Aktien-Tracker wieder gekauft", berichte Schröer. "Hier haben wir diese Woche deutlich mehr Nachfrage." Schröer führe beispielhaft Käufe des Lyxor FTSE China A50 an. Neben China würde auch Taiwan stärker gehandelt, etwa der Xtrackers MSCI Taiwan.
Der Technologiesektor, bei dem die Käufe dominieren würden, sei von den Branchen bei der Société Générale der meistgehandelte der Woche. "Hier wird gekauft", berichte Mohr. Besonders hohe Nachfrage vermerke Mohr nach dem First Trust Nasdaq Cybersecurity und dem Invesco US Technology Sector. Der ETF sei auf Wochensicht um mehr als 4 Prozent gestiegen.
Käufe würden nach Mohrs Angaben auch bei Energiewerten überwiegen, die wie in der Vorwoche die Nummer zwei im Handel mit Branchen-ETFs der Société Générale seien. Hier würden Anleger*innen - ebenfalls wie in der Vorwoche - vor allem den SPDR S&P US Energy Select Sector kaufen. Der Sektor-ETF habe auf Wochensicht fast 6 Prozent an Wert gewonnen.
Schröer berichte ebenfalls von mehr Umsatz mit Energiewerten. So sei das Interesse am WisdomTree Natural Gas 3x Daily Leveraged und am entsprechenden Short-ETF (ISIN IE00B76BRD76 / WKN A1VBKC) groß.
Gewinnmitnahmen würden hingegen bei Mohr den Handel mit dem Klassiker Global Clean Energy von iShares bestimmen. Auf Wochensicht verliere dieser ETF rund 1,7 Prozent, auf Monatssicht 12,7 Prozent.
Mohr ergänze, dass Grundstoffe auf Platz 3 der Umsätze unter den Sektoren der Société Générale stünden, hier aber die Verkäufe überhand hätten. Abgegeben werde der iShares STOXX Europe 600 Basic Resources.
Trotz der verhaltenen Entwicklung der Edelmetalle seien Gold- und Silber-ETCs derzeit gesucht. Wie Duisberg berichte, habe sowohl bei Gold (ISIN DE000A0N62G0 / WKN A0N62G) wie auch bei Silber (ISIN DE000A0N62F2 / WKN A0N62F) die Nachfrage nach Verbriefunfen angezogen.
Des Weiteren registriere Duisberg mehr Umsatz bei Ripple, während der Krypto-ETP-Handel ansonsten ruhig verlaufe: Für Ripple (ISIN CH0454664043 / WKN A2UBKC) hätten sich zunächst Käufe und Verkäufe ausgeglichen, inzwischen überwiege aber die Verkaufsseite.
Am Rentenmarkt würden die Renditen sinken, vor allem in Großbritannien mit Wechsel des Premierministers.
Mohr berichte von normalem Handelsvolumen. "Wie in der vergangenen Woche dominieren Staatsanleihen den Handel mit Renten-ETFs." Käufe und Verkäufe seien recht ausgeglichen, etwa von Staatsanleihen der href="/xtrackers_ii_eurozone_government_bond_ucits_etf_1c-fonds">Eurozone,. Verkäufe beträfen kurzlaufende europäische Staatsanleihen wie im Amundi Govies 0-6 Months EuroMTS Investment Grade (ISIN FR0010754200 / WKN A0RNWC) sowie europäische Unternehmensschuldtitel im iShares Core Euro Corp Bond. (Ausgabe vom 25.10.2022) (26.10.2022/fc/a/e)
"Die Zinserwartungen sind weiterhin vorhanden und auch die konjunkturellen Sorgenfalten sind nicht kleiner geworden", würden Ralf Umlauf und Ulrich Wortberg von der Helaba begründen. Marktteilnehmer würden aber womöglich auf eine Verlangsamung des Zinszyklus in Richtung Jahresende und 2023 setzen, nicht nur in Europa, sondern auch in den USA.
Hoffnungsträger seien die Gaspreise und deren Auswirkungen auf die Inflation: Der tiefste Stand der Gaspreise seit Mitte Juni, der vor allem auf das milde Herbstwetter zurückgeführt werde, gebe nach Einschätzung von Martin Hartmann von der Commerzbank Hoffnung, dass der Verbraucherpreisanstieg bald sein Hoch erreicht habe.
Zwar gestalte sich auch die Berichtssaison besser als erwartet, ergänze Frank Mohr von der Société Générale. "Doch die Anleger gehen die klare Marktrichtung noch nicht mit. Sie schwanken zwischen Zuversicht und Skepsis." Entsprechend stünden ETF-Käufen auch Gewinnmitnahmen gegenüber. "Insgesamt sehen wir in dieser Woche einen deutlichen Kaufüberhang."
"Trotz der Erholung sind die Umsätze noch verhalten", fasse Jan Duisberg von der ICF Bank zusammen. "Am ehesten werden Aktien-ETFs gekauft."
Andreas Schröer von Lang & Schwarz berichte von Zurückhaltung an bestimmten Kursmarken: "Wir sehen, dass Richtung 13.000 Punkten im DAX Gewinne mitgenommen werden und auch bei den NASDAQ-Indices auf den aktuellen Niveaus."
