ETF-Handel: Wunsch- statt Wackelkandidat


22.10.13 17:29
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Immer neue Höchststände an den Börsen locken Anleger in Scharen in Aktien-ETFs, so die Deutsche Börse AG.

"Nachdem sich die USA selbst gerettet hat, haben wir nur Käufe gesehen", berichte Jörg Sengfelder von Flow Traders mit Blick auf die Einigung im US-Haushaltsstreit am vergangenen Mittwoch. Sowohl in europäischen als auch US-amerikanischen Aktien sei durchweg zugegriffen worden - bei hohem Volumen (ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN DE0005933956 / WKN 593395; ISIN DE0005933949 / WKN 593394; ISIN DE000ETFL029 / WKN ETFL02; ISIN DE0002635273 / WKN 263527; ISIN LU0274208692 / WKN DBX1MW). Auch Sascha Cronemeyer von der Commerzbank spreche von einem eindeutigen Käufermarkt: "Wir hatten 58 Prozent Käufe und 42 Prozent Verkäufe."

Am heutigen Dienstag trete der DAX, der gestern abermals ein neues Rekordhoch markiert habe, auf der Stelle. Mit Spannung erwartet werde der Arbeitsmarktbericht aus den USA, von dem Auskunft über die US-Wirtschaft und die weitere Geldpolitik erwartet werde.

Trotz Kauflaune: Die hohen Kurse würden von einigen Anlegern auch für Gewinnmitnahmen genutzt. "Bei uns ist der Trend: Raus aus den USA, rein in Europa", melde etwa Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank. Investoren würden sich von S&P 500- und MSCI USA-ETFs (ISIN LU0274210672 / WKN DBX1MU; ISIN DE0002643889 / WKN 264388) trennen und stattdessen auf EURO STOXX 50-, MSCI Europe- und auch DAX-Tracker setzen. "Bei uns überwogen Abgaben in DAX- und Euro Stoxx-ETFs, aber auch in S&P 500-Indexfonds", erkläre Cronemeyer.

Die Krise scheine schon fast vergessen: Ganz eindeutig gesucht seien jedenfalls derzeit Aktien aus Europas Peripherie. Cronemeyer melde eine rege Nachfrage nach dem Amundi MSCI Spain (ISIN FR0010655746 / WKN A0REJT), dem ComStage PSI 20, der den portugiesischen Markt abbilde und dem iShares FTSE MIB, der an die Mailänder Börse gekoppelt sei.

"Wir sehen großes Interesse an spanischen und griechischen Aktien", melde auch Sengfelder und nennt für den griechischen Markt den Lyxor FTSE ATHEX 20 (ISIN FR0010405431 / WKN LYX0BF) als Beispiel. Der ETF habe in den vergangenen drei Monaten immerhin um 38 Prozent zugelegt, der Amundi MSCI Spain um 28 Prozent, der iShares FTSE MIB um 19 Prozent und der ComStage PSI 20 um 13 Prozent. Zum Vergleich: Der iShares DAX komme im gleichen Zeitraum auf gut 6 Prozent.

Auch fernere Regionen würden Sengfelder zufolge Anhänger finden, etwa der iShares MSCI Japan, der iShares MSCI Korea und der breit streuende db x-trackers MSCI EM LatAm LA (ISIN LU0292108619 / WKN DBX1ML).

Weiterhin beliebt seien Banken-ETFs. "Bei uns gab es vergangene Woche noch eine starken Käuferüberhang, auch wenn die Banken im Handel mit Sektoren-Indexfonds nicht mehr ganz so dominierten", erkläre Cronemeyer. Der umsatzstarke iShares Euro Stoxx Banks kenne seit Sommer nur noch eine Richtung: nach oben. Seit Ende Juni habe der Indexfonds um rund 40 Prozent zugelegt. Daneben würden sich Investoren der Commerzbank zufolge auch für Immobilien- und Telekommunikationsaktien (ISIN LU0947415054 / WKN ETF024; ISIN LU0378437171 / WKN ETF077) entscheiden.

Flow Traders berichte von Zuflüssen in die Lebensmittel- und Getränke- (ISIN LU0292105359 / WKN DBX1FB) sowie die Telekommunikationsbranche (ISIN IE00B5MJYB88 / WKN A0RPSF) und Abflüssen aus der Versicherungsbranche (ISIN FR0010344903 / WKN LYX0AQ). "Insgesamt geht bei den Sektoren im Moment aber nicht soviel um."

Auch im Handel mit Anleihen-ETFs gelte das Interesse der europäischen Peripherie. Kleefeld zufolge werde etwa der db x-trackers II iBoxx Sovereigns Eurozone Yield Plus gut gekauft, der die Entwicklung der Staatsanleihen mit den höchsten Anleiherenditen innerhalb der Eurozone wiedergebe. Sengfelder nenne den db x-trackers II MTS Ex-Bank of Italy Aggregate als Beispiel, der italienische Staatsanleihen abbilde.

Auch abgesehen davon würden sich Anleger weiter risikofreudig zeigen und auf Anleihen mit etwas mehr Rendite setzen, etwa Unternehmenspapiere wie den iShares Euro Corporate Bond. Cronemeyer zufolge würden weiterhin Pfandbrief-ETFs in den Portfolios landen, im Bereich Staatsanleihen würden kürzere Laufzeiten gekauft und längere verkauft. (22.10.2013/fc/a/e)





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