ETF-Handel: Solides bevorzugt


29.05.12 16:22
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.fondscheck.de) - In den derzeitigen Kursen an den Aktienbörsen erkennt so mancher ETF-Anleger eine Gelegenheit zum Einstieg, so die Deutsche Börse AG.

"Bei merklich höheren Handelsvolumina im Vergleich zur Vorwoche verbuchen wir insgesamt einen deutlichen Kaufüberhang im Verhältnis zwei Drittel zu einem Drittel", melde etwa Mark Schönbrodt von der DekaBank. Investoren hätten sich zumeist auf Bluechip-Tracker und Festverzinsliches konzentriert, während sie Sektoren-ETFs tendenziell links hätten liegen lassen.

Überraschend regen ETF-Handel trotz krisenbehafteter Nachrichtenlage verbuche auch die Commerzbank. Mit rund 7.500 bewege sich die Anzahl der Trades zwar etwas unterhalb des Durchschnitts. "Viele größere Orders trugen trotzdem zu einer sehr guten Woche bei", berichte Andreas Bartels, der das Verhältnis von ETF-Käufen zu Verkäufen mit 60 zu 40 Prozent beziffere. "Es scheint, als positionierten sich ETF-Anleger im Vorfeld der in dieser Woche anstehenden US-Arbeitsmarktdaten."

Von überdurchschnittlichen Umsätzen im ETF-Handel spreche auch Bernardus Roelofs, wenngleich sich Käufe und Verkäufe mit knapp 51 zu gut 49 Prozent bei Flow Traders in etwa die Waage gehalten hätten. Die Währungsfrage Griechenlands und die Not der spanischen Großbank Bankia hätten sich im Handel bemerkbar gemacht. Den zusätzlichen Kapitalbedarf von rund 19 Milliarden Euro hätten Investoren mit erhöhtem Verkaufsdruck dieser und anderer Bankaktien quittiert und hätten den spanischen Bluechip-Index IBEX-35 auf den niedrigsten Wert seit Mai 2003 gedrückt. Zudem habe mit Katalonien die größte und zugleich reichste autonome spanische Region in Madrid um finanzielle Hilfen gebeten.

Anleger hätten derzeit Indices aus den Industrienationen favorisiert. Neben Trackern des deutschen Leitindex (ISIN LU0274211480 / WKN DBX1DA; ISIN DE0005933931 / WKN 593393; ISIN DE0005933972 / WKN 593397) würden DekaBank und Flow Traders von einem Käuferbild bei Indexfonds auf den EURO STOXX 50 (ISIN DE0005933949 / WKN 593394; ISIN IE0008471009 / WKN 935927; ISIN LU0380865021 / WKN DBX1ET) sprechen.

Gut an kämen zudem Dividendenwerte etwa aus dem DAXplus Maximum Dividend und dem DivDAX sowie dem EURO STOXX Select Dividend 30 (ISIN DE0002635299 / WKN 263529; ISIN DE000ETFL078/ ETFL07). Hier und da hätten Investoren auch auf fallende oder mit einem Hebel auf steigende DAX-Notierungen gesetzt. "Diese Transaktionen fallen aber kaum ins Gewicht", relativiere Bartels. ETFs auf den STOXX 50 Daily x2 Short würden Roelofs zufolge unterm Strich aus den Depots der Anleger rauskommen.

Hingegen spreche die Commerzbank von einem regen, aber ausgeglichenen Handel mit ETFs, die den deutschen und den europäischen Aktienmarkt abbilden würden. Mit die größten Nettozuflüsse mache Bartels für den STOXX Europe Small 200 aus.

Von japanischen Bluechips beispielsweise im MSCI Japan würden ETF-Investoren derzeit tendenziell die Finger lassen, wie Roelofs melde. Rege gehandelt und per saldo abgegeben würden der Commerzbank zufolge zudem Indexfonds, die den MSCI Asia Pacific ex Japan (ISIN LU0446734526 / WKN A0X97T; ISIN LU0392495296 / WKN ETF115) nachbilden würden.

"Kein einziger Emerging Markets-Tracker schafft es bei uns unter die zehn umsatzstärksten ETFs der vergangenen Woche", ergänze Schönbrodt. Dort wo sie aufgetaucht seien, überwögen die Abflüsse. Etwa hätten sich ETF-Liebhaber vom marktbreiten MSCI Emerging Markets (ISIN DE000A0HGZT7 / WKN A0HGZT) verabschiedet. Wenig angetan hätten sie sich zudem von Aktien-Trackern einzelner Schwellenländer wie Korea und Malaysia (ISIN FR0010961037 / WKN LYX0LW) gezeigt. "Diese wurden auf Sparflamme unterm Strich abgegeben." Hingegen seien russische Standardwerte zum Beispiels im MSCI Russia laut Flow Traders verstärkt in den Anlegerdepots gelandet.

Beachtlichen Zuspruch würden die Händler in dieser Woche für Renten-ETFs und Unternehmensanleihen verbuchen. "Eine Vorliebe für bestimmte Laufzeiten erkennen wir dabei nicht", meine Bartels. Wie gehabt stehe ein Corporate Bond-Tracker (ISIN DE000ETFL383 / WKN ETFL38), der Finanzwerte außen vorlasse, ganz oben auf der Umsatzliste der DekaBank. Zulauf gebe es für ein bis zehnjährige hiesige Staatsanleihen (ISIN DE000ETFL177 / WKN ETFL17) ebenso wie für Schwellenländer-Bonds (ISIN DE000A0RFFT0 / WKN A0RFFT).

Mit Unternehmensanleihen würden sich Anleger beispielsweise über Indexfonds auf den iShares Barclays Capital Euro Corporate Bond eindecken, wie Roelofs erkenne. Zudem würden Geldmarktfonds etwa auf den eb.rexx Money Market (ISIN DE000A0Q4RZ9 / WKN A0Q4RZ) gekauft.

Bei den Sektoren würden laut Schönbrodt insbesondere Bankenwerte beispielsweise aus dem Euro Stoxx Banks unter Druck kommen. "Die Umsätze bei den Sektoren sind insgesamt eher dünn." Anteile von Unternehmen, die Produkte für den täglichen Gebrauch herstellen und beispielsweise im Stoxx Europe 600 Personal & Household Goods vertreten würden, würden laut Roelofs tendenziell veräußert. (29.05.2012/fc/a/e)






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LU0274211480 DBX1DA 239,10 € 197,98 €
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