Nach Einschätzung von Schröer werde auch weiterhin spekuliert. So werde in beide Richtungen gehebelt in US-Technologiewerte im NASDAQ 100 investiert. Entsprechend würden der WisdomTree NASDAQ 100 3x Daily Leveraged und das gegenläufige Short-Produkt zu den Umsatzspitzenreitern von Lang & Schwarz gehören. Letzteres zähle auch bei der ICF Bank zu den Titeln mit den höchsten Umsätzen. Außerdem werde laut Lang & Schwarz viel Geschäft mit dem iShares Nasdaq-100-ETF gemacht.
Im Tagesgeschäft der Société Générale würden US-Aktien-ETFs und globale Aktientracker als Favoriten herausragen. Zu den meistgekauften US-Aktientrackern gehöre der Vanguard S&P 500. Relativ neu auf der Liste der besonders beliebten Produkte sei die nachhaltige Variante des Index-Klassikers von der UBS, der UBS S&P 500 ESG (ISIN IE00BHXMHK04 / WKN A2PEZ8).
Aber auch weltweit streuende ETFs seien gefragt. Unter den am meisten gekauften Titeln finde sich der iShares Core MSCI World, einer der Klassiker.
Im Handel bei Lang & Schwarz seien auch asiatische Indexfonds im Fokus. Mit der Sorge vor einer noch ideologischeren Politik von Chinas Staatschef Xi Jinping und schwachen Konjunkturdaten würden vor allem chinesische Aktien nachgeben. "Wir haben am Freitagabend auch noch überwiegend Abgaben gesehen, seit Wochenbeginn werden chinesische Aktien-Tracker wieder gekauft", berichte Schröer. "Hier haben wir diese Woche deutlich mehr Nachfrage." Schröer führe beispielhaft Käufe des Lyxor FTSE China A50 an. Neben China würde auch Taiwan stärker gehandelt, etwa der Xtrackers MSCI Taiwan.
Der Technologiesektor, bei dem die Käufe dominieren würden, sei von den Branchen bei der Société Générale der meistgehandelte der Woche. "Hier wird gekauft", berichte Mohr. Besonders hohe Nachfrage vermerke Mohr nach dem First Trust Nasdaq Cybersecurity und dem Invesco US Technology Sector. Der ETF sei auf Wochensicht um mehr als 4 Prozent gestiegen.
Käufe würden nach Mohrs Angaben auch bei Energiewerten überwiegen, die wie in der Vorwoche die Nummer zwei im Handel mit Branchen-ETFs der Société Générale seien. Hier würden Anleger*innen - ebenfalls wie in der Vorwoche - vor allem den SPDR S&P US Energy Select Sector kaufen. Der Sektor-ETF habe auf Wochensicht fast 6 Prozent an Wert gewonnen.
Schröer berichte ebenfalls von mehr Umsatz mit Energiewerten. So sei das Interesse am WisdomTree Natural Gas 3x Daily Leveraged und am entsprechenden Short-ETF (ISIN IE00B76BRD76 / WKN A1VBKC) groß.
Gewinnmitnahmen würden hingegen bei Mohr den Handel mit dem Klassiker Global Clean Energy von iShares bestimmen. Auf Wochensicht verliere dieser ETF rund 1,7 Prozent, auf Monatssicht 12,7 Prozent.
Mohr ergänze, dass Grundstoffe auf Platz 3 der Umsätze unter den Sektoren der Société Générale stünden, hier aber die Verkäufe überhand hätten. Abgegeben werde der iShares STOXX Europe 600 Basic Resources.
Trotz der verhaltenen Entwicklung der Edelmetalle seien Gold- und Silber-ETCs derzeit gesucht. Wie Duisberg berichte, habe sowohl bei Gold (ISIN DE000A0N62G0 / WKN A0N62G) wie auch bei Silber (ISIN DE000A0N62F2 / WKN A0N62F) die Nachfrage nach Verbriefunfen angezogen.
Des Weiteren registriere Duisberg mehr Umsatz bei Ripple, während der Krypto-ETP-Handel ansonsten ruhig verlaufe: Für Ripple (ISIN CH0454664043 / WKN A2UBKC) hätten sich zunächst Käufe und Verkäufe ausgeglichen, inzwischen überwiege aber die Verkaufsseite.
Am Rentenmarkt würden die Renditen sinken, vor allem in Großbritannien mit Wechsel des Premierministers.
Mohr berichte von normalem Handelsvolumen. "Wie in der vergangenen Woche dominieren Staatsanleihen den Handel mit Renten-ETFs." Käufe und Verkäufe seien recht ausgeglichen, etwa von Staatsanleihen der href="/xtrackers_ii_eurozone_government_bond_ucits_etf_1c-fonds">Eurozone,. Verkäufe beträfen kurzlaufende europäische Staatsanleihen wie im Amundi Govies 0-6 Months EuroMTS Investment Grade (ISIN FR0010754200 / WKN A0RNWC) sowie europäische Unternehmensschuldtitel im iShares Core Euro Corp Bond. (Ausgabe vom 25.10.2022) (26.10.2022/fc/a/e)
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| IE00BLRPRL42 | A3GL7E | 309,00 € | 110,02 € | |
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